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Ausgabe Februar 2010
Kreativ oder reaktiv?
Der Schulleiter der Samuel-Hahnemann-Schule Andreas Krüger im Gespräch mit Haidrun Schäfer über die entscheidende Weichenstellung des Bewusstseins, aktiv oder passiv – kreativ oder reaktiv sein Leben zu gestalten.


Ein indischer Fürst...
...hat die Vertreter der verschiedensten Religionen zu sich in den Palast bestellt um herauszufinden, was die beste Religion ist. Jeder Vertreter musste etwas Charakteristisches in einem Raum darstellen.

Haidrun Schäfer: Als Heilpraktiker, Homöopath und selbst als Schulleiter werden Sie mit der Haltung der Menschen konfrontiert, kreativ oder reaktiv diesem Leben zu begegnen. Wie gehen Sie damit um?

Andreas Krüger: Dazu fällt mir als Erstes ein Gedicht meines größten Helden Nelson Mandela ein.

Er wurde ein Leben lang eingesperrt und gequält. Er hätte allen Grund gehabt, sich total als Opfer zu fühlen und dann – als er endlich an der Macht war – all die umzubringen, die ihm etwas Böses getan hatten. Aber was macht dieser Mensch? Er beginnt ein unendliches, auf dieser Welt noch nie da gewesenes Versöhnungswerk. Dieser Mann war nie Opfer, sondern blieb immer Schöpfer seiner Realität. Es gibt einen neuen Film mit dem Titel „Invictus“ nach dem Lieblingsgedicht Nelson Mandelas. In diesem Film wird er darüber befragt, wie er mit seinen „Tätern“ so versöhnlich und liebevoll umgehen kann und er antwortet mit den letzten beiden Zeilen des Gedichtes „Invictus“: „Ich bin der Meister meines Schicksals – Ich bin der Kapitän meiner Seele.“ Wenn Menschen in diesen Zustand kommen – egal wie es ihnen geht und egal wie krank sie sind – dann haben sie es geschafft. Die meisten Menschen leben in einem Bewusstsein, in dem sie sich von den Kräften, die sie umgeben, gestaltet fühlen – sei es Gott, Gesellschaft, Eltern oder Ahnen – und mit allem, was ihnen passiert, haben sie eigentlich wenig zu tun.


Was passiert durch so eine Haltung?

Vor 40 Jahren habe ich ein Buch gelesen, dass neben „Krankheit als Weg“ von Ruediger Dahlke mein Leben stark beeinflusst hat. In diesem Buch ging es um das Leben eines Mexikaners mit Namen Carlos Castaneda und seinem spirituellen Lehrer Don Juan. In einem Band beschreibt Don Juan das größte Problem des Menschen: Es gibt Wesenheiten – es spielt keine Rolle, wo sie herkommen – die ernähren sich von den Energiekörpern von Menschen, die jammern. Er nennt sie Schlammschatten. Don Juan sagt, dass es essenziell ist, aus dem opferorientierten Jammern heraus zu kommen, denn wenn man sich in dieser Haltung befindet, fressen einem diese Schlammschatten die Aura weg. Wenn man dagegen halbwegs die Überzeugung Mandelas vor Augen hat – „Ich bin der Meister meines Schicksals und ich bin der Kapitän meiner Seele“ – ist man davor geschützt, dass einem von irgendwelchen Wesenheiten die Aura weggefressen wird. Praktisch übersetzt bedeutet dieser Satz, dass Freiheit nicht dann entsteht, wenn ich völlig gesund bin, sondern wenn ich in ein Bewusstsein komme, dass ich der Schöpfer meiner Realität bin. Wenn ich das schaffe, bin ich frei – egal, wie es mir geht und in welchen Umständen ich stecke, denn ich weiß, diese Umstände habe ich mir selbst erschaffen.


Wo ist der ganz praktische Unterschied, ob ich mir die Umstände selbst erschaffen habe oder ob sie von außen bedingt sind? Wenn sie da sind, sind sie da.

Ganz einfach: Wenn ich sie mir selbst erschaffen und geschöpft habe, kann ich sie mir auch jederzeit entschaffen und entschöpfen. Dieser Satz von Mandela ist übrigens nicht neu. Im Kanon des historischen Buddhas steht wörtlich: „Der Geist entscheidet – du wirst, was du denkst.“ Als Therapeut möchte ich Menschen helfen, frei zu werden, denn das ist für mich die Grundvoraussetzung für Heilwerden. Angebliches Heil ohne Freiheit ist Symptomlosigkeit. Freiheit ist für mich der erste Schritt zum Heil. Frei bedeutet: „Ich bin der Schöpfer meiner Realität und ich bin der Kapitän meiner Seele“ oder „Der Geist entscheidet: Ich werde, was ich denke“ oder „Die Energie folgt der Ausrichtung der Gedanken“.


Aber das Wissen darüber alleine reicht nicht. Wie kann man zu dieser Freiheit kommen?

Inzwischen gibt es viele, viele Methoden, wie man dieses Bewusstsein erreichen kann – sicher auch sinnvolle. Aus unserem Heilfeld der Samuel-Hahnemann-Schule haben wir eine Methode kreiert, die wir „Avatäter-Arbeit“ nennen. Der Titel ist nicht von mir, sondern von meinem Betriebscoach, dem ich diese Arbeit vorgestellt habe und sagte, ich würde sie gerne „den Weg des Täters“ nennen. Diesen Titel fand er sehr bedenklich. Auch der Titel „der Weg des Avatars“ war nicht stimmig, so dass wir uns auf „Avatäter“ geeinigt haben. In diesem Begriff ist durch Avatar die Idee des Menschen als Schöpfer thematisiert und der Mensch als Täter im Sinne von „tun“. Wer mehr darüber wissen will, kann sich über die SHS-Schule kostenlos per Mail die inzwischen 27 Avatäter-Briefe zusenden lassen, in denen der Weg zu diesem Schöpferbewusstsein beschrieben und mit Quellen unterlegt wird. Diese Arbeit will den Menschen helfen, ein Bewusstsein zu schaffen, dass jeder sich seine Realität selber schafft und zwar NIE dumm schafft, sondern immer kreativ, immer intelligent und immer zielorientiert.


Warum gibt es dann so viele begabte Menschen – gerade in heilerischen Berufen – die um ihre Existenz bangen müssen?

Eine gute Frage: Wie kann sich jemand, der so viel zu geben und zu heilen hat, eine Realität kreieren, in der keiner zu ihm kommt und das von ihm bekommen will?

Wir haben inzwischen herausgefunden, dass es ein schöpferischer Akt ist, wenn hochqualifizierte und hochkreative Menschen in leeren Praxen sitzen. Sie müssen zielorientiert, kreativ und intelligent etwas dafür tun, dass keiner kommt.

Dafür gibt es gute Gründe. Vor einiger Zeit war ich bei einem Vortrag von Clemens Kuby, der den sehenswerten Film „Unterwegs in die nächste Dimension“ gedreht hat und in diesem Vortrag vertrat er die Ansicht, dass man alle Schulen abschaffen könnte, denn wir wissen sowieso schon alles. Meine mediale Freundin Rosina Sonnenschmidt hat einmal gesagt, dass wir in Berlin die größte Hexendichte Mitteleuropas haben. Clemens sagt, dass alles Wissen bereits vorhanden ist – wir waren schon mehrmals Hofastrologe oder Schamane oder Teil der Merlinseele. Aber wir wissen das heute nicht mehr, weil wir fast alle einmal in einem Zustand der Fülle schweres Leid erlebt haben – wie z. B. einen gewaltsamen Tod oder Verfolgung. Und wir alle haben irgendwann einmal gesagt, dass wir das nicht wieder erleben wollen. Und deswegen haben manche begnadeten Heiler keine volle Praxis. Der einzige Irrtum bei diesem intelligenten Schachzug ist die Tatsache, dass uns heute so schnell keiner mehr verbrennt, sondern dass neben der Praxistür ein Feuerlöscher hängt. Auch sind wir nicht mehr so rechtlos wie damals und wir leben heute in einer Welt, in der Menschen wie Nelson Mandela gewinnen und darum können wir auch gewinnen. Deshalb können wir das alte Programm „Wenn ich eine volle Praxis kriege, werde ich wieder verbrannt“ z.B. mit den Techniken der Avatäter-Arbeit löschen. Für die Avatäter-Arbeit gibt es von meiner Mitarbeiterin Frau Schmitz die geniale Abkürzung „Ata“. Am Anfang lehnte ich die Idee ab, denn Ata ist ein Scheuermittel und hört sich weder nach Eso noch nach Psycho, sondern nur nach Lebensmitteldiscounter an. Seit ich einen Leserbrief von einer „Ata-Anwenderin“ bekommen habe, bin ich anderer Meinung. Sie schrieb mir voller Dankbarkeit, dass sie sich Dank dieser Arbeit die Seele freigescheuert und ihre Festplatte sauber geputzt hat. Diese Arbeit kann die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch nehmen, muss aber nicht, denn sie basiert auf dem Bewusstsein, dass ich der Schöpfer meiner Realität bin und dass kann ich auch alleine oder in Selbsthilfegruppen oder mit einer guten Freundin üben.


Vielen Dank für einen weiteren Baustein aus Ihrer reichen Schatzkiste.

www.samuelhahnemannschule.de


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