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Ausgabe Januar 2009
Jugend im Stress

Ein Beitrag von Thomas Lang

art60159
Wenn man der Bewerbung trauen darf, dann ist es äußerst erstrebenswert, für immer jugendliche 17 zu sein. Junge Menschen sind voller Tatendrang, gut gelaunt und mobil. Wer von den Älteren kann sich aber noch erinnern: Die Jugend ist „verdammt stressig“.
Eigentlich sollte diese Mitteilung nicht wirklich überraschen. Wenn man sich seine Sturm und Drangzeit ins Gedächtnis ruft, fallen einem wieder die enormen Belastungen ein, die die pubertären Veränderungen, der Leistungsdruck in der Schule und das verzweifelte Bemühen, den Normen der Clique zu entsprechen, mit sich bringen. Die Jugend ist eine Lebensphase, die fast nur aus Kon-flikten besteht, inneren wie äußeren.
Freunde/innen lassen einen sitzen, Meister und kleinkarierte Ausbilder demütigen einen vor versammelter Mannschaft und die Eltern haben immer noch nicht kapiert, dass man nicht mehr das kleine Mädchen ist, das stolz darauf war, beim Bäcker die Brötchentüte in Empfang zu nehmen. Hart und voller Herzschmerz, so ist die Jugend. Eben Stress pur. Dies belegen auch die Zahlen aus den Gesundheitsstatistiken der 15 EU-Staaten. Daraus geht hervor, dass in Deutschland die Hälfte der Befragten zwischen 16 und 24 Jahren regelmäßig unter Stress leidet. Erst das Alter bringt (Rückenschmerzen und) Gelassenheit mit sich. Während immerhin noch circa 40% der Menschen bis 40 unter Stresssymptomen leiden, verringert sich der Anteil der Belasteten über 55 auf „nur“ zu 11%. Alt werden heißt also auch, den Stress loswerden.
Abwarten und Teetrinken ist damit scheinbar auch eine Strategie, um Stress abzubauen.

Thomas Lang, Dipl.-Psych., arbeitet seit 12 Jahren im sozialen Jugendbereich und seit 9 Jahren als Berater und Personalleiter für Wirtschaftsunternehmen.


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