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Ausgabe Mai 2008
Die Kunst, präsent zu sein

Der Psychotherapeut Utz Krause-Sparmann über die Breema-Körperarbeit .

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Seit 1980 wird die Breema-Körperarbeit in ihrer authentischen Form im Breema-Zentrum in Oakland bei San Francisco unterrichtet und dort in der Breema-Klinik therapeutisch angewendet. Ziel ist es, Verstand und Körper miteinander in Einklang zu bringen, so dass wir unsere natürliche Vitalität erfahren und in der modernen Welt gesund und ausgeglichen sein können.

Was wird gemacht?
Breema verwendet körperliche Bewegungsabläufe wie Strecken, Dehnen, Streichen und Halten sowie eine Vielfalt von spielerischen, rhythmischen Bewegungen. Sie werden ‚mit dem ganzen Körper‘ ausgeführt. Die Partnerübungen werden bekleidet auf weichen Unterlagen und Teppichen auf dem Boden ausgeführt.
Breema beginnt immer damit, dass man das Gewicht des eigenen Körpers und den Atemfluss wahrnimmt. Im Laufe der Behandlung, wann immer sich die Position des Körpers verändert, richtet sich das Hauptaugenmerk darauf, dass der eigene Körper mit der Unterstützung des Körpers des Behandelten eine bequeme und entspannte Haltung hat. Der Behandelte erlebt sich dabei selbst, so wie er ist: nicht als ‚Problem‘, sondern als eine Unterstützung für sein Gegenüber.
Breema ist eine nicht-diagnostizierende und nicht-beurteilende Methode. Die Aufmerksamkeit ist nicht auf Krankheit, Probleme oder Konflikte gerichtet, sondern auf das Vitale im Menschen. Es ist eine Berührung ohne den Wunsch, den Körper, mit dem man arbeitet, ‚in Ordnung‘ zu bringen. Das Hauptaugenmerk der Praktizierenden ist auf die eigene Erfahrung im Augenblick ausgerichtet. Eine der Besonderheiten von Breema ist, dass die Behandler und die Behandelten gleichermaßen die positiven Wirkungen dieser Arbeit genießen können. Selbst-Breema-Übungen ermöglichen es, sich selbst zugleich als Behandler und als Behandelter zu erleben.

Breema Übungen
Jede Selbst-Breema Übung beginnt damit, mit der Aufmerksamkeit des Verstandes das Gewicht des Körpers und den Atemfluss zu registrieren, urteilsfrei und ohne Änderungsabsicht.
Selbst-Breema-Übung „Das Harz ernten“ :
Setze dich bequem in den Schneidersitz.
Lege dein rechtes Bein nach hinten, so dass der Fuß neben dem Gesäß liegt und das Knie und die Innenseite des Fußes auf dem Boden ruhen.
Lege beide Hände auf die Oberschenkel in die Leistengegend (die Fingerspitzen weisen zu den Innenseiten der Oberschenkel). Lehne dich langsam nach vorne; die Hände lehnen dadurch auf die Oberschenkel.
Halte kurz und lasse dann, während du dich aufrichtest, allmählich los.
Bewege deine Hände, jeweils im Abstand einer Handbreite, die Oberschenkel hinunter und wiederhole das Lehnen, Halten und Loslassen. Setze dies entlang der Oberschenkel und Waden bis zu den Zehen fort. Jedes Mal, wenn du dich hineinlehnst, übertragen die Hände nur so viel Gewicht auf die Oberschenkel bzw. Beine, wie es sich durch das natürliche Gewicht des Körpers beim Lehnen ergibt. Weder Druck noch Muskelkraft sind dabei erforderlich.
Lege beide Hände auf den Bauch und streiche dreimal entlang der Oberschenkel und Beine bis über die Zehen aus.
Bleibe im Rhythmus der Übung und wechsele die Position der Beine, so dass dein linkes Bein hinten und das rechte vorne liegt.
Wiederhole das Lehnen-Halten-Loslassen entlang der Beine bis zu den Zehen und streiche dreimal vom Bauch aus aus.
Setze dich wieder bequem in den Schneidersitz, die Hände liegen bequem auf den Knien.
Selbst-Breema Übung „Den Weizen mahlen“
Stelle dich bequem hin, die Füße etwa schulterbreit auseinander, und umfasse mit den Händen die Unterarme hinter dem Rücken.
Kreise mit den Hüften im Uhrzeigersinn. Die Kreisbewegung sollte möglichst groß sein und dabei doch angenehm bleiben. Der Oberkörper bewegt sich im Verhältnis zu den Hüften nur wenig. Kreise mindestens drei Atemzüge lang im Uhrzeigersinn und dann für die Dauer von mindestens drei Atemzügen gegen den Uhrzeigersinn.
Beende das Kreisen und streiche von den Nieren abwärts die Rückseite der Beine entlang bis zu den Zehen aus.
Richte dich auf. Bringe deine Hände dabei in leichten Kontakt mit der Vorderseite deiner Beine und dem Bauch, wieder zurück auf die Nieren. Wiederhole dieses Ausstreichen noch zweimal.
Streiche nun vom Bauch über die Vorderseite deiner Beine bis zu den Zehen. Beim Aufrichten bleiben die Hände wieder in leichtem Kontakt mit den Beinen.
Streiche noch zweimal aus. Wenn du zum dritten Mal bei den Zehen angekommen bist, streiche die Vorderseite der Beine hinauf bis zum Bauch. In Bauchhöhe kommen die Handrücken aneinander (die Finger zeigen dabei nach unten) und die Hände streichen entlang der Mittellinie des Körpers, heben sich bis über den Kopf, öffnen sich langsam und senken sich zu den Seiten.
Stehe bequem.
Behandlungsübung „You and the sky are one“: Du und der Himmel sind eins“
Der Partner liegt vor dir mit dem Rücken auf dem Boden.
Sitze im Schneidersitz zwischen seinen Füßen.
Halte die Fußinnenseiten für drei Atemzüge.
Behalte Körperkontakt, setzte dich im Schneidersitz an seine rechte Seite und halte mit deinen Händen sein Hara für drei Atemzüge. Deine linke Hand liegt auf der rechten Hand.
Knie dich hin und lehne in beide Sarkhanas für drei Atemzüge.
Behalte Körperkontakt, setzte dich im Schneidersitz hinter seinen Kopf und halte beide Sarkhanas für drei Atemzüge.
Bedecke die Augen des Partners für drei Atemzüge.
Lasse los und verbeuge dich vor dem Partner.



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