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Ausgabe November 2008
Mein alter Lehrer Schmerz

Die Grinberg Methode (GM) ist eine Körperarbeit, die größere Aufmerksamkeit, Wohlbefinden und Entfaltung individueller Potentiale zum Ziel hat.

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In dieser Arbeit sieht man den Schmerz nicht als Feind, sondern als Wegweiser und hilft dadurch lindern. Der Berliner Heilpraktiker Andreas Brieschke über seine Erfahrungen.

Die Fähigkeit Schmerz zu empfinden ist lebenswichtig. Schmerz ist eine Energie, die zu einer Bewegung führt (Hand von der Herdplatte...), dabei ziehen sich Muskeln zusammen. Führt die Bewegung nicht zum Erfolg, bildet sich eine Schonhaltung aus, die als Daueranspannung weitere Schmerzen zur Folge hat und schließlich zu Erschöpfung und Resignation führen kann. Körperliche und seelische Schmerzen haben die gleichen Folgen, sie bedingen und vermischen sich. Beenden wir die Reaktion auf den Schmerz, wird Energie für Neues frei.

Umgehen mit Schmerz
Im Versuch den Schmerz „loszuwerden“ wird allzu oft übersehen, was er uns mitzuteilen hat.
Man beginnt „den Boten hinzurichten“ anstatt die Botschaft zu hören.
Die Nebenwirkungen von Schmerzmittelmissbrauch sind bekannt, womit ich mich in keinster Weise respektlos gegenüber Menschen verstanden wissen möchte, die solche Mittel benötigen oder gar diese dogmatisch ablehnen.
Es geht mir hier um eine Haltung, eine Herangehensweise, gerade im Alltag, wenn es noch nicht schwere Erkrankungen sind, die uns zwingen zur ultima ratio zu greifen.
Auch unser Umgehen mit seelischem Schmerz sei hier genannt, wenn Fernsehen, Schokolade oder Alkohol zur Betäubung missbraucht werden.
Anstatt zu kämpfen oder zu resignieren, können wir lernen dem Anstoß, der Bewegung zu folgen, zu der uns dieser alte Lehrer auffordert.

Es beginnt doch eigentlich schon auf dem Spielplatz, wenn wir unseren Kindern mit den Worten: „Es ist doch gar nicht schlimm.“ den Schmerz zu nehmen versuchen, wenn wir sie hochnehmen bevor sie uns bitten, anstatt ihnen zu vertrauen, dass sie selbst wieder aufstehen werden, wenn der Schmerz verdaut und als Freund geholfen hat, sicherer Laufen zu lernen.

Ansatz der Grinberg-Methode
Durch verschiedenste Berührungen und Instruktionen zu Bewegung und Atmung erlebt der Klient seine Schonhaltung körperlich. Er lernt unnötige Anspannung fallen zu lassen, mehr zu atmen und so sein Energielevel zu erhöhen. Die unmittelbare körperliche Erfahrung, dass man etwas tun oder vielmehr lassen kann, um sein Wohlbefinden zu verbessern, ermöglicht ein anderes Umgehen mit dem Schmerz. Im Idealfall kann die ursprüngliche Verletzung, sei sie körperlich oder seelisch vollständig „verdaut“ werden.

Der Ansatz basiert auf dem Lernwillen und der Selbstverantwortung des Klienten. Ein besseres Umgehen mit der Situation, ein Beenden des Ausgeliefertseins und größeres Wohlbefinden können so erreicht werden. Der „Erfolg“ bezüglich der „Schmerzbekämpfung“, die ja nicht das primäre Ziel der Methode ist, hängt selbstverständlich von der individuellen Situation ab. Eine gründliche medizinische Abklärung ist dabei selbstverständlich.
Ein solcher „Lern- und Verdauungsprozess“ kann nur individuell sein, weshalb die GM keine Rezepte oder Techniken für beispielsweise Migräne oder Rückenschmerzen kennt und in ihrem ganzen methodischen Vorgehen niemals therapieren will, sondern immer nur das Lernen durch Erfahrung zum Ziel hat. Hierbei vertraut sie der Fähigkeit des Körpers zur Selbstheilung. Sie kann und will keinerlei notwendige medizinische oder sonstige Behandlung ersetzen.

Die Praxis
Der Lernprozess findet in einstündigen, in der Regel wöchentlichen Sitzungen statt und ist für alle Menschen geeignet, die eine praktische Veränderung in ihrem Leben erreichen wollen. Am Beginn eines solchen Prozesses steht die Analyse der Situation durch Beschreibungen, die Betrachtung der Füße und des ganzen Körpers. Insbesondere die Füße zeigen deutlich die Haltung mit der jemand „durchs Leben geht“, also wie der Körper genutzt wird und welche Veränderungen denkbar sind. Am Ende der Bestandsaufnahme wird eine Art „Lehrplan“ entwickelt, d.h. es werden Berührungsformen, Bereiche und eventuell Übungen sowie Lerninhalte für den Klienten individuell entwickelt. Solche Lerninhalte sind beispielsweise Atmung in einen bestimmten Bereich, Anspannen und Loslassen in einem anderen usw. In den wöchentlichen Sitzungen steht dann die praktische Arbeit am Körper im Vordergrund, das Gespräch findet nur kurz statt, Ziel ist ja Lernen durch unmittelbares Erleben. Ziel und Inhalte entwickeln sich im Verlauf des Prozesses. Die Ergebnisse oft überraschend.

Die möglichen Themen der Arbeit beschränken sich selbstverständlich nicht nur auf Schmerzen, sondern auch auf Veränderungen in Beziehungen, Verbesserung von Wohlbefinden und Energielevel sowie Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit seien beispielhaft genannt.

Andreas Brieschke
ist Heilpraktiker und qualifizierter Praktiker der Grinberg-Methode, Gründungsmitglied des Fachverbandes in Deutschland tätiger Praktiker der GM. Er praktiziert die Methode seit 10 Jahren.
„Der methodisch klar strukturierte Ansatz Menschen beizubringen, sich als Körper zu erleben und so einen praktischen Zugang zu den eigenen Potentialen zu erlangen, fasziniert und erfreut mich täglich.
Menschen beizubringen, wie sie ihren Körper als Bezugssystem nutzen können, um selbstverantwortlich froher und gesünder zu leben, ist die konsequente Weiterführung des präventiven Ansatzes meines naturheilkundlichen Hintergrundes.“
Weitere Informationen zur GM unter www.grinbergmethod.com


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