aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe März 2010
Botschaften der Seele
Wie man krankmachende Prozesse spirituell und zeitgemäß auflösen kann
von Hans Kämmerer


Traditionell gesehen beruht ein wesentliches Potenzial des Heilens in der Fähigkeit, Botschaften wahrzunehmen. Diese können in Form von sichtbaren Symptomen, aber auch als Träume und Visionen vorkommen. Ein Schamane zum Beispiel fungiert so als Vermittler

Bewusstwerdung

Die Basis ist zunächst die Bewusstwerdung, durch die der Patient innere Konflikte erkennt und den Prozess der Heilung selbst definiert. Kurt Simon Zeunert von der Akademie House of Shaman sagt zu jener Bewusstwerdung auch, dass "wenn der Körper krank wird, es bereits eine lange Kette von Ereignissen in unserem Denken und Fühlen gegeben hat, die wir nicht wahrgenommen oder beachtet haben". Aber erst indem wir "lernen, auf die Signale unseres Geistes und unserer Seele zu hören, können wir Krankheiten heilen, bevor sie körperlich werden."
Kurt Simon Zeunert, www.shaman.de


Psychosomatik als Weg

Nach Aruna M. Hansen, Heilpraktikerin und Expertin für schamanisches Heilweisen aus Tempelhof, wird ein solches Hinhören auch die "Appellfunktion des Körpers" deutlicher wahrgenommen. "Etwas in unserem Leben ruft mit Krankheit nach Veränderung", sagt sie, "und es gibt sogar Menschen, die den Auftrag von Ihrer Seele erhalten haben, dieses Leben mit Krankheit zu verbringen, weil sie auf diese Weise manches am besten lernen können."
So hat zum Beispiel Edward Bach, der Entdecker der Bach-Blüten, sein Einfühlungsvermögen für Patienten und Pflanzen auch seiner eigenen, sehr instabilen Gesundheit zu verdanken.
Aruna M. Hansen, www.heilpraxishansen.de


Seelenanteile

Krankheit an sich entsteht auch, "weil der Mensch nicht in seiner Ordnung ist", bestätigt die Heilpraktikerin Katja Neumann aus Prenzlauer Berg.
Aus ihrer Sicht hat der zu Behandelnde "etwas zu viel beziehungsweise zu wenig". Auf energetischer Ebene führt dies zum Beispiel zu "diversen Formen der Besetzung, Energie-Vampirismus bis hin zu Verlust von Seelenanteilen". Und gerade diese Seelenanteile sind wichtig, denn sie "können aufgrund von Traumata oder Schock abgespalten werden und ein Loch hinterlassen." Das Universum verträgt jedoch keine Leere, so wird es mit etwas anderem gefüllt. Derart lässt sich auch das Suchtverhalten erklären. Laut Katja Neumann ist es "ein schwacher Versuch, die innere Leere zu stopfen."
Katja Neumann, www.katja-neumann.de


Ressourcen-Potenzial

Der Schamane Manuel Breuer fügt dem Seelen-Aspekt eine weitere Komponente hinzu. Nach seiner Erfahrung haben Krankheiten ihre seelische Hauptursache in einer fehlenden Verbindung zu den eigenen Ressourcen. "Dabei sind Ressourcen für mich individuelle Kraft- und Wissensquellen", erklärt er. Sie sind die "geistigen Helfer" und "systemisch betrachtet Familienangehörige, Freunde und Kollegen, insbesondere aber auch Tätigkeiten, die uns mit großer Freude erfüllen oder Orte, an denen wir innerlich auftanken." Blockaden lassen sich dabei unter anderem durch eine Seelenrückholung auflösen und transformieren. Danach können die verloren geglaubten Ressourcen re-integriert werden. Krankheit, auf diese Weise betrachtet, ist letztendlich laut Breuer auch "eine wunderbare Möglichkeit für inneres Wachstum und äußere Veränderung, für Transformation als Weg der Heilung."
Manuel Breuer, www.manuelbreuer.de


Emotionale Aspekte

Die Stadtschamanin Seijin, Alexandra Ibrahim-Bacha, erklärt überdies emotionale Bestandteile als entscheidend: "Alle Krankheit beginnt in den Gedanken und Gefühlen: Angst, Wut, Kritik und Zweifel, die wir dauerhaft nicht loswerden." Aus Sicht der schamanischen Tradition der Huna "setzt der Körper unsere Gedanken in Gefühle um, die wiederum biologisch messbare Veränderungen zur Folge haben." Derart entstehen dauerhafte Stress-Gefühle, vor allem durch "Überzeugungen über uns, das Leben, die Welt und die anderen." Ihnen allen liegt "eine Form von Angst vor Machtlosigkeit zugrunde". Die Gesundung anzuregen, bedeutet entweder beim Geist anzusetzen oder immer wieder zu entspannen, dem Körper Energie zuzuführen. Aus dem schamanischen Bereich wären dies: die Krafttierreisen, Energiearbeit, Besprechen, Beten, Schwitzhütte, Rituale, Seelenrückholung. "Doch der Dreh- und Angelpunkt bleibt eine im Nachhinein veränderte Gedanken- und Gefühlswelt", betont Stadtschamanin Seijin.
Alexandra Ibrahim-Bacha, www.stadtschamanin-seijin.de


Ruhe hier, Ruhe jetzt

... Teil gelöscht..


Die Macht der Ahnen

Was uns krank macht, kommt aber nicht nur aus unserem eigenen Sein. Selbst die aktive Imagination der Jungschen Psychologie basiert darauf, Archetypen und Informationen aus der Vergangenheit anderer in uns zu übertragen. Ein praktisches Beispiel liefert hierzu Sven Sauter von seiner Naturheilpraxis für Homöopathie und schamanische Ritualtherapie Tranceformation - Praxis für Wandlung. Einer seiner Patienten litt an einem Durchfall, der von einer Leberschwellung und leichtem Fieber begleitet wurde. Bei der Laboruntersuchung ergab sich keine bestimmte Krankheit.
Die Symptome erinnerten allein an das Krankheitsbild von Typhus. Als Sven Sauter den jungen Mann fragte, ob er sich erinnern könne, dass jemand in seiner Familie an Typhus verstorben sei, antwortete dieser verwundert, dass tatsächlich die Schwester seiner Mutter als kleines Kind durch Typhus ums Leben gekommen sei. Die Symptome des jungen Mannes verschwanden erst, als Sauter Typhus-Nosode (ein homöopathisches Mittel aus potenzierten Krankheitserregern) verabreichte. Sauters Fazit: "Der Patient litt an einer krankmachenden Solidarisierung mit dem Typhustod einer seiner Ahninnen, die er durch den Kontakt mit der Geistigkeit der Krankheit Typhus, die ihm die Gabe des homöopathischen Mittels ermöglichte, auflösen konnte." Dies zu erkennen, verlangt entsprechend viel Neugier und Toleranz seitens der Behandlung. "Toleranz entsteht durch Verstehen", fügt Sauter an, "und natürlich durch die Kraft des Herzens."
Sven Sauter, www.svensauter.de


Eigene Verantwortung

Letztlich ist der Patient selbst verantwortlich. Nach Christiana Purol, die in ihrer Lichterfelder Praxis für Naturheilverfahren neben akuten gerade chronische Erkrankungen behandelt, ist "Krankheit ein Ausdruck von körperlicher, geistiger oder funktioneller Stagnation." Ihr Ziel der Behandlung ist es, "den Menschen daran zu erinnern, wer er eigentlich ist oder sein will". Die Aufgabe des Behandelnden ist es so auch, den Weg dorthin unterstützend zu begleiten.
"Der Aufbruch aus der Stagnation", erklärt Frau Purol, "beinhaltet im Wesentlichen auch die Erkenntnis der Eigenverantwortung."
Dies erinnert wiederum stark an die Psychotherapie, wonach der Mensch nur selbst Antworten auf sich und sein Schicksal finden kann. Der Schöneberger Heilpraktiker Peter Krauss bestätigt es und kann alles auch ganz prägnant durch einen passenden Vers beschreiben, welcher aus seiner eigenen Erfahrung mit Krankheit erwachsen ist: "Krankheit zu verstehen/Verständnis für mich/Antworten in mir finden/Heilung".
Christiana Purol, www.purol.de

Hans Kämmerer ist freier Autor, Studium der Psychologie, diplomierter Sportmanager und Entspannungscoach. Er schreibt gerne zu den Themenbereichen ganzheitliche Gesundheit, Körper und Bewegung, Spiritualität und Religion.


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.