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Ausgabe Dezember 2011
KGS Traumkolumne von Klausbernd Vollmar - Heilige Familie

Mein alter Psychiatrie-Professor, ein Agnostiker, erzählte, wie zu seiner Jugend Patienten noch von Heiligen träumten und sich als Jesus oder Maria empfanden, heute allerdings, setzte er milde lächelnd hinzu, ist das Heilige aus der Mode gekommen. Der Psy

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Da sieht sich ein kinderloser Familienvater am Krankenhausbett seiner Frau stehen, die gerade einen Sohn geboren hat. Dass dieses Traumbild vom Wunsch nach der idealen Familie geprägt ist, ist unübersehbar. Verstärkt wird diese Deutung durch den Hintergrund des Träumers, der sich nämlich gerade von seiner Frau getrennt hat. Hier bekommt er ein Sehnsuchtsbild präsentiert, bei dem mit der Geburt ein Neuanfang angesprochen wird. Zugleich drückt das Traumbild die Weisheit aus, dass eine gute Beziehung über die Zweiheit der beiden Partner hinausgehen muss, man braucht ein Drittes, etwas Gemeinsames, dem man sich widmet. Das sagte bereits Hegel in seiner Geschichtsphilosophie, bei der Fortschritt aus der Spannung von These (Vater) und Antithese (Mutter) erklärt wird, die die Synthese (Kind) hervorbringt. Vater, Mutter, Kind sind wie die meisten Dreiheiten im Traum als Fortschritt zu sehen, zumindest verweisen sie auf Zeitabläufe oder, wie Jung es sagen würde, auf Schritte auf dem Initiationsweg. Der Traum fragt also den Träumer: „Wie stellst du dir deine Zukunft vor?“




Klausbernd Vollmar leitet regelmäßig Traumgruppen in Berlin
weitere Information auf www.kbvollmar.de


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