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Ausgabe November 2010
Kunyaza - Eine afrikanische Liebeskunst
über das Buch von Dr. Nsekuye Bizimana


"Kunyaza" ist eine traditionelle Form der körperlichen Liebe, die in Zentralafrika entwickelt wurde und dort bis heute praktiziert wird. Der in Berlin lebende Arzt Dr. Nsekuye Bizimana möchte diese Praktik mit seinen Vorträgen und der Veröffentlichung sei

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Die Liebestechnik "Kunyaza" wird seit Hunderten von Jahren in Burundi, Ruanda, im Osten der Demokratischen Republik Kongo sowie im Westen von Uganda und Tansania praktiziert. Sie ist, anders als andere sexuelle Praktiken wie Tantra oder die im Kamasutra dargestellten Techniken, bisher kaum in Europa bekannt geworden, und das rührt daher, dass Kunyaza wie alles traditionelle Wissen Afrikas ausschließlich mündlich von einer Generation zur nächsten weitergegeben wurde - es gibt also nur wenige schriftliche Aufzeichnungen zu diesem Thema.
Es ist der Mann, der im Liebesakt Kunyaza anwendet: Er nimmt seinen erigierten Penis in die Hand und klopft mit der Spitze der Eichel rhythmisch und in bestimmten Bewegungsrichtungen auf die erogenen Zonen der weiblichen Vulva. Diese Praktik kann mit einer Penetration verbunden werden, wobei der Mann die erogenen Zonen in der Vagina ebenfalls mit eher ungewöhnlichen klopfenden schrägen und kreisenden Bewegungen sowie verschiedenen Arten von Stößen stimuliert.


Weibliche Ejakulation - ein erstaunliches Phänomen

Durch die innere und äußere Stimulation und mit zunehmender sexueller Erregung steigen die Durchblutung der weiblichen Sexualorgane und die Durchlässigkeit der Blutgefäßwände, wodurch mehr und mehr Flüssigkeit in den Scheidenkanal gelangt. Dieses sogenannte "Transsudat" und die Flüssigkeit, die von der weiblichen Prostata ausgestoßen wird, sind die Quelle des Ejakulats der Frau. Als "weibliche Prostata" wird nach neuestem Stand der Forschung eine Ansammlung von Drüsen bezeichnet, die um die Harnröhre herum in der Nähe der äußeren Harnröhrenöffnung liegen. Es ist kaum zu glauben, aber manche Frauen können bei sexueller Erregung bis zu einem Liter Flüssigkeit ausstoßen!
Die Erfahrungen vieler Frauen unterschiedlichster Herkunft haben gezeigt, dass sich Kunyaza hervorragend dazu eignet, sie zum Höhepunkt zu bringen - und das sogar mehrmals hintereinander. So erzählt die Sexualerzieherin Katana in einem Workshop zum Thema "Sexualität": "Ich selbst hatte keine Ahnung von weiblicher Ejakulation, bis ich meinen jetzigen Liebhaber kennenlernte. Am leichtesten wird sie durch die Technik des Kunyaza ausgelöst. Wenn euer Liebhaber weiß, worauf es ankommt, können ganze Flüsse aus euch herausfließen und ihr könnt dabei mehrere Orgasmen nacheinander haben."


Das Mysterium "Klitoris"

Die Klitoris ist das Lustorgan der Frau. Sie stellt das Herzstück der weiblichen Erotik dar. Doch dieses Organ ist viel komplexer als das, was wir von außen wahrnehmen. Es setzt sich aus fünf Teilen zusammen: Klitorisvorhaut, Klitoriseichel, Klitoriskörper - und zwei paarigen Säulen, die im Körperinneren liegen. Die Klitoriseichel enthält doppelt so viele Nervenendigungen wie die Eichel des männlichen Gliedes und reagiert deshalb auch wesentlich empfindlicher auf Berührung. Der Klitoriskörper stellt die Verlängerung der Klitoriseichel dar und endet am Schambein, wo er auch befestigt ist. An dieser Stelle teilt er sich in zwei jeweils aus Vorhofschwellkörper und Klitorisschenkel bestehende Säulen, die die Form eines umgedrehten V haben und Vagina sowie äußere Harnröhrenmündung einrahmen. Mit Kunyaza werden nun nicht nur die äußeren, sondern auch die im Körperinneren liegenden Teile der Klitoris stimuliert, die mit oralen oder manuellen Techniken nicht zu erreichen sind.

Die Studien des US-amerikanischen Sexualforschers Alfred Charles Kinsey sowie die des deutschen Arztes Ernst Gräfenberg haben gezeigt, dass die Frau neben der Klitoris auch andere Zonen besitzt, die bei richtiger Stimulation ebenfalls zum Orgasmus der Frau beitragen: die kleinen Schamlippen, den Scheidenvorhof, den Bereich um die äußere Harnröhrenmündung, die Harnröhre, den Scheideneingang, die Scheidenwände, die weibliche Prostata und den Damm. Diese Bereiche werden bei der afrikanischen Liebeskunst ebenfalls ausgiebig stimuliert, sodass Kunyaza dazu beitragen kann, das Liebesleben aller Frauen zu bereichern, unabhängig davon, welche Zone bei ihnen am sensibelsten reagiert.

Dr. Nsekuye Bizimana: Kunyaza - Multiple Orgasmen und weibliche Ejakulation mit afrikanischer Liebeskunst, Hans-Nietsch-Verlag, Freiburg 2009, 165 Seiten


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