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Ausgabe Mai 2010
Die Natur als Kraftquelle
ein Interview von Haidrun Schäfer mit Jessica John (Alveda) und Tochter (Ava)


Der schamanische Jahreskreis – im Süden von Berlin
Alveda und Ava wissen aus eigener Erfahrung, wie vitalisierend es ist, Tage in der Natur zu verbringen. Sie laden Städter ein, sich ihrer Führung anzuvertrauen und aus der Natur Kraft zu schöpfen – mehr j

Haidrun Schäfer: Ihr ladet Großstadtmenschen ein, einen besonders gestalteten Tag in der Natur zu verbringen, um wieder Energie zu tanken und den sogenannten Akku aufzuladen.

Ja - wir alle haben das Bedürfnis nach einem Ort der Geborgenheit, an den man sich zurückziehen, ausruhen und auftanken kann. Für uns ist dies die Natur - sie ist eine starke Quelle, um Kraft zu schöpfen. Dieser Ansatz stammt aus dem Schamanismus und ist die älteste Methode, mit deren Hilfe Menschen versuchen, sich mit der Natur zu verbinden, um Lebenskraft und Seelenstärke zurück zu bekommen.


Wie sieht das ganz konkret aus?

Wir gestalten Feste und Rituale im Kreislauf der Jahreszeiten. Der Tag in der Natur wird ein Stück weit ein Abenteuer - zum einen durch die Begegnung mit der Natur- und Pflanzenwelt und zum anderen auch durch die individuellen Charaktere der Teilnehmer. Wir geben einen Rahmen vor, aber geschmückt wird der tatsächliche Ablauf mit Hilfe derjenigen, die daran teilnehmen.
Die Ausflüge gehen um 11 Uhr los und werden mit der untergehenden Sonne beendet. Wir wandern gemeinsam zu besonderen Kraftorten z.B. in den heiligen Hain, zu wunderschönen Lichtungen, auf Wiesen, an Bächen und zu Seen und verweilen dort, um Feste zu feiern und Rituale zu zelebrieren.


Was macht ihr für Rituale?

Im März gab es das Frühlingsfest Ostara, wo es um das Erwachen von Mutter Erde ging. Dazu hatten wir ein großes Kesselfeuer, in dem das verbrannt wurde, was wir loslassen wollen und gleichzeitig bemalten wir als Lebenssymbol ein Wunsch-Ei. Bei den Ritualen geht es darum, wieder Kraft zu schöpfen, indem man sich mit der Natur verbindet und sich in den Kreislauf ein-bindet.
Jedes Ritual ist individuell, denn es wird von den Menschen gestaltet, die es kreieren. Jeder kann seine Beweggründe schildern und vor allem seine Wünsche und Visionen einbringen.


Welches Thema hat das nächste Treffen?

Bei Beltane am 1. Mai geht es darum, das explodierende Leben zu feiern. Dazu werden wir einen Maibaum schmücken und ein ausgelassenes Fest mit Freude und Dankbarkeit feiern. Frische selbstgemachte Waldmeisterbowle ist an diesem Tag etwas ganz Besonderes. Natürlich geht es im Wonnemonat Mai auch um die Liebe, wozu jeder das Orakel befragen kann.


Wie geht es im Juni weiter?

Am 19. Juni feiern wir den längsten Tag des Jahres mit Heiterkeit, Lachen und genießen mit allen Sinnen die Fülle und den Reichtum des Lebens und der Natur. Wir wandern gemeinsam zu einer sonnigen Lichtung, die direkt am See liegt, um dort unser Fest zu zelebrieren. In diesen Tagen hat die Sonne ihren Höhepunkt erreicht. Es ist Mittsommer und Rosen und andere Sommerblumen erblühen in vollster Pracht. So wie die Früchte des Lebens heran reifen, so können das auch unsere Ziele und Wünsche.
Bei diesem Ritual danken wir der mächtigen Feuerkraft der Sonne als Symbol für Kreativität, die alles heran reifen lässt. Dieser Tag ist die beste Zeit, um einen Reichtumszauber zu zelebrieren. Dazu schmücken wir unseren Altar mit roten Rosen, roten Beeren, roten Speisen und Getränken, denn die Farbe Rot symbolisiert das Sonnenfeuer. Am Ende der Zeremonie kann jeder, der möchte, ein erfrischendes Bad im See nehmen.


Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Alveda: Mein Hauptinteresse galt schon immer der Natur mit all ihrer Vielfalt, ihren Pflanzen und Tieren. Ich möchte meine Erfahrungen mit anderen Naturinteressierten teilen. So entstand die Vision, die Begegnung in die freie Natur zu verlegen, um die Urkraft zu spüren und als Kraftquelle zu nutzen.

Ava: Mir geht es darum, dass Menschen der Natur wieder begegnen. Wir sind in den Kreislauf der Natur eingebunden und dieses Wissen, bzw. Fühlen möchte ich vermitteln. Mit Hilfe von Meditationen oder Ritualen können wir eine unglaubliche Kraft mobilisieren, die uns dann im Alltag zur Verfügung steht. Unsere Arbeit basiert auf zwei Grundpfeilern: ein Ort in der Natur und eine Gemeinschaft.


Wie ich euch einschätze, habt ihr noch Visionen, die aus den Jahreskreistreffen wachsen können...

Ein fester Ort der Begegnung, der Achtsamkeit dem Leben gegenüber. Ein Ort der Einfachheit und Freude, wo wir uns noch viele Ideen einfallen lassen können. Alles, was aus dem Herzen sprudelt und Anklang findet, ist willkommen.


Ich wünsche euch viele befruchtende Begegnungen mit den Menschen, die zu euch finden!



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