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Ausgabe Januar 2009
Reiki in Familien

Ein Weg der Liebe und Verbundenheit

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Manchmal stelle ich mir vor, wie unsere Welt sich verändern würde, wenn Rituale wie Reiki ganz selbstverständlich in allen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens Einzug hielten. Wenn viele Menschen regelmäßig in Kreisen der Verbundenheit zusammenkämen und sich der Einheit als ihrer wahren Natur erinnerten – nicht mit Worten, sondern als unmittelbare, lebendige Erfahrung. Welche familiäre, politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche Entscheidungen würden wir dann treffen?
Würde sich etwas ändern, wie wir mit uns selbst, mit anderen, mit der Schöpfung umgingen? Können wir dann den Grad von Entfremdung, Ignoranz und Zynismus aufrechterhalten, der das Leben so oft vergiftet? Könnten sich dann unsere Kinder frei und voller Vertrauen entfalten und ihrerseits Freiheit und Vertrauen weitergeben, statt dem Leid und Schmerz ihrer Vorfahren immer neue Ringe hinzuzufügen?
Jede Mutter, die ihr Kind liebevoll in den Armen hält, ist natürlich geradezu das Urbild strömender, universeller Lebensenergie. Die Liebe offenbart sich in ihrer ganzen nährenden Kraft und berührt tief im Herzen. Sie erinnert uns an das ursprünglich Gute, das immer gegenwärtig ist. Wir können es jetzt, mit diesem Atemzug wählen, können uns auf Ganzheit und Liebe oder auf Angst und Trennung ausrichten. Das größte Geschenk der Reikipraxis liegt darin, uns diese Wahl bewusst zu machen und unser Energiefeld so zu stärken, dass wir immer öfter Liebe und Weite annehmen und so die Angst und Enge in uns erlösen können.
Reiki hilft, uns diesen Atemzug lang der geschwätzigen Geschäftigkeit unseres Denkens gewahr zu werden und uns daran zu erinnern, was wir jenseits unserer Vorstellungen in Wahrheit sind. Es zeigt uns, wie wir unsere Nahrung segnen und damit wieder in die tiefere Verbundenheit mit allem Sein eintauchen können. Es erlaubt uns, eine Kerze anzuzünden und alleine oder mit anderen in Stille zu sitzen – einfach so. Es ermöglicht uns, daran festzuhalten, dass wir, unabhängig von allen Umständen, Liebe und Verbundenheit sind. Es lässt uns in unserer Mitte bleiben, wenn um und in uns der Sturm tobt.
Als ich Anfang der neunziger Jahre mit Reiki nach Dr. Usui in Berührung kam und schließlich selbst Reikilehrerin wurde, hat mich eine Geschichte besonders angesprochen und inspiriert, die damals von Lehrerin zu Schülerin weitergegeben wurde. In dieser Geschichte geht es darum, dass ein Reikimeister immer, wenn er auf Krankheit und Leiden traf, die gesamte Familie in Reiki einweihte, und damit allen ermöglichte, sich wieder ihrer tieferen Harmonie zu erinnern und so Heilung zu erfahren.
Ob Wahrheit oder Legende, in jedem Fall deutet die Geschichte auf das Herz von Reiki und das jeder spirituellen Ausrichtung hin: Einheit, Verbundenheit und Zugewandtheit als Essenz der menschlichen Erfahrung. Mit den Worten eines anderen Heilers ausgedrückt: „Liebe die Einheit, die Wahrheit mit deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele und deinem ganzen Verstand“! Dabei ist Liebe das Höchste und gleichzeitig etwas ganz Einfaches und Selbstverständliches. Im Reiki legen wir die Hände auf, berühren einen anderen, und stellen uns ganz als Kanal der einen universellen Lebensenergie, eben Reiki, zur Verfügung, für die Liebe nur ein anderes Wort ist.
Je länger ich Reiki praktiziere, um so deutlicher wird mir, dass diese Form von Verbundenheit, Offenheit und Ganzheit in unserem Alltag oft so schmerzlich fehlt. Nehme ich die Menschen meiner Umgebung in ihrer Schönheit und Einzigartigkeit wahr? Oder durch die trennende Brille meiner Erwartungen und Projektionen?
Kann ich Jetzt – tatsächlich JETZT, in diesem Augenblick und mit diesem Atemzug – innehalten und mich als Kanal und Verkörperung der einen universellen Lebensenergie erfahren und verinnerlichen? Kann ich die umfassendere Wirklichkeit auch außerhalb meines Behandlungszimmers wahrnehmen und ihr verbunden bleiben?
Gerade meine Familie ist mir dabei immer wieder die größte Lehrerin. Wie in der Anfangsgeschichte geben mein Mann und ich uns und unseren Kindern Reiki, haben unsere Töchter und andere Familienangehörige in Reiki eingeweiht. Auch in schwierigen Zeiten stärkt uns das gemeinsame Energieritual und bewirkt Heilung. Reiki ermöglicht es, uns neu zu begegnen und einer größeren „Kraft“ anzuvertrauen. Es ist mir eine große Erleichterung, von meiner Rolle als Mutter etwas zurückzutreten, nicht alles im Griff haben zu müssen und mir einzugestehen, dass ich das Beste für meine Kinder wünsche, aber nicht immer wirklich weiß, was das Beste ist. Die Beziehung zwischen uns wird weiter, weniger fordernd, tiefer. Wir wachsen gemeinsam, erkennen im anderen etwas, das über alle Vorstellungen, die wir voneinander haben, hinausgeht.
Von einer früheren Reikimeisterin ist der Satz überliefert: „Reiki sollte in keiner Hausapotheke fehlen“. Für mich ist Reiki geradezu die Grundlage, weil es keine Heilung gibt ohne die liebevolle Zuwendung zu uns selbst und anderen.

Die Autorin Elke Hanke ist Reikimeisterin und Reikilehrerin, auch Körpertherapeutin und bietet in ihrer Praxis für Körpertherapie und Psychosomatik regelmäßig Ausbildungen in alle Reiki-Grade sowie Austauschabende an.


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