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Ausgabe Februar 2011
Was ist Magie // Die Welt zwischen Himmel und Erde
Beitrag von Haidrun Schäfer


Magie – von griechisch mageia – ist die Kunst der Magier, Einfluss auf Ereignisse oder Menschen zu nehmen und dafür übernatürliche Kräfte zu nutzen. Laut Duden ist Magie „eine Geheimkunst, die sich übersinnliche Kräfte dienstbar zu machen versucht“. Um di

Wie oben, so unten
Wir bezeichnen alles als magisch, was wir uns rational nicht erklären können. Unser Verstand mit der Fähigkeit des logischen Denkvermögens ist ein hilfreiches Werkzeug, um als Menschen auf dieser Erde zu leben und die kausalen Entsprechungen zu verstehen: Es passiert etwas, WEIL es einen Auslöser gab. Magie macht sich die sogenannten übernatürlichen Kräfte zunutze und basiert auf einem analogen Weltbild, das mit einem Denken in Entsprechungen, mit Bildern und Symbolen, arbeitet. Es passiert etwas UND es gibt ein paralleles Ereignis. Dieses Denken basiert auf dem hermetischen Grundsatz „wie oben, so unten“, „wie innen, so außen“, „wie im Großen, so im Kleinen“ und geht davon aus, dass auf einer geistig-energetischen Ebene alles miteinander verbunden ist und damit auch beeinflussbar.

Weiße und schwarze Magie
Man unterscheidet zwischen weißer und schwarzer Magie. Weiße Magie hat Heilung und Schutz zum Ziel und dient der Erfüllung von Wünschen nach Gesundheit, Liebe und Glück. Sie kann nichts Schlechtes bewirken, sondern im schlimmsten Fall passiert nichts.
Schwarze Magie richtet dementsprechend den Fokus auf Verwünschungen und Schaden. An ihr verbrennt man sich zwangsläufig irgendwann die Finger.
„Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los!“, kreischt Goethes Zauberlehrling. Erst der alte Meister kann den Zauber bannen. Es versteht sich von selbst, vorsichtig mit den übernatürlichen Kräften umzugehen...
Magie braucht Hilfsmittel
Magische Handlungen werden in der Regel von Ritualen, Werkzeugen und Zaubersprüchen begleitet. Grundwerkzeuge sind die vier Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft. Weiterhin werden die vier Grundsymbole des Tarot verwendet: Schwert, Stab, Kelch und Scheibe. Zaubersprüche geben den gegenständlichen „Zutaten“ eines magischen Rituals oft erst die erforderliche Wirkung.
Auch Gebete sind im Grunde Zaubersprüche und damit ist jeder Gottesdienst eine magische Handlung.


Wunder und Glaube
Einer der bekanntesten Menschen, der „Wunder“ vollbringen konnte, war Jesus von Nazareth. Er konnte Dämonen austreiben, Kranke heilen, Blinde und Taubstumme erlösen. Auch die Wandlung von Wasser in Wein gehört zu den wundersamen Handlungen, zu denen Jesus fähig war.
In vielen Berichten spielt das Glaubensmotiv eine Rolle. Der Zuspruch, „dein Glaube hat dich gerettet“ stellt das unbedingte Vertrauen des Hilfesuchenden in Jesus bereits als Heilung fest, noch bevor diese eingetreten ist.
Der Begriff des Wunders stammt vom griechischen thauma für Erstaunliches oder Außergewöhnliches, das Verwunderung und Erstaunen auslöst. Laut Wikipedia versteht man darunter „ein Ereignis in Raum und Zeit, das menschlicher Vernunft und Erfahrung und den Gesetzlichkeiten von Natur und Geschichte scheinbar oder wirklich widerspricht. Dabei ist zu beachten, dass die heutige Vorstellung von einem Wunder als ‚übernatürlich’ erst in der Neuzeit entstand; sie setzt Wissen um die Existenz von Naturgesetzen voraus.

Für die Menschen in Antike und Mittelalter hingegen, für die bereits Phänomene wie Blitz und Donner unerklärlich waren und die einer scheinbar ungeordneten, regellosen Umwelt gegenüberstanden, war die Grenze zwischen ‚Möglichem’ und ‚Unmöglichem’ weitaus durchlässiger.“
In Indien lebt heute eine Heilige mit dem Namen „Amma“. Sie wurde bekannt, weil sie seit Jahren um die ganze Welt reist, um bei ihren Darshans Menschen in ihre Arme zu schließen. Vor vielen Jahren forderten die Menschen ein Wunder von ihr, um an sie glauben zu können. Sie sagte: „Ich bin nicht daran interessiert, Glauben durch Wunder zu erzeugen, sondern ich bin hier, um euch zu helfen, die Wahrheit zu erkennen. ... Wunder sind nur Illusionen. ... Ich bin hier, um Verlangen auszurotten, nicht, um es zu erzeugen. ... Um euch Glauben zu schenken, werde ich euch ein Wunder zeigen. ... Und danach bittet mich nie wieder, ein Wunder zu vollbringen.“
Später verwandelte sie vor einer großen Menschenmenge Wasser zuerst in Milch und dann in Pudding. Immer mehr Menschen kamen und obwohl in dieser Nacht etwa 1.000 Menschen aus einem Literkännchen mit dem wohlschmeckenden Pudding bedient wurden, wurde es dabei nicht leer und der süße Duft des Puddings haftete noch für mehrere Tage an den Händen der Menschen.
Fazit: Unsere physische Realität ist nichts weiter als eine „elektronische Traumwelt“ Gottes. Durch die Kraft ihrer Gedanken, Visualisierung und Willenskraft können die großen Meister die Atome in jeder gewünschten Form kombinieren und manifestieren.


Magie ist eine Weltanschauung
Die Magierin Ansha definiert Magie als „die willentliche Bewusstseinsveränderung mit dem Ziel, ein selbstbewusstes, selbstbestimmtes, kreatives Leben zu führen und dabei niemandem zu schaden.“ Im Weltbild der Magie gibt es einen Schöpfer oder einen Initiator und jeder Gedanke von ihm führt zu einer Verwirklichung. Weiße Magie ist ein möglicher Weg der Seele, sich mit ihrem göttlichen Ursprung und damit mit der Schöpferkraft zu verbinden. Wenn wir also Magie wirken, nehmen wir willentlich Einfluss auf das Leben. Ob kochen, dichten oder singen – mit jedem befriedigenden Akt haben wir Magie bewirkt. Magie ist eine Quelle, auf die wir alle Zugriff haben. Jeder Gedanke kommt aus dieser Quelle, denn ein Gedanke ist der Beginn der Schöpfung. Insofern sind wir alle Magier!


Schöpfungskraft und Kreativität
Die Verbreitung von esoterischem Wissen auf der einen Seite und der Boom von Romanen, die Magie zum Zentralthema machen – so wie Harry Potter – zeigen, wie groß unser Bedürfnis nach Spiritualität ist. Unser Alltag ist voller magischer Rituale: Jeder morgendliche Kaffee ist beseelt von dem Pflanzengeist der Kaffeepflanze. Wir sind spirituelle Seelen, die menschliche Erfahrungen machen. Wenn wir unsere hotline zu Gott von unserem Verstand abklemmen lassen, tun wir uns keinen Gefallen. Ob Astrologie, Schamanismus oder Channeling, Homöopathie, Akupunktur oder Naturheilkunde – alles basiert auf einem analogen Weltbild – und das mit Erfolg.

Buchtipps:
Ansha: Das große Praxisbuch Weiße Magie, Südwest
Frater V.D.: Schule der Hohen Magie, Ansata
Judith Cornell: AMMA – das Leben umarmen, Theseus


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