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Ausgabe November 2011
Denkwerke für Menschen über die Arbeit von Michael Spengler

Michael Spengler ist Steinmetz und Diplom-Bildhauer und möchte in Zusammenarbeit mit den Angehörigen Verstorbener Grabzeichen entwickeln, die in Form und Material unverwechselbar mit dem Verstorbenen in Verbindung stehen. Er nennt diese individuellen Grab


Als gelernter Steinmetz weiß er um den Charakter und die Eigenheiten der unterschiedlichen Steine. So ist Granit mit menschlichen Zeitvorstellungen kaum fassbar und tendiert nach unserer Wahrnehmung zur Ewigkeit. Marmor kommt ursprünglich aus dem Meer und hat das unvergleichliche Tiefenlicht, was an sensible Haut erinnert. Wenn man ihn poliert, wird er sehr eitel und oberflächlich. Sandstein war ursprünglich etwas ganz anderes und hätte viel zu berichten. Eine Bergspitze etwa, bis diese abbrach und auf dem Weg den Fluss herunter fein zermahlen wurde, um am Ende neu zusammengepresst und verbacken zu werden. Mehr als Stein symbolisiert Holz Veränderung und Verwandlung. Es ist weniger statisch, aber auch „dickköpfiger“. Als Restaurator hat er gelernt, welche Verbindungen dauerhaft sind und wie die Oberflächen behandelt werden müssen, damit sie im Laufe der Jahre schöner werden, weil sie eine Patina ansetzen, anstatt kaputt zu gehen.
So zum Beispiel das „denkwerk“ für Harald Kesselhack: Er reiste gerne. Nach Indien oder der Musik nach, nach Memphis. Zu Hause wurden dann die Platten gehört.
Das „denkwerk“ besteht aus drei runden, schallplattenähnlichen Elementen. Sie sind aneinander gelehnt, wie die Schallplatten aneinander gestanden hatten, für die er in bestimmten Momenten eine Vorliebe gehabt hatte. In alle drei Scheiben sind Spiralen eingearbeitet, die, ähnlich einer Plattenrille, auf die Mitte hin zulaufen. Entlang der Rillen sind Texte eingehauen.
Auf der ersten Scheibe steht sein Name. Entlang der vergoldeten Spirale laufen die Buchstaben und Zahlen bis hin zum Durchbruch in der vergoldeten Mitte und enden dort, wo sonst die Musik endet...


www.denkwerk-berlin.de


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