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Ausgabe September 2008
Voneinander lernen

Ein Interview mit Andreas Krüger

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KGS: Welche Erfahrungsräume gibt es an der Samuel-Hahnemann-Schule für zukünftige HeilpraktikerInnen?

Der Grundunterschied, den ich nach 25 Jahren Heilpraktiker Ausbildung erfahren habe, im Vergleich zu den Menschen die Medizin studieren, ist, dass jemand Heilpraktiker meist aus eigener schwerer Leiderfahrung wird. Und dann folgte dem Kollegen die Erfahrung von Heilung und Linderung seiner Beschwerden durch die Naturheilkunde.
Ich glaube, dass ein Therapeut seinen Patienten nur so weit auf seinem Heilweg begleiten kann, wie er das Leiden des Patienten kennt und den Heilweg seines ähnlichen Leidens gegangen ist.
An der Samuel-Hahnemann-Schule treffen sich hauptsächlich ähnlich Leidende mit Lehrern, die das Leiden kennen, meist selbst erlitten und zum Teil gelöst haben. Durch diese Grunderfahrung des Leidens ist eine völlig andere, menschliche sich austauschende Atmosphäre und Energie in unserem Schulsystem, als man es ansonsten von anderen Schulen und Universitäten kennt.
Um diese wichtigen Leiderfahrungen von allen nutzbar zu machen, werden immer wieder Räume eröffnet in denen Biographisches mitgeteilt werden kann, aber auch - das Wunder teilen - Räume, in denen wir uns immer wieder über unsere eigene Heilungs- und Wandlungserlebnisse austauschen, ob wir sie nun in der Homöopathie, der Leibarbeit, oder in anderen an der Samuel-Hahnemann-Schule angewandten Methoden lehren. Außerdem gibt es wohl keine Heilpraktikerschule an der soviel Raum für Supervision, soziales Lernen und Gemeinschaftsbildung zur Verfügung gestellt wird - sprich Teil des Unterrichtskonzeptes ist.
Beispielsweise unser „Ustinov-Kreis“, genannt nach dem großen Schauspieler, Mimen und auch Komiker Peter Ustinov, den ich persönlich sehr bewundere, ist ein Schulungskreis für didaktisches und therapeutisches Charisma. In diesem Kreis schule ich mit Mithra Zahedi, Regisseurin und Heilpraktikerin und ehemalige Schülerin der SHS, junge Dozentenschüler und Heilpraktiker mittels theatralischer Übungen und anderer Darbietungen wie Singen, Tanzen, Poesie, sich zu zeigen, ihre Ausstrahlung, ihr Charisma voll zu realisieren und zu entfalten und darüber Menschen, Schüler, Kollegen zu begeistern, zu entflammen, zu berühren.
Es ist eine wunderbare Erfahrung zu beobachten, wie die Kolleginnen und Kollegen, die trotz ihrer knappen Zeit in diesem Kreis tätig sind, anfangen zu strahlen, zu erblühen, den Glauben an sich selbst und an ihre Ausdruckskraft gewinnen.
Die Samuel-Hahnemann-Schule ist ein alchemistischer Kochtopf, in dem alle kochen, Dozenten und Schüler. Unsere Schule ist eine Gemeinschaft der Kochenden und der Garenden und irgendwann entsteigen diesem Kochtopf Delikatessen, heilende Delikatessen - schön, durch und frei.
Das Interview führte HP Irmgard Schmitz, Berlin



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