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Ausgabe Januar 2009
Achtsamkeit – die Anmut der Stille

Die Praxis oder das Üben von Achtsamkeit nach Jon Kabat-Zinn

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Die Praxis oder das Üben von Achtsamkeit nach Jon Kabat-Zinn hat in den letzten Jahren auch bei uns, vor allem im Bereich Gesundheit, Eingang gefunden und besonders bei Stress und Schmerz überraschende Erfolge erzielt. Ein 8-wöchiges Übungsprogramm vorgestellt von Anja Nothelfer

Häufig bestimmen Sehnsüchte und Wünsche unser tägliches Leben. Dabei verlieren wir oft den Bezug zum momentanen Erleben und fühlen uns von einem erfüllten Leben abgeschnitten.
Wenn wir Achtsamkeit üben, unterbrechen wir bewusst alles Tun, das unser Leben normalerweise bestimmt und entspannen uns in das „Jetzt“ hinein, so wie es sich darbietet. Dabei ist jeder Augenblick willkommen und besitzt dieselbe Wichtigkeit, auch wenn es ein Moment des Schmerzes, der Unruhe, oder Angst ist. Achtsamkeit ist also eine Methode, bei der wir mit wacher Präsenz und voller Aufmerksamkeit die momentanen Gefühle, Gedanken und Handlungen anschauen, ohne sie zu beurteilen oder verändern zu wollen. Wir begegnen ihnen mit einer annehmenden Haltung und verlassen dabei unsere ausgetretenen Pfade des Denkens und Fühlens, etwas erreichen oder verbessern zu wollen.
Wer Achtsamkeit als Methode üben möchte, findet in dem von Jon Kabat-Zinn entwickelten 8-wöchigen Achtsamkeitstraining eine genaue Anleitung. Dieses Programm nennt sich MBSR (Mindfulness-Based-Stress Reduction). Es wurde vor etwa 25 Jahren an der Universitätsklinik Massachusetts entwickelt. Heute findet es mit Erfolg in Krankenhäusern und Gesundheitszentren seine Anwendung. Ziel ist es, über Körperübungen und die Wahrnehmung des eigenen Geistes Achtsamkeit zu üben. So sind sanfte Übungen aus dem Hatha-Yoga, achtsame Körperwahrnehmungen im Liegen, dem so genannten Body-Scan, Atembeobachtungen oder auch Achtsamkeitsmeditationen im Sitzen, Gehen und Stehen Inhalte des Trainings. Ebenso bietet das Programm Raum für Erfahrungsaustausch und bereitet darauf vor, wie man Achtsamkeit in den Alltag integrieren kann.
Wer bereit ist, Achtsamkeit regelmäßig zu praktizieren und lernt, im Augenblick zu verweilen, wird mit dem Wesen von Achtsamkeit in Berührung kommen. Ihm wird die Schönheit, Klarheit, Stille und Einfachheit von Achtsamkeit zuteil, indem er sich erlaubt, einfach nur da zu sein, zu spüren, erleben und berührt zu werden. Er wird darin unterstützt, verantwortungsvoll mit sich umzugehen, lernt die eigenen Energien bewusst zu konzentrieren und zu lenken, entwickelt einen angemessenen Umgang mit körperlichen und psychischen Belastungen und erlebt mehr Vitalität, Gesundheit und Lebensfreude. Achtsamkeit kann auf diese Weise zu einer Geisteshaltung werden, die das gesamte Leben durchdringt und damit alleine schon zu einem erfüllteren Leben verhilft.
Erst wenn wir aufgrund regelmäßiger Übung unsere inneren Vorgänge verstehen lernen, können wir als Individuum konkret mit Stress und Schmerzen umgehen lernen und uns an die ständige Veränderbarkeit von Umständen besser anpassen.


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