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Ausgabe November 2009
Heilerfolge mit Tai-Che-Gong bei "hyperaktiven" Kindern

Tai Che Gong ist die Urform des Tai-Che und Qi-Gong und sich bei vielen Kindern und Jugendlichen hilfreich bewährt. Von Annette Hempel

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Seit einiger Zeit begleiten wir eine Tai-Che-Gong-Kindergruppe (9 bis 12jährige), die allesamt mit „Schwierigkeiten“ in die Gruppe kamen. Die meisten davon hatten erhebliche Konzentrationsschwächen, ein hohes Aggressivitätspotential in sich und „hyperaktiv“. Diese unterschiedlichen Kinder kamen nun zusammen, um Tai-Che-Gong zu lernen. Gespannte Eltern saßen auf den Bänken der Turnhalle, lehnten sich zurück und schauten interessiert zu, wie sich ihre Sprösslinge nun verhielten.


Der Unterricht begann mit leichten Aufwärmübungen, gefolgt von Atemtraining.  Bei der Atemübung mussten sich alle Kinder ruhig und vor allem still auf den Boden legen und sich fünf Minuten nur auf die Atmung konzentrieren. Mucksmäuschenstill war es in dem Raum, die Kinder lagen entspannt da und atmeten ruhig und fließend. Die Eltern am Rande staunten ein erstes Mal. Wie ruhig doch ihre Kinder sein konnten, die eben noch laut herumtollten.


Nun ging es zur Sache. Die ersten Tai-Che-Gong Bewegungen wurde den Kindern gezeigt. Der Tiger streckt die Krallen, der Drache geht auf See, der Kranich geht in Balance.  Die Kinder staunten über diese ungewöhnlichen Übungen, fanden aber schnell Gefallen daran, sich einmal zu strecken wie ein Tiger, oder  wie ein Kranich die Flügel auszubreiten. Sie stellen sofort fest, dass diese Übungen gar nicht so leicht zu bewerkstelligen waren. Sie mussten sich schon anstrengen, um mitzukommen. Nach einer halben Stunde konzentrierter Tai-Che-Gong Übungen war der Bewegungsteil geschafft, nun folgte, in völliger Stille und im ruhigen Sitzen, die Konzentrationsübung. Alle Kinder setzten sich ruhig hin, konzentrierten sich auf eine Kerzenflamme, die in der Mitte des Raumes stand und versuchten dann nach Anweisung das Licht einer Kerze innerlich zu empfinden, wahrzunehmen. Den meisten Kindern gelang das sofort. Einige der Eltern machten die Übung mit, stellten aber fest, dass ihre Kinder sich besser konzentrieren und wahrnehmen konnten als sie selbst, was für sie doch sehr erstaunlich war.


Am Ende der Veranstaltung kamen die Eltern zu uns, bedankten sich sehr herzlich für diese neue Erfahrung, die ihnen zeigte, dass die „Hyperaktivität“ ihrer Kinder kein Krankheitsbild ist, sondern nur die natürliche Lebhaftigkeit, die ihren Bewegungsdrang ausdrückt. Sie waren überaus erstaunt über ihre Kinder und glaubten kaum, dass es ihre Sprösslinge waren, die hier so diszipliniert am Unterricht teilnahmen.


Nach mehreren Wochen regelmäßigem Tai-Che-Gong Unterrichts kamen einige der Eltern zu uns und erzählten von ihren Erfahrungen, die sie nun mit ihren Kindern im täglichen Leben machten.

Ein Beispiel ist der neunjährige Tim*: Tim war viele Jahren sehr aggressiv, in der Schule ein Außenseiter und fand keine Freunde. Seine Mutter, alleinerziehend, war ratlos, kam mit dem Jungen nicht mehr klar, da er so „wild“ und „aggressiv“ war. Sie ging mit dem Kind zum Psychiater, dieser verschrieb ihm Medikamente. Doch viel besser wurde der Zustand durch die Medikamente nicht.


Dann las die Mutter in der Zeitung „zufällig“ von unserem Tai-Che-Gong im Jugendheim, der zudem sogar kostenlos angeboten wurde. Kurzerhand entschloss sie sich, mit Tim dort hinzugehen. Nachdem der Junge einige Wochen regelmäßig zum Tai-Che-Gong Unterricht ging, kam die Mutter zu uns, und erzählte, dass sich Tim seit dem Unterricht sehr verändert hätte. Seine Aggressionen wären nahezu verschwunden – bis auf einzelne Ausnahmen – er hätte wieder Kontakte zu seinen Mitschülern geknüpft und nun sogar einen „besten Freund“ gefunden. Zum Tai-Che-Gong Unterricht komme Tim sehr gern. Die Mutter bemerkte ferner, dass Tim den Unterricht sehr ernst nähme und dass er ihm gut tue. Kürzlich sprach Tim von sich aus seine Mutter an und bat darum, die „Psycho-Tabletten“ wieder abzusetzen dürfen, da er sich nun selbst heilen und helfen könne. Die Mutter willigte nach reiflicher Überlegung ein. Und – wie man sieht – geht es auch ohne Tabletten.. Der  Junge ist aufgeweckt, liebevoll und sehr konzentriert bei den Übungen. Er ist in der Schule besser geworden und hat neue Freunde gefunden. Diese Erfahrung tut ihm sichtlich gut und unterstützt ihn auf seinem Weg.



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