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Ausgabe Oktober 2011
Andreas Krüger: Die geistige Dimension des Heilens

Andreas Krüger zu der Frage, ob man eine Krankheit erst dann heilen kann, wenn man ihre geistige Dimension erfasst hat.

Nach 30 Jahren Heilertum kann ich die Frage ohne wenn und aber mit Ja beantworten. Die einzige Einschränkung, die ich als demokratischer Therapeut hier mache, ist: Will das Energiesystem des Klienten, dass ich diesen Blick auf seine Krankheit vornehme oder nicht? Es kann auch sein, dass das Energiesystem sagt: Ich will mich überhaupt nicht darum kümmern, warum ich krank bin – ich will nur die Krankheit weg haben. Und dann wäre es therapeutische Gewalt, wenn ich den Patienten zwinge, über die Gründe seines Krankseins nachzudenken. Das ist in meiner Praxis aber nur bei sehr wenigen Menschen der Fall. Wenn ich die letzten 300 getesteten Patienten betrachte, haben davon 99 % Formate getestet, die lösungs- und erkenntnisorientiert sind. Das bedeutet, dass die meisten Patienten, die zu mir kommen, schon ein Interesse daran haben herauszufinden, wo die Ursache der Krankheit liegt und wo der Weg lang geht, aus eigener Kraft gesund zu werden. Gerade wenn man den avatäterischen Gedanken aufnimmt, ist es so, dass jede Krankheit und jedes Leid eine kreative und intelligente Schöpfung ist, um alle möglichen Formen von Glück zu verhindern, weil ganz bestimmte Formen von Glück mit Angst und Schuld belegt sind.
Wenn sich zum Beispiel eine Lehrerin in einen Schüler verliebt, das aber nicht darf, weil dieser Schüler ihr Schutzbefohlener ist, und diese Frau eine schwere Unterleibserkrankung bekommt, dann kann diese Erkrankung ein Ausdruck der Verleugnung dieser verbotenen Liebe sein. Diesen Menschen zu heilen, ist nahezu unmöglich – ob mit Homöopathie oder mit Ata (avatäterisches Geisteshaltungstraining) – wenn dieser Mensch nicht bereit ist zu gucken, wo die gute Absicht des Symptoms ist und wo die verleugnende Intelligenz der Erkrankung liegt. Und natürlich auch, wo die Angst ist, die sie in diese Verleugnung hineinführt. Heilung kann nur dann eintreten, wenn es gelingt, diese Wege zurückzugehen und die behindernden Überzeugungen ausfindig zu machen, wie z.B.: Man darf NIE den Mann der besten Freundin lieben, das ist verboten und dafür wird man gesteinigt. Wir sind alle zu 99% Bonobos und zu 99% eine polyamorische Spezies, aber trotzdem haben wir die Programme von 5.000 Jahren Patriarchat und 2.000 Jahren Christentum im System. Die sind in völligem Widerspruch zu unserer Bonobo-DNS, aber diese Angst und die negativen Erfahrungen sind einfach da. Das herauszufinden, ist die Voraussetzung für Heilung und der nächste Schritt besteht darin, den Geist zu ändern und zu erkennen, dass diese Überzeugungen nicht der menschlichen Natur entsprechen: Sie sind einfach nicht wahr. Das verlangt einen Erkenntnisweg und der macht am Ende Krankheit überflüssig.

Die Energie folgt der Ausrichtung der Gedanken
Der Geist entscheidet: „Ich werde, was ich denke“ – dieses Buddhawort ist sicher richtig, denn wenn der Geist entscheidet, dass der Freund der besten Freundin ein Sünde ist und mit Unterleibskrebs bestraft wird, dann muss die Entscheidung des Geistes aufgehoben werden, um den Unterleibskrebs zu heilen. Im Bonoborudel ist es völlig normal, erotische Beziehungen mit dem Freund der besten Freundin zu pflegen – muss nicht sein, aber kann sein. Aber deswegen muss man keinen Krebs kriegen. Das zu verurteilen ist der entscheidende Schritt, um eine Schuld wachsen zu lassen. Und hier folgt die Energie dem Gedanken.
Der spirituelle Lehrer Art Read hat gesagt: Krebs ist eine Entscheidung und ich habe mich entschieden, ihn zu kriegen. Und um ihn wieder wegzukriegen nützt es nichts, ihn wegzustrahlen, sondern ich muss mich entscheiden, dass ich ihn nicht mehr haben will. Das geht nur im Geist und nur über die Konfrontation mit den Ängsten. Ich habe in den letzten Jahren viele Freunde durch Krebs verloren, die auf dem spirituellen Weg waren. Durch die avatäterische Beschäftigung damit kam ich zu der Erkenntnis der Endverleugnung: Gerade Menschen, die sich spirituell weit entwickelt haben, sterben sehr schnell, weil der Umstand, dass sie sehr weit gekommen sind, in ihnen Ängste vor dieser endgültigen Freiheit aktiviert, die so unvorstellbar groß sind, dass sich das System lieber für den Tod entscheidet als für die endgültige Freiheit.

Buddha und Erleuchtung
Dazu gibt es ein schönes Beispiel von Buddha, der meditierend unter dem Baum saß und sagte: „Hier stehe ich erst wieder auf, wenn ich erleuchtet bin.“ Und was passierte in dem Moment? Alle Dämonen, die es in ihm gab – alle Begierden, die es in ihm gab – alles, was ihm Angst machte – fiel über ihn her und wollte ihn davon abhalten, unter diesem Baum sitzen zu bleiben. Erst nachdem er alle diese Dämonen lächelnd angenommen hat, fiel er in die Erleuchtung. Meine Freunde hatten wahrscheinlich so viel Angst vor diesen Dämonen, dass sie sich lieber entschieden hatten zu sterben. Ihr Geist hatte etwas anderes entschieden.



Andreas Krüger ist Heilpraktiker, Schulleiter und Dozent an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin für Prozessorientierte Homöopathie, Leibarbeit, Ikonographie & schamanischer Heilkunst

Weitere Infos unter www.Samuel-Hahnemann-Schule.de


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