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Ausgabe Februar 2010
Klang in Stein
von Stefan Brönnle


Das Bedürfnis des Menschen, heilige Räume zu erschaffen, ist sicher so alt wie die Menschheit selbst. Dabei geht es um materielle wie geistig-seelische Räume. Der Grundton der verwendeten «architektonischen Symphonie» ist deren Grundmaß.

Ein Gegenstand mit einem solchen Maßverhältnis ist daher auf diese Wellenlänge resonanzfähig. Eine Wellenlänge oder Frequenz (beide verhalten sich zueinander reziprok) erzeugt im Menschen eine bestimmte Empfindung, ein Gefühl oder gar eine bewusste Wahrnehmung. Die Wellenlänge von 82,6 cm wird zum Beispiel von unserem Ohr als der Ton A wahrgenommen.
Als Oktave (von lat. octava: die Achte) bezeichnet man in der Musik ein Intervall, bei dem die Frequenz des tieferen zu der des höheren Tons im Verhältnis 1:2 steht beziehungsweise die Wellenlänge im Verhältnis 2:1. Es ist dem Musiker und Mathematiker Hans Cousto zu verdanken, dass die Idee der Oktavierung heute eine breite Anwendung erfahren kann. Die Wellenlängen von Frequenzen, die zu einander im Oktavverhältnis stehen, erzeugen nämlich die gleichen (oder zumindest sehr ähnliche) Empfindungen. Ein tiefes C erkennen wir als den gleichen Ton wie das hohe C. Musikstücke, die eine Oktave höher gespielt werden, werden dennoch als die gleichen Melodien wiedererkannt.

Abstände
Man kann den Prozess der Oktavierung nicht nur ein- oder zweimal durchführen, sondern beliebig oft. So lassen sich Farben in den hörbaren Bereich oktavieren oder die Umlaufzeiten unserer Planeten um die Sonne beispielsweise als Farben wiedergeben. Die physikalische Radiästhesie nutzt die Abstände an der Rute (Grifflänge), um den Rutengänger auf eine bestimmte Wellenlänge einzustimmen und resonanzfähig zu machen. Auch hier wird gerne mit der Methodik der Oktavierung gearbeitet.
Natürlich kam auch beim Bau von Tempeln und Kirchen ein definiertes Ortsmaßsystem zur Anwendung. Die Forschungen eines gewissen «H. R. K» aus der Freimaurerloge Nr. 79 (Rapperswil) stellen beispielsweise einen Bezug der Elle von Chartres (73,8 cm) zur geografischen Lage dieser Kathedrale her. Die chartrische Elle zeigt sich als der einhunderttausendste Teil der Entfernung des Kathedralenstandortes zum nächsten Meridian: 73,8 km! Die chartrische Elle schwingt im Spektrum des Tones G und ist damit auf die Eigenrotation der Erde abgestimmt. Die Erde selbst besitzt nun einige solcher Resonanzen. Hans Cousto hat bereits sehr früh deren drei berechnet: den «Tageston», den «Jahreston» und das «platonische Jahr».

Das platonische Jahr
Die Erdachse taumelt und eine solche Taumelbewegung dauert rund 26.000 Jahre. Oktaviert man diesen Zyklus, so kommt man bei 172,06 Hz (respektive 86,03 Hz) zum Ton F beziehungsweise zur Farbe Violett. Das «megalithische Yard», eine frühzeitliche Maßeinheit, nach der viele berühmte steinzeitliche Bauwerke wie der Steinkreis von Stonehenge errichtet wurden, liegt mit 82,9 cm (= 86,14 Hz) nahe an der oktavierten Wellenlänge des platonischen Jahres (86,3 Hz). Die therapeutische Arbeit mit Klangschalen, die auf das platonische Jahr gestimmt sind, zeigte auf, dass dieser Ton (F, 172,06 Hz) vor allem auf das Scheitelchakra wirkt und allgemein eine antidepressive Wirkung entfaltet. Zudem ist die Frequenz des Tones genau die Grenze zwischen männlicher und weiblicher Stimmlage, so wie die ihm zuzuweisende Farbe Violett zwischen dem männlichen Rot und dem weiblichen Blau steht.

Tageston
Der Tageston der Erde entspricht ganz einfach der Umdrehung der Erde um sich selbst, was bekanntlich rund 24 Stunden dauert. Oktaviert man diese Frequenz, so kommt man zur Frequenz 194,18 Hz, was dem Ton g` entspricht, beziehungsweise der Farbe Orange. Bei weiterer Oktavierung (66. Oktave) gelangen wir zum Resonanzmaximum unserer DNS. Unsere DNS schwingt sozusagen im Rhythmus der Erde! Im radiästhetisch nutzbaren Bereich kommen wir zur Grifflänge 6,9 cm (LA), die mit Lebenskraft zu tun hat. Wie oben beschrieben, schwingt die Kathedrale von Chartres in dieser Resonanz. Klangtherapeutisch bewirkt der Tageston der Erde eine Tonisierung und Anregung unseres Wurzelchakras.

Klingende Erde
Der Jahreston der Erde schließlich errechnet sich aus der Umlaufbahn der Erde um die Sonne: Die Erde umkreist die Sonne in 325 1/4 Tagen. Bei der 32. Oktave entspricht dies nach den Berechnungen von Cousto einer Frequenz von 136,1 Hz (Cis) beziehungsweise einem Farbton im Grünspektrum. Weiter oktaviert kommt man zur Wellenlänge 6,56 cm. Bei 6,5 cm liegt die radiästhetisch messbare Eigenresonanz des menschlichen Herzens.
Die ägyptische «königliche Elle» hatte eine Länge von 52,4 cm, was einer Frequenz von 136,21 Hz entsprechen würde. Die ägyptische Elle schwingt damit im Resonanzbereich des Jahrestones der Erde! Unter anderem wurden die Pyramiden bei Giseh nach diesem Maß abgestimmt. Klangtherapeutisch bewirkt der Jahreston der Erde eine Anregung des Herzchakras sowie allgemein eher eine Beruhigung.
Neben diesen von Hans Cousto erarbeiteten Zusammenhängen zwischen Maßen und Erdresonanzen zeigen natürlich auch andere Maßsysteme deutliche Wirkungen. Das römische Fuß mit einer Länge von 29,6352 cm schwingt im Gelb-Grün-Spektrum und tönt wie ein H. Radiästhetisch landen wir mit einer Grifflänge von 7,4 cm LA bei einer Resonanz mit Heilwirkung. So sprach ja schon Hildegard von Bingen von der Farbe Grün als der «viriditas», der heilenden Grünkraft, die der gesamten Natur zu Grunde liegt.
Typisch für die Tempelanlagen der Insel Malta, der ältesten freistehenden Steinarchitektur weltweit (ab circa 3600 vor Chr.), ist die Wichtigkeit der Übergänge von außen nach innen oder zwischen den einzelnen Tempelbereichen. Diese wurden durch Schwellen, die zum Teil mit Öffnungen für flüssige Trankopfer versehen waren, betont oder durch Vorhänge oder Türen abgetrennt, deren Halterungen man noch erkennen kann.

Farblaser
Der akribischen Arbeit meiner Partnerin Sibylle Krähenbühl ist es zu verdanken, dass die harmonikale Konstruktion der zunächst als sehr schlicht empfundenen Tempelarchitektur entschlüsselt werden konnte. Die kleinsten verwendeten Konstruktionskreise des Ggantija-Tempels auf Gozo haben ein Maß von 434,78 cm, was ein ganzzahliges oktaviertes Resonanzmaß der Lecherwerte 2,7 cm und 5,5 cm darstellt. Dieser letzte Wert ist ein typisches Resonanzmaß des umhegten heiligen Raumes, des Sanktuars.
Die Wahl des Maßes bewirkt die energetische Grundlage des heiligen Raumes. Der radiästhetische Griff-längenwert schwingt (oktaviert) bei 655 Nanometer (bzw. dem Ton E). Dies ist die Farbe des orangeroten Lichtes und exakt der Wert, auf den in der Lasertherapie Laser abgestimmt sind. Solche Strahlen werden unter anderem dazu eingesetzt, auf Akupunkturpunkte einzuwirken und diese anzuregen. In der therapeutischen Anwendung sind es besonders psychische Erkrankungen, bei denen man Orange einsetzt. Der Tempel von Ggantija war demnach ein «Farblaser» für die Erde der Insel Gozo.

Stefan Brönnle, Heiliger Raum - Sakrale Architektur und die Schaffung »Heiliger Räume« heute, Neue Erde Verlag, in 03/2010


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