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Ausgabe März 2010
"Grüne Smoothies" Die Gaumenschmeichler
Ein Beitrag zur Bucherscheinung vom Hans Nietsch Verlag


Der Frühling lockt unter anderem. die guten gesundheitlichen Vorsätze ans Licht und in diesem Jahr gibt es einen genüsslichen Weg, diese Vorsätze auch in die Tat umzusetzen, den wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Die Rohkost-Spezialistin Victor

Wenn wir bei wolkenlosem Himmel Dank menschlichem Erfindungsreichtum Deutschland oder Europa im Flugzeug überqueren, schweben wir – abgesehen von größeren Städten – über grüne Landschaften. Vom Weltall aus betrachtet, erscheint die Erde aufgrund der riesigen Meere zwar blau, aber außer der abgeholzten Wüstenflächen ist die Erde nicht rot oder gelb, sondern hauptsächlich grün. Und das hat einen Grund: Grüne Pflanzen sind in der Lage, aus energiearmen anorganischen Stoffen mithilfe der Energie des Sonnenlichts energiereiche organische Stoffe herzustellen, die allen Lebewesen als Nahrung dienen können. Ganz konkret: Ohne grüne Pflanzen gäbe es kein Leben auf der Erde. Grüne Blätter dienen dazu, Fotosynthese zu betreiben und Chlorophyll zu produzieren. Und so wachsen grüne Pflanzen mit dem Ziel, möglichst viel Chlorophyll herzustellen: Sie breiten sich aus, um so jeden verfügbaren Sonnenstrahl mit ihren Blättern einzufangen und dann energetisch zu nutzen. Die Energie, die in grünen Blättern enthalten ist, ist letztendlich umgewandeltes Sonnenlicht.


Wurzeln, Samen und Blätter

Die Pflanzen gehen weise mit den Kohlenhydraten um, die sie mithilfe des Chlorophylls herstellen. Ein großer Teil der Kohlenhydrate wandert in die Wurzeln und wird dort gespeichert. Auch die Samen der Pflanzen sind reich an Nährstoffen, denn sie müssen extremen Wetterbedingungen wie Frost, Trockenheit, Wind, Regen oder Hitze trotzen können. Durch seinen Nährstoffreichtum kann ein Samen sogar Tausende von Jahren überleben. Das legt die Vermutung nahe, dass Samen den nährstoffreichsten Teil der Pflanzen ausmachen. Aber die „Babys“ der Pflanzen sind davor geschützt, verdaut zu werden, da sie Inhibitoren, Alkaloide und andere – bittere oder sogar giftige – Stoffe enthalten, die sie für viele Tiere und für den Menschen ungenießbar machen. Um in den Genuss der Nährstoffvielfalt zu kommen, können wir die Blätter der Pflanzen verzehren, denn vor der Samenbildung nehmen die Pflanzen besonders viele Nährstoffe auf, die sie in den Blättern speichern. Das macht grüne Blätter zur wertvollsten Nahrung auf diesem Planeten und deshalb erntet man am besten grünes Blattgemüse kurz vor der Samenbildung.


Eine Rohkost-Pionierin

Victoria Boutenko ist eine inzwischen weltweit bekannte Pionierin der Rohkost. Vor etwa 20 Jahren wanderte die russin mit ihrem Mann und ihren Kindern in das Land der Fast-food-Spezialisten aus, wo sie diese Vorzüge so lange genossen, bis die gesamte Familie nach drei Jahren unter schweren chronischen Krankheiten zu leiden begann, die durch keine schulmedizinische Behandlung geheilt oder gelindert werden konnten. 1994 stellten sie ihre Ernährung auf Rohkost um, worauf sich Gesundheit und Wohlbefinden grundlegend verbesserte. Etwa elf Jahre später erreichten die Boutenkos jedoch einen Punkt, an dem sich ihr Gesundheitszustand nicht weiter verbesserte und die klassische Rohkosternährung sie unbefriedigt ließ. Victoria machte sich auf die Suche nach dem, was ihrer Ernährung fehlte und erkannte die Schlüsselfunktion grüner Nahrungsmittel, nachdem sie das Ernährungsverhalten unserer nächsten Verwandten – den Schimpansen – beobachtete. Sie stellte fest, dass deren Speiseplan zu mehr als einem Drittel grüne Blätter enthält, die sie allerdings mit Früchten kombinieren, indem sie z.B. ein Stück Banane in ein Blatt wickeln. Grüne Nahrungsmittel sind extrem gesund, aber aufgrund ihrer unattraktiven Geschmacksrichtungen und ihrer kauintensiven Beschaffenheit schwer in den zeitarmen Alltag eines Großstadtbewohners zu integrieren.


Die Geburt der grünen Smoothies

Der Mensch ist erfindungsreich und so nutzt er nicht nur Feuer und Kochtöpfe, sondern auch Strom und Mixgeräte. Durch den Mixvorgang werden die für unsere Zähne schwer zu knackenden Zellulosewände quasi vorgekaut, und indem wir die kompletten Pflanzenbestandteile pürieren, können weitaus mehr Nährstoffe verstoffwechselt werden, als wenn wir sie kauen würden. Außerdem können die eher bitter schmeckenden Grünpflanzen mit süßem Obst so kombiniert werden, dass auch der Gaumen Gefallen daran findet. Victoria Boutenko ist also die Erfinderin der „grünen Smoothies“ und hat damit eine geniale Lösung für den modernen Zivilisationsmenschen geschaffen. Bei diesen Mixgetränken werden Früchte, Gemüse mit dem nährstoffreichen Pflanzengrün kombiniert. Dadurch sind sie eine zeitsparende und gesunde Nährstoffversorgung für jung bis alt. Man bereitet in ca. 10 Minuten am Morgen einen Liter für den ganzen Tag vor und trinkt zwischendurch immer mal wieder die flüssige Nahrung. Der Vorteil ist, dass niemand sein Ernährungsverhalten und seinen Alltag umstellen muss – er wird lediglich bereichert.

Heute reist Frau Boutenko um die ganze Welt und hält Vorträge. Auch in ihren beiden Büchern spricht sie von den phänomenalen Veränderungen, die der Verzehr von grünen Smoothies bewirken kann – von mehr Vitalität über mehr Lebensfreude hin zu dem wieder dunkel gewordenen Bart ihres Mannes. Im März kann man sie auf der Rohkostmesse kennen lernen.

Buchtipps:
Victoria Boutenko: Grüne Smoothies, Hans-Nietsch-Verlag, Freiburg, 2010, 16,90 Euro
Victoria Boutenko: Green for Life, Hans-Nietsch-Verlag, Freiburg, 2009, 190 Seiten
Weitere Infos: www.Gruene Smoothies.de

Smoothie-Rezepte

Rezept 1:
1 Banane, 2 Äpfel, 4 Handvoll Babyspinat, 4 Kohlrabiblätter, 4 Stängel Petersilie, etwa ½ l Wasser (gefiltert), ergibt etwa 1 Liter grünen Smoothie

Rezept 2:
3 Birnen, ¼ Zitrone, 4 Blätter Wirsingkohl, ½ Kopf grüner Salat, 6 frische Basilikumblätter, etwa ½ l Wasser (gefiltert), ergibt etwa 1 Liter grünen Smoothie

Rezept 3:
2 große Orangen, 4 Handvoll Feldsalat, 2 Handvoll Möhrengrün (ohne Stängel), 1 Bund Radieschengrün , ½ Salatgurke, 1 EL Mandelmus (roh), etwa ½ l Wasser (gefiltert), ergibt etwa 1 Liter grünen Smoothie


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