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Ausgabe November 2011
Peace-Food

Der friedliche Weg zu gesundem Leben für Menschen, Tiere und Erde - von Dr. Ruediger Dahlke

Wir haben uns im reichen Teil der Welt daran gewöhnt, dass täglich über 5000 Kinder an Hunger sterben, unzählige Tiere ein erbärmliches Leben fristen und unbeschreiblich grausam für uns sterben. Wie viel das mit uns zu tun hat, verdrängen wir gern und die Medien ersparen uns Information darüber. Dabei ist es einfach: 60 Millionen Schweine, die Deutsche pro Jahr verzehren, müssen unter Zeitdruck und möglichst billig geschlachtet werden, und so wird es unvorstellbar grausam. Da wir die Kohlenhydrate, die die Menschen der armen Welt zum Essen bräuchten, als Mastfutter wegkaufen, haben wir auch daran Anteil.
Was wir aber an diesem - unmoralisch besorgten - Tierprotein selbst für fürchterlichen gesundheitlichen Schaden nehmen, ist neu und schreit nach Konsequenzen. Und sie werden kommen, denn jetzt geht es um den eigenen Kopf und Kragen, und da ist langfristig Schluss mit Verdrängen.
Die Situation erinnert mich an die Jahre, als Mediziner Frauen im Wechsel selbstverständlich Hormone verschrieben. Auf dem Boden von Pharma finanzierten Klein- und Kleinst-Studien versprachen sie ihnen dafür das Blaue vom Himmel. Erst die Ergebnisse zweier unabhängiger Großstudien wischten dieses Gemisch aus Werbung und Verführung vom Tisch und brachten die Wahrheit ans Licht. Über Jahrzehnte hatte man praktisch Brustkrebs verschrieben.
Heute ist die Situation ähnlich bezüglich der Ernährung, nur sind jetzt alle betroffen. Wir sind als Gesellschaft totalen Fehleinschätzungen aufgesessen. Tierprotein fördert in erschreckendem Ausmaß Krebs und Herzprobleme, und so ziemlich alle Zivilisations-Krankheiten wie Diabetes und Osteoporose. Große Studien renommierter US-Mediziner wie Ernährungs-Papst Colin Campbell und Caldwyn Esselstyn zeigen das Ausmaß, in dem Fleisch und Milch(produkte) die Gesundheit bedrohen. Tierisches Eiweiß richtet uns schon seit Jahrzehnten zugrunde und wir haben es - dank Wissenschaft und Werbung - übersehen. Dass die Hälfte der Bevölkerung in Industrie-Nationen wie Deutschland im Laufe des Lebens Krebs bekommt, wird so nachvollziehbarer.
Natürlich ist es auch erschreckend zu erfahren, dass Milch(produkte) Osteoporose den Weg bereiten, besonders wenn Jahrzehnte das Gegenteil von Ärzten und Industrie behauptet wurde. Milch enthält zwar einiges an Kalzium, aber sie entzieht mehr als sie bringt.
Aus dieser Situation ist mein Buch „Peace-Food“ entstanden. Ich sehe es geradezu als ärztliche Pflicht an, die Ergebnisse der neuen großen Studien in verständlicher Weise zu veröffentlichen, um den Zusammenhang zwischen moderner Fehlernährung und dem daraus erwachsenden Leid an Körper und Seele offenzulegen. Bücher wie das Nachschlagewerk „Krankheit als Symbol“ erklären seit Jahrzehnten die seelischen Hintergründe von Krankheitsbildern. Die Seele repräsentiert die eine – für mich sogar wichtigere - Seite der Medaille, der Körper steht für die andere. Letztlich gehören beide untrennbar zusammen und genau das meint Psycho-Somatik.
Seit 40 Jahren vor allem aus Rücksicht auf Tiere vegetarisch lebend, habe ich seit der Stillzeit keine Milch getrunken und auch Eier eher gemieden. Das erschien mir bisher als persönliche Eigenart. Die erwähnten Studien machten mir erst klar, wie dankbar ich meinem Organismus für seinen gesunden Widerwillen sein kann. Seit der Veröffentlichung der Studien wären eigentlich alle Ärzte verpflichtet, ihren Patienten den heutigen Wissensstand über Ernährung in aller Klarheit und ohne Beschönigung mitzuteilen: Essen von Tierprotein ist für Menschen im wahrsten Sinne des Wortes lebensbedrohlich.
Wie schlimm der bisherige Irrtum auch war, es ist nie zu spät umzukehren. Caldwyn Esselstyn, renommierter US-Schulmediziner, belegt mit eindrucksvollen Bildern, wie verschlossene Herz-Kranz-Gefäße sich unter pflanzlicher Diät wieder geöffnet haben. Ex-Präsident Bill Clinton haben diese Ergebnisse veranlasst, ebenfalls vegan zu leben. Die Fakten und Indizien sind erdrückend. Länder mit geringem Milchkonsum wie Japan kennen kaum Osteoporose und Diabetes I. In denen mit noch höherem Milchverbrauch als bei uns wie Finnland sind sie zu Volksseuchen geworden. Und nicht nur Fleisch, von dem dieser Verdacht schon lange besteht und Milch, sondern auch Eier sind wissenschaftlich überführt: Männer die zweieinhalb Eier pro Woche essen, haben ein über 80 % höheres Prostata-Krebs-Risiko als solche, denen ein Ei in zwei Wochen reicht.
Der Ausweg ist so einfach und schmackhaft, wir könnten uns und so vielen fühlenden Wesen so viel ersparen und dabei selbst unglaublich gewinnen. Statt große Kalorienmengen hochwertiger Kohlenhydrate aus Entwicklungsländern an Masttiere zu verfüttern um wenig gefährliches Tiereiweiß zu erwirtschaften, könnte entsprechende Abstinenz uns und den Ärmsten so viel Leid ersparen. Obendrein entfiele für uns die Angst, die wir mit dem Fleisch gequälter und in Todespanik geschlachteter Tiere mitessen.
Seit fast zwei Jahren lebe ich persönlich gänzlich ohne Tiereiweiß und genieße viele Geschenke: Das Essen ist bunter geworden und schmackhafter – und es enthält mehr Antioxidantien und Mineralien. Es wird viel leichter, sein Idealgewicht zu halten, körperliche und geistige Bewegung machen mehr Freude. Körperausdünstungen lassen insgesamt nach und werden angenehmer. Ich verfüge ich über mehr und bessere Energie. Das fühlt sich leicht an und bringt eine angenehm gehobene Stimmung mit sich, die ich durch einen morgendlichen Löffel der Rohkost „Take me“ noch unterstützte. Es geht um Gewinn auf vielen Ebenen: Veganer sind besser durchblutet, weil Tierprotein ein direkter Angriff auf die Gefäße ist, vergleichbar Rauchen und dem Verzehr gehärteter Fette. Außerdem sind Veganer und schon Vegetarier deutlich und wissenschaftlich belegt intelligenter als Allesesser. Ihr durchschnittlicher Intelligenzquotient liegt 6 Punkte höher. Ob sie primär intelligenter sind und deshalb zu pflanzlicher Kost neigen, oder diese sie intelligenter macht durch ihre vielen Vorteile, ist unklar. Wahrscheinlich kommt beides zusammen.
Es gibt jedenfalls keine mir bekannte Verhaltensänderung, die so viel, so rasch auf so vielen Ebenen bringen würde wie Ernährungsumstellung im Sinne von „Peace-Food“. Auf humanitärer Ebene wäre sie die Lösung für das Welthunger-Problem, auf medizinischer ist es der entscheidende Schritt zu eigener Gesundheit, für den Tierschutz wäre es der Durchbruch. Ökologisch ist es wichtiger als die Energie-Wende und beides ist zum Glück möglich. Das Klima profitierte enorm davon, wie auch das Grundwasser, das im Augenblick noch von Gülle-Seen und Kot-Bergen bedroht ist. Vor allem aber würde die Friedfertigkeit in den einzelnen in wunderbarer Weise wachsen.


Dr. med Ruediger Dahlke bildete sich zum Arzt für Naturheilwesen und Psychotherapie aus. Von 1978 bis 2003 arbeitete er als Psychotherapeut. Heute ist er als Fastenarzt, Seminarleiter und Vortragender international tätig. Seine Bücher zu Psychosomatik unter Einbezug spiritueller Themen liegen in 22 Sprachen vor. Weitere Informationen zur Arbeit des Autors auf www.dahlke.at und www.mymedworld.cc


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