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Ausgabe April 2008
Liebespflanzen und aphrodisierende Elixiere

von Jörg Happe

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Es geht wieder auf den Frühling zu, in dem sich der Sonnengott mit der schönen Vegetationsgöttin aufs Neue vermählt und die Lebenssäfte in uns zurückkehren. Zu diesem Anlass wird die Auferstehung der Natur seit jeher unter zu Hilfenahme sinnlich berauschender Pflanzen in orgiastischen Festen gefeiert. Die wunderschöne, verführerische, erotische griechische Liebesgöttin Aphrodite gab den in solchen Riten eingesetzten Pflanzen ihren Namen: Aphrodisiaka. Aus der riesigen Vielfalt der in allen Kulturen hochgeschätzten Liebespflanzen werden hier einige herausragende Vertreter näher vorgestellt.

Den Extrakten aus der Rinde des kräftigen, wild wachsenden südamerikanischen Catuaba-Baumes werden wahrhaft mystische Eigenschaften zugesprochen. In Brasilien sagt man: „Zeugt ein Mann bis zum Alter von 60 Jahren ein Kind, war er es. Geschieht es danach, war es Catuaba.“ Die Rinde fördert die Durchblutung im Beckenbereich, dient zur Erhaltung der sexuellen Potenz und hat darüber hinaus vitalisierende und tonisierende Eigenschaften.
Eine andere Baumrinde aus dem Amazonas-Gebiet, deren sinnlich stimulierende Wirkung auch in der westlichen Welt anerkannt wird, ist Muira Puama, hierzulande auch als „Potenzholz“ bekannt. Muira Puama hebt die sexuellen Aspekte der Wahrnehmung hervor, steigert das Lustempfinden und wirkt darüber hinaus entspannend und ausgleichend. Da das wirksame Harz in dem Holz kaum wasserlöslich ist, empfiehlt sich die Einnahme alkoholischer Extrakte.

Eine schon recht bekannte mittelamerikanische Liebespflanze ist der wunderschön gelb blühende, wohl duftende Damianastrauch. Das Kraut kann geraucht oder als Tee aufgebrüht werden. Am wirkungsvollsten sind jedoch alkoholische Auszüge. Damiana ist ein altes indianisches Aphrodisiakum. Es wirkt auch mild euphorisierend und kann zur Stärkung der sexuellen Energie regelmäßig eingenommen werden.

Die karibische Chaneyroot ist auf Jamaika ein Hauptbestandteil der dort beliebten „Roots Tonics“. Die Lianenwurzel hat anregende und stärkende Eigenschaften und steigert die sexuelle Erlebnisbereitschaft.
In der westlichen Welt bisher kaum bekannt ist die brasilianische „Hundepfote“, No de Cachorro. Auf Kräutermärkten in Rio wird die Wurzel als kraftvolles Potenzmittel gehandelt. Eigene Forschungen zeigten, dass No de Cachorro auch wahrnehmungserweiternde Eigenschaften hat: Das Erleben wird mit einem goldenen Schimmer versehen.

Alle oben beschriebenen Pflanzen finden sich in unterschiedlichen Formen auf dem Markt, z.B. als Tees oder als „Liebeselixiere“, die mit weiteren Pflanzenteilen und aphrodisierenden Gewürzen wie Safran, Vanille, Galgant oder Kardamom ergänzend gemischt sind.

Literaturtipps: Rätsch, Müller-Ebeling - Lexikon der Liebesmittel, Rätsch – Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen, Storl – Pflanzendevas, Schuldes – Psychoaktive Pflanzen.


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