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Ausgabe Mai 2011
Meine Depressionen, Manfred Reher über seinen Heilungsweg

Im Jahr 1996 erhielt ich von meinem Hausarzt die Diagnose: Depressionen. Er gab mir Medikamente(Anti-Depressiva) mit, die ich nach reiflicher Überlegung 2 Tage später ungeöffnet zurück brachte, sinngemäß mit den Worten: „Wissen Sie, ich war in meinem Lebe

Nach langen Kämpfen mit der Krankenkasse wurde mir dann eine stationäre Psychotherapie in der Habichtswaldklinik in Kassel bewilligt. Diese Klinik hatte ich mir selber ausgesucht, weil mich die Angebote dort ansprachen - holotropes Atmen und Meditationen. Es gibt dort auch ein spirituelles Zentrum, in dem Mantren-singen, Tanzen und lösungsorientierte Therapieverfahren angeboten werden. Die benachbarte Kurhessen-Therme und der Bergpark Habichtshöhe ließen meine Lebensfreude in Ansätzen wieder aufkommen.
In der Gruppen- und Einzeltherapie bei einer hervorragenden Therapeutin, die gleichzeitig meine zuständige Ärztin war, habe ich mir innerhalb von 5 ½ Wochen alle Lebensthemen sehr intensiv angeschaut. Seitdem habe ich neue Quellen der Lebensfreude entdeckt, die mich bis heute begleiten.
Vor der Kur hatte ich Schlafstörungen, fühlte kaum noch Lust am Leben; danach lebte ich ein glücklicheres Leben. Für mich als zutiefst spirituellem Menschen war das, was ich da in der Depression erlebte das, was die Mystiker die dunkle Nacht der Seele oder Stanislaf Grof eine spirituelle Krise nennen. In dieser Phase, die bei vielen Menschen erscheint, die regelmäßig meditieren, braucht es psychotherapeutische Begleitung.
Wenn wir uns erlauben, alle Gefühle, auch die sogenannten negativen wie Trauer und Wut zu spüren, kann Heilung geschehen.
Luise Reddemann betont dies in ähnlicher Weise als Arbeitsbasis, indem sie sagt: „Probleme lassen sich leichter lösen, wenn jemand in guter Verfassung ist. Dazu ist es zunächst einmal wichtig, den Patientinnen zu helfen, dass sie ihren hohen Stresspegel senken können und dann dazu, dass sie zu ihrer Kraft finden. Im Grunde kann dabei jede Fähigkeit und jede Stärke, die jemand hat, als Ressource genutzt werden“ (Script von P. Findeisen-Homepage Caduceus-Klinik).

Wege aus einer Lebenskrise
Welche Stärken habe ich? Was habe ich alles schon durchgestanden und wie habe ich das erreicht? In einer ressourcenorientierten Psychotherapie richtet sich der Blick weniger auf die Defizite und Probleme im Leben, sondern mehr auf seine positiven Erfahrungen, Kompetenzen und Möglichkeiten, wie Humor, Ausdauer, Kreativität oder Naturliebe - solche Erfahrungsschätze - auch Ressourcen genannt - gehen im Stress aktueller Lebenskrisen häufig verloren. Die Psychotherapeutin Luise Reddemann, eine Pionierin auf dem Gebiet der ressourcenorientierten Psychotherapie, beschreibt, wie man sie wieder entdecken kann und eine Lehrerin erzählt, wie sie mittels einer ressourcenorientierten Psychotherapie aus einer großen beruflichen und privaten Erschöpfung herausgefunden hat (vgl. Filmbericht SWR-Homepage Caduceus-Klinik).


Der Autor Manfred-Johannes Reher ist Lehrer der Würzburger Schule der Kontemplation.
Weitere Information auf www.kontemplatives-handauflegen.de


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