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Ausgabe Juni 2011
Das Wesen des Sufismus, von Sheikh Esref Efendi

Ein Sufi ist stets bemüht, die Nähe zu Gott zu erlangen, indem er jeden Atemzug Seiner gedenkt. Das ständige Gedenken an Gott, der Dhikr, ist die tägliche Praxis der Sufis. Der Dhikr erfolgt durch das Wiederholen der „schönen 99 Namen Allah‘s“, den Esma-u

Der Sufi-Weg ist eine Lebensschule, in dem der Meister, gleichsam eines Coachs, den Schüler trainiert, sein Ego zu zähmen. Das Ego ist der Teil des Menschen, der lediglich weltliche Befriedigung sucht und die seelischen Bedürfnisse, die Hinwendung an Gott, verhindern möchte. Das Eins-Sein mit Gott würde das Auflösen des Egos bedeuten und so ist das Ego bemüht, die Dualität aufrecht zu erhalten. Der Sufi-Meister poliert den rohen Diamanten, befreit ihn von den Ecken und Kanten, den Verunreinigungen des Egos, damit ein wertvoller Diamant, der wahre Mensch, zum Vorschein kommt.
Im Sohbet, der spirituellen Lehrrede oder Ansprache des Sufi-Meisters, werden dem Schüler die Bedeutungen der heiligen Offenbarungen des Schöpfers in zeitgemäßen Bildern und Gleichnissen ins Herz eingegeben, um somit den Sinn der Existenz und Schöpfung zu verstehen und damit seiner wahren Bestimmung zu folgen. Die Bestimmung eines jeden Menschen ist es, Stellvertreter Gottes auf Erden zu sein.
Im Sufismus geht es also um Erziehung und Bewusstwerden, wie man sich im Leben am besten verhält, zu seinem eigenen Wohl und dem Wohl der anderen. Denn die wichtigste Mission der Religionen ist es, die Menschen zur göttlichen Liebe zu führen, durch die richtige Anschauung und das richtige Verhalten; und die Kunst der wahren Dienerschaft - Rabbaniyya - ist das Training auf diesem Weg. Nur in einem wohlwollenden und nutzvollem Dasein liegt die Kunst der wahren Dienerschaft verborgen. Denn in der göttlichen Gegenwart haben alle Seelen die gleiche Herkunft. Dort gibt es keinen Platz für Unterschiede. In der göttlichen Gegenwart tragen alle Seelen die gleiche Kleidung, die Kleidung der Dienerschaft. Wir alle sind die Diener des gleichen Herrn, unseres Schöpfers. Alle heiligen Schriften der Menschheit, von der Bibel bis zum Koran, von der Bhagavad Gita bis zu den Veden, berichten uns von diesen Wahrheiten und alle Propheten, von Adam über Moses, von Jesus bis Mohammed, der Friede sei mit ihnen allen, kamen, um die Menschen auf diese höchste Stufe, zur göttlichen Liebe emporzuheben.
Der Sufismus hat seine Vollkommenheit im Islam (Ergebenheit in Gott) erfahren, folglich ist der Ausdruck Sufismus auch arabischen Ursprungs. Es gibt 40 wahre Tariqa, Sufi-Orden, die sich vielleicht in ihren Methoden, aber niemals in den Richtlinien des Islam unterscheiden. Der Naqshibandi-Rabbani Orden ist der älteste, größte und der einzige, den der heilige Prophet Muhammed, Friede auf Ihm, im Auftrag Allah‘s Selbst gegründet hat. Unser Großsheikh Mevlana Sheikh Nazim El-Rabbani ist der 40. Großmeister in dieser Golden Kette der ehrenwerten Naqshibandi.


Der Autor Sheikh Esref Efendi wurde 1995 von seinem Großmeister Mevlana Sheikh Nazm El Rabbani dazu beauftragt, Menschen in allen Kulturschichten und Nationalitäten anzusprechen und ihnen spirituell beizustehen. So werden seine spirituellen Ansprachen heute von Moskau bis nach London von seiner Schülerschaft in seinen Sufi-Zentren, über das Internet und per Livestream verfolgt.

weitere Information auf www.sufi-zentrum-berlin.de


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