aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe November 2008
Sieht man nur, was man glaubt?

In Gregg Bradens neuem Buch Der Realitäts-Code geht es um die Transformation von Glaubensmustern.

art59150
Haidrun Schäfer hat einige Anregungen daraus aufgenommen, um sie unseren Lesern vorzustellen.


Die zentrale Aussage des Buches von Gregg Braden ist: Unsere Überzeugungen sind unser Leben. Sie haben sowohl Einfluss auf sämtliche Mechanismen in unserem Körper als auch auf Ereignisse im Universum, die sich in Zeit und Raum abspielen.

Das Wort Beobachter müsste aus allen wissenschaftlichen Büchern gestrichen werden und durch das Wort Teilnehmer ersetzt werden. Aber woher kommen diese allmächtigen Überzeugungen? Sie entstehen aus dem, was uns unsere Eltern, unsere Kultur, unsere Geschichte usw. mitteilen, also aus dem, was uns andere Menschen vermitteln. Und das führt zur nächsten Frage: Was ist, wenn diese Überzeugungen falsch sind? Was ist, wenn wir durchaus die Macht besitzen, unser Leben zu beeinflussen? Oder dazu beizutragen, dass Frieden auf der Welt herrscht? Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis können und sollten wir jede unserer Handlungen überprüfen.


Das Universum, das wie ein Computer funktioniert

„Wenn wir uns das Universum als Programm vorstellen, repräsentieren die Atome die Informationsbits eines gewöhnlichen Computers. Sie sind entweder ‚an’, existieren also als physische Materie oder sie sind ‚aus’ und existieren als unsichtbare Wellen.“ Greg Braden ist übrigens ehemaliger leitender Computersystem-Designer in der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie. Nachdem wir uns mit dem Bild des Universums als Computer und unseren Überzeugungen als Programmen vertraut gemacht haben, geht es weiterhin darum zu erkennen, in wieweit unsere Überzeugungen programmierend wirken und wie wir neue Programme entwickeln können. Die Definition von Überzeugung ist „eine Erfahrung, die sowohl in unserem Geist als auch in unserem Körper stattfindet“. Überzeugungen werden von Gefühlen untermauert. Gefühle entstehen aus der Kombination von Gedanken und Emotionen. Emotionen liegen lediglich nur zwei grundlegende Elemente zugrunde: Liebe oder Angst. Daraus folgt: Ein Gefühl ist ein entweder von Liebe oder Angst angetriebener Gedanke. Wir wählen, welche Gedanken unsere Startbefehle werden und mit welchen Emotions-Signalen wir diese Gedanken zum Leben erwecken wollen. Und all das beginnt in dem Reich, das wir Geist nennen.


Wie Überzeugungen entstehen

Neben unserem Bewusstsein gibt es auch den Bereich des Unbewussten und bei den meisten Menschen übernehmen die unbewussten Überzeugungen das Lebenssteuer. In dem Computervergleich hat das Unbewusste die Funktion der Festplatte: Es speichert große Mengen an Informationen, d.h. sämtliche Erfahrungen und Gefühle sind dort gespeichert. Man geht davon aus, dass 90-95 % unserer Alltagsfunktionen vom Unterbewusstsein gesteuert werden. Das hat durchaus etwas für sich, denn so müssen wir uns weder um Atmung noch um Verdauung kümmern. Man schätzt, dass der unbewusste Geist 500.000-mal schneller arbeitet als der bewusste Geist. Viele unserer Überzeugungen sind unbewusst und in den ersten sieben Jahren entstanden.


Der Realitätscode

Genauso wie der Wassertropfen mit dem Meer verbunden ist, genauso sind wir eins mit der Realität, die wir erzeugen. Als Teilnehmer entspricht der Fokus unserer Aufmerksamkeit einem schöpferischen Akt. In einem teilnehmenden Universum erzeugen wir unserer Wirklichkeit und erfahren gleichzeitig, was wir erzeugt haben. Das Bewusstsein selbst ist der Stoff, aus dem das ganze Universum besteht: „Wir können uns ein Universum ohne Beobachter gar nicht vorstellen, weil der Akt des Beobachtens der Grundbaustein des Bewusstseins ist.“

Alle Weisheitslehren nach ist die Welt ein Spiegel von Dingen, die sich in höheren Bereichen oder in einer umfassenderen Wirklichkeit ereignen. Sowohl die alten Texte als auch die Quantentheorie gehen davon aus, dass wir in der unsichtbaren Welt der Blaupausen unsere Beziehungen, Karrieren, Erfolge und Misserfolge in der sichtbaren Welt erzeugen. Aus dieser Sicht funktioniert unsere Realität wie ein kosmischer Bildschirm, der uns die nicht-physikalischen Energien unserer Emotionen und Überzeugungen zeigt, wie sie im physischen Medium des Lebens aussehen. „Die erste Regel der Wirklichkeit lautet, dass wir in unserem Leben zu dem werden müssen, was wir in der Welt erfahren wollen.“ Wissenschaftliche Beobachtungen bestätigen die Prinzipien, die spirituelle Lehrer übermittelt haben. „Wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf lenken, wie unser Leben aussehen würde, wenn sich unser Traum bereits erfüllt hätte, dann erzeugen wir in uns die Bedingungen, die es ermöglichen, dass uns die Erfüllung unseres Traumes umgibt.“

Das Geheimnis ist: Wir erfahren in unserem Leben genau das, womit wir uns am meisten identifizieren. So gesehen ist unsere Wirklichkeit weich und formbar. Sie passt sich unseren Erwartungen und Überzeugungen an. Jetzt stellt sich die Frage: Wie können wir hinderliche Überzeugungen heilen? Wie können wir den Realitäts-Code umschreiben? Unser Geist braucht einen Grund um seine Überzeugungen zu verändern und zwar einen guten Grund. Aber: „Wir sind, wofür wir uns halten. Unsere Überzeugungen zu verändern, bedeutet, unsere Identität zu verändern. Deswegen ist es so schwierig, unsere Identität zu verändern. Und deswegen wiederum ist es so schwierig, seine Überzeugungen zu verändern.“ Aber es gibt zwei Tricks: den Logik-Patch und den Wunder-Patch. Wir können unseren bewussten Geist durch die Kraft der Logik von einer neuen Erkenntnis überzeugen. Oder wir schalten die Logik aus und wenden uns direkt an unser Herz – dieser Weg führt über das Wunder. Ein Wunder ist ein Ereignis, das sich nicht mit den Naturgesetzen erklären lässt und sich damit unserer Vernunft entzieht. Damit verändert diese Erfahrung unser Bewusstsein und damit auch unsere Überzeugungen. Um Wunder-Patches in unser Leben einzuladen, gilt es, wundersame Ereignisse zu entdecken und zu erkennen. Sie sind überall und geschehen jeden Tag. Wenn wir erst einmal anfangen, Wunder zu erkennen, wundern wir uns, wo sie überall auftauchen.

Buchtipp:
Gregg Braden, Der Realitäts-Code – wie Sie Ihre Wirklichkeit verändern können
Koha, Burgrain, 2008, 316 Seiten, 12,95 Euro


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.