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Ausgabe November 2010
Yoga und Klang - CD von Arne Frercks

Klänge für Körper, Geist und Seele

Anlässlich zweier neuer CD Publikationen des Musikers und Klangbehandlers Arne Frercks sprach KGS mit dem Künstler über seinen Weg und seine Musik.

KGS: Arne, wie bist du zur Musik gekommen?

Arne Frerks: Ich stamme aus einer Familie, in der Musik immer schon eine große Rolle spielte. Meine Mutter gab Musikuntericht für Kinder und hat selbst Instrumente gespielt. Es lag nahe, dass ich mich auch mit Musik befasse. Ich habe mit elf Jahren angefangen, Gitarre zu spielen.


Später hast du dich für die Musik als Beruf entschieden. Wie kam es dazu?

Das war ein langer Weg und die meiste Zeit war ich weit davon entfernt, von der Musik leben zu können. Zu Beginn der neunziger Jahre, nach einem dreimonatigem Griechenlandaufenthalt, bei dem ich am Hafen von Naxos das Straßenmusizieren für mich entdeckte, spielte ich mit drei Kollegen für zwei Jahre auf Berlins Straßen, Bahnhöfen und Kneipen. Das war eine Zeit, in der ich tatsächlich nur von Musik leben konnte, allerdings war unser Lebensstandart damals auch nicht sehr hoch. Ich habe dann über Jahre meinen Lebensunterhalt hauptsächlich in der Behindertenarbeit verdient, eine Ausbildung zum Heilpraktiker gemacht und Jahre später, nach einem längerem Amerikaaufenthalt, endlich einen Weg gefunden, Musik mit im weitesten Sinne heilpraktischer Tätigkeit zu verbinden.


Du bezeichnest dich selbst als Klangbehandler?

Ja, ich empfinde mich nicht wirklich als Therapeut.
Ich nutze die bewegende Wirkung der Musik, um Menschen in Entspannung und eine bessere Selbstwahrnehmung zu begleiten. Ich arbeite mit obertonreichen Saiteninstrumenten wie Klangliege oder Körper Tambura, die ihre Schwingung unmittelbar auf den Körper übertragen und Klang so fühlbar werden lassen.


Auf deiner neuen CD sind sehr viele Instrumente zu hören. Die Gitarre, das Klavier, aber auch viele Instrumente, die ich noch nie gehört habe.

Ich habe über die Jahre eine Menge Instrumente gesammelt oder entwickelt, die sich gut für meine Arbeit eignen - zum Beispiel eine von mir entwickelte Klangdusche aus Röhrenglocken, verschiedene Monochorde, Tuned Drums, Schlitztrommeln aus Holz, die vom Klang an ein Xylofon erinnern und die es in den verschiedensten Größen und Stimmungen gibt. Ich benutze verschiedene Sansulas, ein ursprünglich afrikanisches Instrument mit Metallzungen, das mit den Fingern gespielt wird. Dann natürlich die Hang, ein für mich ganz wichtiges Instrument. Die Hang ist eine Weiterentwicklung der Steeldrum, sie sieht aus wie ein Ufo, nach außen gewölbtes Metall und wird ausschließlich mit den Händen gespielt. Außerdem bin ich ein großer Fan von Instrumenten, die eigentlich gar keine sind: Küchengeräte, Edelstahl-Salatschüsseln, Gläser, Kartons, Holzkisten. Ich habe vieles davon auf der CD benutzt. Insgesamt komme ich auf etwa fünfzehn verschiedene Instrumente plus einer Menge Geräusche, die ich über die Jahre mit meinem Dat-Recorder aufgenommen habe.


Deine neue CD heißt "Truth or Consequences". Wie bist du auf diesen Titel gekommen?

Das ist eine wahre Geschichte. Ich hatte ein knappes Jahr in einer Gemeinschaft auf Hawaii im Dschungel verbracht und bin anschließend noch einen Monat auf dem amerikanischen Festland gereist, mit dem Auto von LA nach New Mexiko, habe das Allein-Sein genossen und landete schließlich in einem Ort namens Truth or Consequences. Das ist ein guter Ort, um nachzudenken, wie es weitergehen soll, habe ich mir gedacht. Ich habe ungefähr eine Woche in Truth or Consequences verbracht. Dort hat mir zum ersten Mal jemand eine Körper-Stimmgabel auf das Brustbein gesetzt und ich wusste, ich möchte mich künftig genau dieser Art von Klangkörperarbeit widmen. Als ich zurück in Berlin war, hat mir jemand von Klangliegen erzählt und die Dinge nahmen ihren Lauf.
Truth or Consequences heißt soviel wie Wahrheit oder Pflicht und war eine TV Gameshow der fünfziger Jahre, nach der dieser Ort benannt ist.
Der Titel passt für mich auf unterschiedlichste Weise.


Deine Neue CD stellt elf Kompositionen vor, die miteinander verwoben wirken. Welches Konzept steht hinter dieser Anordnung?

Die Musik reflektiert meine beiden USA Aufenthalte, es ist eine Art musikalischer Reise. So nutze ich auch Originalaufnahmen von diesen Trips für die einzelnen Stücke. Ich traf ich in Montana beispielsweise einen Schamanen namens John. Im Stück "Johns House" verwende ich Hintergrundgeräusche, die ich bei ihm in der Straße aufgenommen habe.


Was ist deine Empfehlung, wie kann oder sollte man deine Musik hören?

Ich höre Musik, instrumentale Musik, am liebsten beim Spazierengehen. Natürlich kann das jeder machen, wie er möchte, aber zu empfehlen ist, sie eher in einem entspannten, ruhigen Zustand zu hören. Doch natürlich kann man die Musik auch beiläufig hören, zum Beispiel beim Auto fahren. Da es keine Meditationsmusik ist, kann man das durchaus machen.


Deine andere neue Produktion, die du zusammen mit dem Berliner Yogalehrer Stefan Datt augenblicklich produzierst wird ebenfalls Ende Oktober erscheinen.

Ja, sie wird einmal mit und einmal ohne Stefans Stimme und Anleitungen produziert und resultiert aus unseren gemeinsamen Erfahrungen aus unseren Yoga und Klang Abenden, die wir im letzten Jahr gegeben haben. Diese Musik ist auch nicht zwingend nur im Yogakontext zu nutzen, sondern funktioniert auch für sich alleine. Sie ist schon eher eine Meditationsmusik und als solche für die eigene Praxis zu nutzen.


Arne, ich danke dir für das Gespräch.


Arne Frercks, "Truth or Consequences", 15 Euro. CD-Bestellung und Hörproben auf www.klangbehandlungen.de

"Yoga & Klang" Doppel CD, 18 Euro
Bestellung auf www.yoga-berlin.de


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