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Ausgabe April 2010
Wenn Aufstellungen allein nicht helfen
Ein Erfahrungsbericht der Klopfakupunktur vonRamoda Austermann


Ramoda Austermann integriert in die Arbeit der Familienaufstellung die Klopfakupunktur und hat damit bei traumatischen Erlebnissen gute Erfahrungen gemacht.

In meiner langjährigen Tätigkeit als Familienaufsteller habe ich immer wieder erleben können, wie viel Dankbarkeit, Versöhnung und Liebe während der Aufstellungen die Menschen erfüllt.
Aber was ist, wenn ein Trauma jegliche Gefühle quasi schockgefroren hat? Wenn in Aufstellungen derartige Erlebnisse thematisiert werden, brauchen wir zusätzliche methodische Unterstützung, um die gefrorenen Gefühle wieder aufzutauen.
Ein hilfreiches Mittel ist die Klopfakupunktur. Hier werden die abgetrennten Gefühle wieder aufgetaut und können anschließend durch das Klopfen der Akupunkturpunkte, unterstützt mit kreisenden Augenbewegungen und heilenden Sätzen abfließen bzw. integriert werden.


Ein Beispiel aus der Praxis

Marina nimmt an dem Aufstellungsseminar mit dem Titel: „Wie Glück gelingt“ teil. Sie wünscht sich, dass mit 39 Jahren Lebenserfahrung endlich das Glück auch bei ihr anklopft und verweilt.
Ihre seltenen Liebesbegegnungen waren unbefriedigend und beruflich schlägt sie sich als Einzelkämpferin mühsam durch. In ihrer Jungend hatte sie einen schweren Schicksalsschlag erlitten. Als sie 15 Jahre alt war, fand sie ihre Mutter tot in der Wohnung. Sie hatte sich mit Tabletten umgebracht.
Wir stellen die Situation auf: Marina steht vor ihrer Mutter und fühlt einfach nur Leere und Gleichgültigkeit.
Das erstaunt, denn eigentlich sind Verzweiflung und Trauer die Gefühle, die jemand in solch einer Situation spürt. Auch als deutlich wird, dass die Mutter jemandem aus dem Familiensystem gefolgt ist, ändert dies an dem Gefühl der Leere von Marina nichts. Ihr Herz bleibt kalt.
Jetzt bitte ich Marina – während sie ihrer Mutter gegenüber steht – bestimmte Akupunkturpunkte zu klopfen und heilenden Sätzen dabei zu sprechen. Marina klopft und beginnt tiefer zu atmen.
Bei einem Punkt muss sie plötzlich weinen und kann ihre auftauchenden Gefühle in Worte fassen: „Mama, du fehlst mir so.“
Sie klopft weiter und nach einer Weile ebbt die Welle von Trauer wieder ab. Sie klopft noch weiter und bei einem anderen Punkt spürt sie Wut: „Mama, es war so schlimm.“
Das Stimulieren der Akupunkturpunkte wird durch Bewegungen der Augenmuskulatur verstärkt. Marina muss zwischendurch zittern, dann wird sie wieder ruhig. Am Ende geht sie einen Schritt auf ihre Mutter zu. Jetzt kann der Schock über den plötzlichen Selbstmord abfließen und endlich kommen die erlösenden Tränen über den Tod der Mutter. Jetzt kann sie der Mutter von Herzen für ihr Leben danken und um Segen für ihr Lebensglück bitten. Zum Schluss steht die Mutter als gute Kraft in ihrem Rücken und Marina fühlt sich stark und frei genug für ein erfülltes Leben.


Unsere Emotionen sind ein bedeutender Teil unseres Daseins. Sie färben unsere Wirklichkeit und haben einen entscheidenden Einfluss auf das, was wir erleben und wie wir es erleben. Eingefrorene Gefühle kühlen uns aus – besser, man taut ab und zu die Gefriertruhe auf...

Familienaufstellung und Traumatherapie:
Offener Abend: 13. April,
Seminar: 16.-18. April,
Aquariana, Am Tempelhofer Berg 7d


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