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Ausgabe Februar 2010
In die Gegenwärtigkeit finden
Ein Beitrag von dem Berliner Kreativitätstrainer Hans Haasis


„Wie die Zeit vergeht!“ Schnell ist ein Monat vorbei oder gar ein Jahr - man hatte sich so viel vorgenommen, aber Beruf, Haushalt und Familie lassen einem kaum Zeit für sich selbst.

Nun könnte man mit den Worten eines bekannten Bergsteigers antworten, der auf die Frage, warum er denn den Mount Everest besteigen wolle, entgegnete „Weil er da ist“.
Auch Kreativität, die Schöpferkraft also, „ist da“ und will genutzt werden. So ganz befriedigt diese Antwort in diesem Fall wohl nicht, es sei denn, Sie sind in einem der sog. künstlerischen oder kreativen Berufe tätig. Dennoch - wenn Sie sich die Momente in Erinnerung rufen, in dem Sie in einer Tätigkeit oder in einem Tun voll aufgegangen sind und sich plötzlich neue Lösungen oder Möglichkeiten aufgetan haben - das war einer der kostbaren Momente, in denen Sie ganz in der Gegenwart waren. Sie dachten nicht mehr primär an das angestrebte Ziel - obwohl dies sicherlich immanent vorhanden war - , sie haben einfach gehandelt.
So, ganz im Hier und Jetzt spontan handeln, heißt schöpferisch tätig sein, heißt, jeden Moment neu zu erschaffen. Und ganz gleich, ob das dann der Bergsteiger ist, der selbst in der Anstrengung den Augenblick genießt (warum würde er sonst klettern?) und sich spontan auf die Situation am Berg einlässt, ohne die Route und mögliche Gefahren völlig aus den Augen zu verlieren (wir können im Berufsleben leicht Entsprechungen und Parallelen finden), oder ein Kind beim Spielen, oder ob Sie das bei einer vielleicht ganz alltäglichen Tätigkeit sind - immer ist da dieses Gefühl des Einssein mit sich selbst.

Denn diese will sich verwirklichen und will, dass sich jeder von uns mit seinen individuellen Talenten zu einer einzigartigen Persönlichkeit entfaltet.
Ebenso wie mentale und körperliche Kräfte kann auch die Kreativität gestärkt und trainiert werden. Es gibt dazu zahlreiche Möglichkeiten in den verschiedensten künstlerischen Bereichen. Ich verwende dazu gerne Improvisations- und Rollenspiele. Diese kommen ursprünglich aus dem Theater- und Filmbereich und sind für das Kreativ-Training für den Alltag nahezu ideal, da deren Ansatz unsere Alltagswelt mit ihren Erfahrungen und Szenarien ist. Dabei wird durch einfache, spielerische Partner- und Gruppenübungen (Phantasiereisen, Statusspiele, Rollenspiele) die Spontaneität gefördert, das kreative Potential, das in Routine-Situationen steckt, entdeckt und sog. negative „Fertigkeiten“ (wie z.B. das Blockieren) werden umgeleitet und positiv genutzt.
Diese neu- oder wiederentdeckten Fähigkeiten müssen behutsam in unsere Persönlichkeit und unser tägliches Leben eingebunden werden, denn mitunter existieren Hemmungen oder gar Blockierungen auf tieferen Bewusstseinsebenen, die das Anwenden des neu entdeckten kreativen Potentials behindern könnten.
Um mentale Hindernisse zu erkennen und umzuwandeln eignet sich nach meiner Erfahrung besonders die Arbeit an Glaubenssätzen oder die Mentalheilung, wie sie beispielsweise beim Reiki ab dem 2. Grad angewendet werden optimal, da sie innere Einstellungen und Verhaltensmuster positiv verändern können. Das Trainieren der Kreativität und die Integration in unsere Persönlichkeit gehen so Hand in Hand und die Fähigkeit, den Augenblick immer mehr zu nutzen, wird nach und nach ein Teil unserer Persönlichkeit.
Der Weg dahin erfordert eine gewisse Zeit und Ausdauer, aber er macht Spaß und verlangt weder große Willensanstrengung noch besondere Mühe - die beide eher hinderlich sind -, wie Ihnen abschließend nebenstehende kleine Phantasiereise zeigen wird.

Memo:
Den kreativen Moment zu erkennen und zu nutzen, bringt uns nicht nur zu uns selbst und unserer Vitalität, wir verwirklichen in diesen Momenten auch die in uns angelegte Schöpfer- und Schaffenskraft.

Phantasiereise

Setzen Sie sich bequem hin, decken Sie den folgenden Text ab den Pünktchen „...“ ab und beginnen Sie zu lesen. Stellen Sie sich die Szene vor, ob Sie das langsam und genüsslich machen oder eher schnell, bleibt ganz Ihnen überlassen. Die jeweiligen Pünktchen-Stellen wird Ihre Phantasie ausfüllen. Sind Sie bereit? Also los:


„Auf einem verstaubten Dachboden voller Spinnweben entdecken Sie ein alte Holzkiste. Der Deckel klemmt, aber mit einem kräftigen Hau-Ruck gelingt es Ihnen, die Kiste zu öffnen. Im Schein des Dämmerlichts des draußen verlöschenden Tages erkennen Sie ein altes Buch.
Auf dem Einband steht in großen goldenen Buchstaben Ihr Name. Sie schlagen das Buch auf, etwas Staub wirbelt dabei auf, als plötzlich hinter Ihnen ein Geräusch ertönt.
Sie drehen sich um und erstarren, denn vor ihnen steht ... und ruft ... .
Ihre rechte Hand ...
Sie spüren Ihr Herz schlagen.
Über Ihnen öffnet sich ...
Sie steigen auf ... und kommen bis ...
Eine Stimme flüstert ... und Sie erkennen ...


Sie können die Geschichte gerne alleine weiterspinnen, abändern oder zu zweit spielen - viel Spaß dabei!


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