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Ausgabe Februar 2011
Schamanischer Seelenflug
Interview mit Juliane Koch


Mental- und Astralwanderung gehören zu den ältesten magischen Heilverfahren der Menschheit. Wir sprachen mit Juliane Koch, die u.a. vom mexikanischen Schamanen Edgar Orea „Agustin“, einem Schüler Carlos Castanedas, ausgebildet wurde, über die Bedeutung vo

Als Heilpraktikerin, Physiotherapeutin, Yogalehrerin und TCM-Therapeutin hast du einen tiefen Einblick in verschiedene Heilverfahren. Was ist das Besondere an den “Reisen” in deinen schamanischen Seminaren?

Es gibt zwei Arten. Traumreisen beginnen mit angeleiteten Visualisierungen zu einem speziellen Thema, wie Tod, Reinigung oder Innerer Mann bzw. Innere Frau, und gehen dann in eigene Bilder über. Trommelreisen haben eine klare Absicht, wie den inneren Lehrer zu finden, zu heilen oder auch in Naturelemente einzutauchen. Sie sind dabei von Anfang an nur durch den monotonen Trommelschlag geführt. Mein Stärke liegt im Fühlen der Energien, die jeder mitbringt. Ich sammle die Energien meiner Teilnehmer ein, vereinige die Gruppe und katalysiere die Gesamtenergie im Raum, so dass es den Teilnehmern leichter fällt, neue Erfahrungen zu machen und tiefer in das eigene Sein einzutauchen. Hierfür kann ich Energiefelder erzeugen und auf die Teilnehmer übertragen. Es entsteht Offenheit, Vertrauen und das öffnet Türen. Manch einer lässt sich einfach aus dem Stand nach vorne fallen in gefühlter Freiheit des Fliegens. Meine Intuition ist dafür sehr ausgeprägt. Ich selbst in meinem Leben träume oft, was kommen wird. Ich fühle Auren, sehe Lichterscheinungen, höre den inneren Klang.


Welchen Einfluss haben Rhythmus und Ton?

Die Trommel erzeugt eine treibende Kraft, die weitere Funktionen übernimmt. Die Verbindung zur Anderswelt wird hergestellt und allgemein die Gruppendynamik gefördert. Die durch den monotonen Rhythmus entstehende Bewegung hilft jedem einzelnen Teilnehmer, in seinen eigenen Prozess zu gelangen. Der Rhythmus treibt an, verbindet die Gruppe und integriert den Atem in die Bewegung. Aber auch rhythmische Musik und Mantras laden ein, dem Körper freien Lauf zu lassen und das inneres Wesen zu vertanzen. Gesang und einzelne Töne, die aus dem Inneren kommen, sind dann Ausdruck der Seele und bilden eine Brücke zum Übergang in die Anderswelt oder in die eigenen Tiefen. Mein eigener Tanz kann ebenfalls ein Katalysator sein, um Heilungsprozesse zu beschleunigen. Ich veratme und vertanze die Energien von Menschen und kann sie dadurch in ihrem eigenen Prozess sehr voranbringen.


Geht es beim Tanz vor allem um Trance?

Unter anderem. Tanz kann zur Trance führen, indem eine Bewegung gleichförmig wiederholt wird. Das Gehirn arbeitet während der Trance im Bereich der Thetawellen, so dass wir die Erfahrung einer außeralltäglichen Wahrnehmung machen können. Körperliche Entspannung geht hierbei mit wachem Bewusstsein einher. Der Tanz ist aber auch eine wunderbare Möglichkeit, in Ekstase zu geraten, die erregend und aus-sich-heraustretend ist. Dazu wird intuitiv das momentane Befinden in körperlicher Bewegung ausgedrückt. Der Atem sollte lang und tief sein, um viel Sauerstoff ins Blut zu bekommen, wie Feueratem oder holotroper Atem. Dadurch werden Vorgänge im Körper in Gang gesetzt, die helfen, das Alltagsbewusstsein zu verlassen und Hindernisse zu überwinden. Der ekstatische Tanz ist dann eine erlebte Befreiung von Zwängen, Emotionen und Blockaden. Er entspannt, heilt, verbindet, mobilisiert viel Energie und macht einfach glücklich.

Vielen Dank für das Gespräch.

Musik-Tipp:
David Parsons, „Dorje Ling“, CD


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