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Ausgabe Juli 2011
KGS Traumkolumne von Klausbernd Vollmar - Ein Traum vom wüsten Land

Träume sind vom Zeitgeist abhängig. Nächtliche Bilder bedrängen uns, die an T.S. Eliots Gedicht „Wüstes Land“ erinnern, Horrorszenarien einer toten Landschaft und Situationen, die sich an Don deLillos Klassiker „Weißes Rauschen“ anlehnen, der den Ausbruch

Äußere und innere Ökologie hängen – nicht nur im Traum – miteinander zusammen. Was wüst und leer erlebt wird, das schreit nach Belebung. Die innere Ökologie beginnt mit dem Aufbau sinnvoller sozialer Kontakte (worauf schon T.S. Eliot 1922 verwies). Die alten Griechen, die der Bildungsbürger stets bei Fragen des Humanismus bemüht, sahen das soziale Engagement als zur Natur des Menschen gehörig. Die unsozialen Menschen nannten sie „Idiotes“. Kurzum, Träumer, die von zerstörter Natur träumen, sollten stets auch ihren Blick darauf richten, wie es mit ihrer inneren Ökologie bestellt ist, d.h. wie offen sie gegenüber ihren Mitmenschen sind, in welchem Maße sie sich sozial engagieren. Unsere innere Landschaft verödet ohne sozialen Austausch, Vereinzelung und Egozentrik sind genauso Umweltgifte wie DDT und Schwermetalle. Und hier schließt sich der Kreis: Es zeigt sich, dass Menschen, die ein natürliches Sozialleben pflegen, auch umweltbewusster sind. Jeder Traum von einer ökologischen Katastrophe verweist auf eine Änderung im inneren und äußeren Lebensstil. – Da sage noch einer, seine Träume zu betrachten sei unpolitische Nabelschau.


Klausbernd Vollmar leitet regelmäßig Traumgruppen in Berlin.
IWeitere Information zur Arbeit des Autors auf www.kbvollmar.de


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