aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe Februar 2009
Lasst uns tanzen und feiern!

Die Berliner Tanzpädagogin Elke Hanke sieht das Leben als Fest, das gefeiert (und nicht erlitten) sein will.

art60574
Das Leben zu feiern, uns seiner Schönheit und Einzigartigkeit zu erinnern, ist die Antwort auf all die Wellen von Angst, Zweifel und Unsicherheit, die immer wieder die Stimmung vermiesen. Wo Menschen in „feierlicher Stimmung“ zusammenkommen, verlieren die Dinge ihre Schwere. Der Einzelne findet sich aufgehoben in Gemeinschaft und die Herzen öffnen sich wie Blumen dem Licht.
Das vielleicht größte Vermächtnis meines 93-jährigen Vaters besteht in seiner unermüdlichen Bereitschaft, Feste zu feiern, wie und wo sie fallen. Er liebt es, Menschen zusammenzubringen, gemeinsam zu essen und zu trinken, Geschichten auszutauschen, zu musizieren, zu singen und zu tanzen. Mit den Jahren habe ich verstanden, dass für ihn jede Feier, ungeachtet ihres äußeren Anlasses, eine Möglichkeit ist, das Leben selbst zu feiern, Freude und Lebendigkeit zu teilen und dadurch zu vertiefen. Feiern ist für ihn ein Jungbrunnen für Körper, Geist und Seele.
Im Schreiben darüber wird mir bewusst, wie wichtig das Feiern auch in meiner Arbeit als Therapeutin und Seminarleiterin ist. In meinen Heil- und Tanztagen stärken und erneuern beispielsweise die sakralen Kreistänze durch rhythmische Bewegung und mantrische Gesänge unsere Liebe zum Leben und stellen unser inneres Gleichgewicht wieder her. Sie stimmen auf das größere Sein ein, erinnern daran, im unaufhörlichen Strom von Werden und Vergehen an nichts festzuhalten und den Augenblick - das ewige Jetzt - zu feiern. Wir tanzen, wie Anselm Grün es ausdrückt, um in unserer Mitte anzukommen.
Das gemeinsame Feiern schafft unmittelbar einen krafterfüllten Raum der Zentrierung, Losgelöstheit und Heilung. Genau daran fehlt es manchmal in unserem angestrengten und atemlosen Alltag. Feiern macht den Blick weiter und sanfter, öffnet für neue Impulse, lässt uns Lebendigkeit tiefer spüren und uns ganz selbstverständlich im Hier und Jetzt ankommen.
Mögen wir uns deshalb immer wieder daran erinnern, dass das Leben ein Wunder und jeder Atemzug ein Grund zum Feiern ist. Mögen wir erfahren, dass das Licht des ganzen Universums durch alles schimmert, was wir erleben. Mögen wir uns als Tanz und Tänzerin, als die Liebe in den Augen des anderen erfahren.

Die Autorin Elke Hanke ist Tanzpädagogin, Körpertherapeutin und Reikilehrerin. Sie bietet in ihrem Zentrum für Körpertherapie & Psychosomatik regelmäßig Tanz- und Heiltage sowie -abende an.

weitere Infos: www.herzwege.de


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.