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Ausgabe November 2008
Innere Wahrnehmung und die Wahrheit der Gefühle

Wie gehen wir mit Krankheiten um? Haben Krankheiten auch eine psychologische und seelische Bedeutung?

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Kann man Sie erklären oder verstehen? Zeigt uns unser Organismus, dass etwas nicht stimmt, fragt sich unser Redakteur Hans Kämmerer.

Es ist schon faszinierend. Egal wo wir uns auf unserem Globus befinden, wie wir aufgewachsen sind oder aussehen, trotz aller kulturellen Unterschiede teilen die Menschen auf körperlicher Ebene scheinbar eine Sprache. Das Vokabular dieser Sprache bilden dabei die „Krankheits-Symptome“. Sie spiegeln sich in einer Veränderung von Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden beim Menschen wider - in einer Weise, die man objektiv beobachten sowie subjektiv erleben kann.
Niemand scheint ganz „zufällig“ an einer bestimmten Krankheit zu leiden. Schon der Volksmund fühlt, dass etwas „im Magen liegt“, „an die Nieren geht“ oder „das Herz bricht“. Wenn ein schmerzender Magen sprechen könnte, würde er uns zuflüstern, dass er bestimmte Konflikte nicht mehr verdauen kann, ein Herz uns wissen lassen, dass die Belastungen zu groß geworden sind und sogar ein Krebstumor könnte fragen, ob man sich selbst genug geliebt hat. Ja, selbst der Es ist schon faszinierend. Egal wo wir uns auf unserem Globus befinden, wie wir aufgewachsen sind oder aussehen, trotz aller kulturellen Unterschiede teilen die Menschen auf körperlicher Ebene scheinbar eine Sprache. Das Vokabular dieser Sprache bilden dabei die „Krankheits-Symptome“. Sie spiegeln sich in einer Veränderung von Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden beim Menschen wider - in einer Weise, die man objektiv beobachten sowie subjektiv erleben kann.
Niemand scheint ganz „zufällig“ an einer bestimmten Krankheit zu leiden. Schon der Volksmund fühlt, dass etwas „im Magen liegt“, „an die Nieren geht“ oder „das Herz bricht“. Wenn ein schmerzender Magen sprechen könnte, würde er uns zuflüstern, dass er bestimmte Konflikte nicht mehr verdauen kann, ein Herz uns wissen lassen, dass die Belastungen zu groß geworden sind und sogar ein Krebstumor könnte fragen, ob man sich selbst genug geliebt hat. Ja, selbst der Tumor. Jede Krankheit spricht. Über den Körper teilt uns die Seele mit, dass sie nicht mehr willens und imstande ist, mehr zu verkraften. Dadurch entstehen Symptome. Sie sind stets ein Hilferuf.

In der Schulmedizin waren Veränderungen oder Störungen in Form von Schmerzen oder Beschwerden per Diagnose als Krankheit festgestellt. Krankheit ist somit die Abwesenheit von Gesundheit. Mit diesem allgemeinen Krankheitsbegriff wird der Zustand eines Menschen, der ihn von gesunden Menschen unterscheidet, gekennzeichnet. Die praktischen Folgen sind vor allem medizinische Maßnahmen mit dem Ziel, Symptome zu lindern oder zu beheben. Gerade angesichts von Infektions-, Berufs- oder Erbkrankheiten macht dies Sinn, da deren Ursprung sehr offensichtlich von außen kommt beziehungsweise im Genom verankert ist. Klassisch schulmedizinische Behandlungen sind zum Beispiel bei der Diagnose Krebs oder AIDS besonders ratsam, da man hier nicht allein auf Selbstheilungskräfte bauen sollte.

Doch die Schulmedizin lässt sich auf die psychologische Ebene der Bedeutung einer Krankheit wenig ein. Bedauernswert ist dies vor allem, da es in den vergangenen Jahrzehnten einen immer schnelleren Erkenntniszuwachs in allen Teilbereichen der Medizin gab, also Fortschritt. Doch dies hat zu einer Spezialisierung geführt, die nicht immer im Sinne einer optimalen Versorgung des Patienten steht. Abhilfe hierfür versucht nun gerade die Integrative Medizin zu schaffen, indem sie sich als Brücke zwischen schulmedizinischen und komplementärmedizinischen Verfahren und Anbietern versteht. Es tut sich also etwas, man denkt langsam um und endlich mehr ganzheitlich.
Krankheit als Chance?

Ein Beispiel ist Hildegard von Bingen und ihre Migräneanfälle. Eine Krankheit hat ihren Weg gewiesen, und dadurch hat sie Generationen von Menschen inspiriert. Jede Krankheit hat also auch eine Botschaft. Die Frage lautet nur, was sie uns sagen will?

Laut Psychologie gibt es ein ganzes Reservoir an Themen, auf die sich die jeweilige Botschaft beziehen kann. Dabei ist das Thema Selbstliebe essentiell - um sich nicht selbst schaden zu wollen. Ebenso der Umgang mit Gefühlen. Warum lernt man, dass es nicht richtig sei, bestimmte Gefühle zu haben, dass es „falsch“ sei wütend zu sein, hasserfüllt oder neidig. Doch ein jeder von uns empfindet von Zeit zu Zeit Wut, Hass und Neid. Wenn wir aber einem inneren Verbot folgen, unterdrücken wir diese Energien und richten sie damit gegen uns selbst. So müssen wir wieder lernen Gefühle auszudrücken. „Geschluckte“ Emotionen machen krank! Genau wie Groll und Verbitterung. Kaum eine Gefühlslage ist so krankmachend, wie über lange Zeit unterdrückte Wut. Es entsteht Unmut, der sich nie wirklich entlädt, sondern im Untergrund aufstaut. Wir empfinden ihn leider oft gerade nahe stehenden Menschen gegenüber. Aber hier verdrängt man Wut besonders gern und bezahlt es mit ständiger Unzufriedenheit.

Überdies sollte man vergeben können. Das klingt nach hoher Kunst und ist es auch. Das Verzeihen lernen, vergeben, bedeutet Seele und Körper von negativem Ballast zu befreien - nicht, ein Verhalten zu entschuldigen, sondern Energie aus einer alten Geschichte herauszunehmen für das eigene Leben zu nutzen.

Hier kommt auch die Technik des bewussten Denkens ins Spiel. Es gibt eine Art, die der Gesundheit förderlich ist, und eine, die ihr schadet. Man sollte stets überprüfen, ob negative Gedanken das bisherige Leben beherrscht haben. Gesundheitsförderndes positives Denken ist eine aktive Entscheidung und Krankheit der späteste Zeitpunkt im Leben, wo man innehalten und sich fragen sollte: „Lebe ich so, wie ich es eigentlich immer wollte?“

1. Europäischer Kongress für Integrative Medizin
„Die Zukunft optimaler Patientenversorgung“


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