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Ausgabe November 2010
Tantra - Die Heiligung des Körpers
Ein Beitrag vom Tantralehrer Christian Schumacher


Tantra ist ein Wort aus dem Sanskrit, das man im Deutschen mit "sich ausdehnen" übersetzen kann. Es gibt da die unterschiedlichsten Schulen. Osho, ein indischer Mystiker, war derjenige, der Tantra in die westliche Welt eingeführt hat. Daraus haben sich da

Um dem Tantra die exotische Unnahbarkeit zu nehmen, benutze ich gerne die Übersetzung des Sich-Ausdehnens und benenne damit den Kern, um den es beim Tantra geht. Meines Erachtens ist Tantra ein Weg, sich in all das, was da ist, hinein zu entspannen, sich auszudehnen. Im Westen wird Tantra oft nur mit Sex gleichgesetzt. Natürlich ist Sexualität ein Bestandteil von Tantra, aber die Ausschließlichkeit ist ein großes Missverständnis. In den weit über 100 tantrischen Sutren, die eine Art Lehrsätze sind, geht es gerade mal in zwei Sutren um das Thema Sexualität. Dass Tantra mit Sexualität in Verbindung gebracht wird, liegt daran, dass Tantra als spirituelle Lebenspraxis eine der wenigen spirituellen Strömungen ist, die die Sexualität nicht verdammen oder verteufeln.


Tantra und Sex

Gerade in den 60iger und 70iger Jahren wurde Osho auch im Westen bekannt. Er hat die Sexualität als einen Teil des menschlichen Lebens definiert, den wir nicht unterdrücken können, weil sie sich sowieso ihren Weg sucht. Und er hat auch viel über das Thema Sexualität im Zusammenhang mit spiritueller Praxis gesprochen. Er hat dann den Aspekt von Tantra als Transformation der Sexualität durch Meditation herausgearbeitet.


Tantra heute

Entspannung, Ausdehnung und Bewusstheit, die uns der tantrische Ansatz vermittelt, sind meines Erachtens Qualitäten, die ein notwendiges Gegengewicht in einer so stressgeplagten Gesellschaft wie der unsrigen geben. Ziel- und Leistungsorientiertheit, Druck und Spannung verursachen Symptome, die sich in Burn-Out, Depression und vielen anderen stressbedingten Funktionsstörungen der heutigen Zeit widerspiegeln.
Natürlich finden wir diese Überbetonung auch in unserer Sexualität wieder. Leistungsdruck und die daraus resultierende Unlust sind eine häufige Folge. Paare möchten sich lieben, wissen aber nicht mehr, wie sie zueinander finden können.
Ganz allgemein kann ich aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass Tantra neue Türen öffnet, die es uns ermöglichen, wieder einen heilsamen Umgang mit uns selbst, dem Anderen und unsrer Erde zu entwickeln.


Tantraseminare

In unseren Seminaren geht es hauptsächlich um den Aspekt der Entspannung. Wir vermitteln keine Techniken, wie man besseren Sex haben kann, indem man die eine oder andere Stellung einnimmt. Uns geht es um Entspannung über Körperarbeit, weil wir nur dann wirklich den Moment im Hier und Jetzt wahrnehmen und genießen können, wenn wir in unserem Körper präsent sind. "Im Körper sein" hört sich so einfach an, aber es ist für uns westliche Menschen eine große Herausforderung, weil wir in einer Kultur leben, in der wir uns im Grunde immer mehr "entkörperlichen" - sei es durch die virtuellen Welten des Internets, des Medienkonsum und durch den Druck im Alltag.
In unseren Seminaren stellen wir wieder eine Verbindung zum eigenen Körper her. Wir unterstützen die Paare auch darin, mehr Bewusstheit für ihr Denken und ihre Gefühle, ihre Kommunikationsmuster und ihre Gewohnheiten im Sex zu bekommen.




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