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Ausgabe April 2008
Erwecken des Dritten Auges

Magdalena Novak stellte Jane Stevens Fragen über ihre Arbeit, die Clairvisionschool und den Workshop.

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Jane Stevens ist führende Lehrerin und Ausbilderin der Clairvisonschool und war 15 Jahre lang Schülerin von Samuel Sagan, dem Gründer der Clairvisionschool. Im April kommt sie nach Berlin, um einen „Erwecken des Dritten Auges“ Workshop zu leiten.

Magdalena Novak: Jane, im April wirst du nach Berlin kommen. Was wirst du in deinem Workshop unterrichten?

Jane Stevens: In diesem Workshop werden die Basisübungen der Meditation erlernt. Dies beinhaltet die Arbeit mit dem - wie wir es nennen - "Dritten Auge", einem feinstofflichen Organ für Zentrierung, Hellsicht und die Aktivierung von Lebenskraft. Ziel ist es, den Teilnehmern an diesem Wochenende einfache Meditationstechniken zu vermitteln, die sie dann im täglichen Leben anwenden können. Wir zeigen ihnen, wie man sehr schnell die wohltuende Wirkung der Meditation in Form von Zentriertheit, Klarheit und innerer Ruhe erfahren kann.

Was genau ist das "Dritte Auge"?

Es ist ein Energiezentrum zwischen den Augenbrauen, welches Gegenstand vieler verschiedener Traditionen ist. Im Grunde ist das Dritte Auge ein Tor zu inneren Welten. Wir beginnen mit dem Dritten Auge, weil das Erspüren dieses Energiezentrums eine sehr greifbare Erfahrung für die Teilnehmer sein kann und über das Dritte Auge noch höhere Bewusstseinsstufen erreicht werden können. Wir nennen es das "Erwecken des Dritten Auges" weil das Ausüben unserer Techniken zu einer Öffnung dieses Energiezentrums führt.

Gibt es Menschen, die für diese Arbeit geeigneter sind als andere? Haben zum Beispiel einige Menschen ein geöffnetes Drittes Auge und andere nicht?

Man kann sicherlich sagen, dass einige Menschen das Dritte Auge bewusster wahrnehmen, jedoch existiert dieses Energiezentrum in jedem Menschen. Nicht wir oder eine Tradition erschaffen es. Wir werden uns durch die Techniken darüber bewusst. Wenn du schon etwas Meditationserfahrung hast, die vielleicht Ähnlichkeit mit der unseren hat, ist deine Sensibilität für dieses Energiezentrum wahrscheinlich erhöht. Im Grunde jedoch ist dies nicht wichtig, denn unsere Meditationstechniken wurden für Menschen entwickelt, die keine Meditationserfahrung haben. Auch ich hatte noch nicht meditiert, als ich begann. Ich war ziemlich skeptisch. als ich meinen ersten "Erwecken des Dritten Auges"-Workshop besuchte. Jedoch konnte ich sowohl den Bereich zwischen den Augenbrauen als auch die anderen Energiezentren so deutlich fühlen, dass mein Zynismus vor Erstaunen und dem Wunsch weiterzumachen wie weggeblasen war.

Was hat dich zu dem "Erwecken des Dritten Auges" Workshop gebracht?

Um ehrlich zu sein, kam ich mit meinem Leben nicht voran. Ich hatte es satt. So nahm ich an dem Workshop aus echter Neugier darüber, ob so etwas überhaupt existierte und funktionierte, teil. Ich hatte schon etwas über die Clairvisionschool gehört und mir gefiel ihr Leitsatz: "Komm und überzeuge dich selbst!". Es klang so frei von irgendwelchen Glaubenssätzen. Es gab auch keine "wilden" Theorien, die dir aufgedrängt wurden. Es ging mehr um deine eigene direkte Erfahrung. Daher war ich sehr neugierig darauf, ob ich selbst ohne den Einfluss einer bestimmten Philosophie ein prägendes Erlebnis haben würde.

"Probier' es aus und überzeuge dich selbst" - was meinst du damit?

In diesem Workshop geht es um deine unmittelbare Erfahrung. Viele Bücher wurden über energetische Erlebnisse, Eingebungen, Visionen, übernatürliche Erlebnisse und so weiter geschrieben. In diesem Workshop machst du einfach die vorgegebenen Übungen und beobachtest, was in dir geschieht. Es gibt kein richtig oder falsch. Alle Erfahrungen sind willkommen. Alle Techniken der Clairvisionschool basieren auf dieser Philosophie: "Probier' es aus und überzeuge dich selbst." Es ist ein erhabenes Gefühl, wenn dir nichts vorgegeben wird. So kannst du deine eigenen Erfahrungen machen, was oftmals eine noch nachhaltigere Wirkung hat. Auf diese Weise wurden die Techniken abgewandelt - je nach dem, ob die Schüler etwas beobachten konnten oder nicht.

Kannst du uns mehr über die Clairvisionschool erzählen?

Die Clairvisionschool wurde von dem französischen Arzt Dr. Samuel Sagan gegründet. Er erhielt seine Ausbildung in Frankreich, studierte aber auch in Indien bei verschiedenen Hindu-Meistern. Schon in frühen Lebensjahren hatte er großes Interesse an spirituellen und esoterischen Lehren. Was er in Indien gelernt hatte, faszinierte ihn und er entschied sich dazu, Meditationstechniken sowohl auf der Basis der Hinduistischen als auch der westlichen esoterischen Lehren zu entwickeln. 1988 entschied er sich, in Australien mit einer kleinen Gruppe Schülern die Schule zu eröffnen und schrieb das Buch "Tor zu inneren Welten", welches man sich kostenlos als PDF von der Clairvision Website herunterladen kann. Er entwickelte seinen zweitägigen Workshop, in welchem er seine Teilnehmer so gut in die grundlegenden Meditationstechniken einwies, dass viele von ihnen sehr schnell eine Vorstellung von Meditation und ihrer energetischen Struktur bekamen. Von da an schuf er mit Hilfe seines Teams eine ganze Reihe unterschiedlicher Übungen, die, abgesehen von Meditationsübungen, auch Rückführungsübungen enthielten. Die Schule in Australien hat sich in den letzten 20 Jahren stark vergrößert und läuft sehr gut. Samuel ist momentan dabei, eine Schule in den USA zu gründen. Ich habe meinen Sitz in London und leite diese Anfängerworkshops in ganz Europa. Es ist nicht das Ziel der Schule, sehr groß zu werden, jedoch ist sie sicherlich durch der Zugänglichkeit der Übungen gewachsen.

Hat Samuel Sagan seine Theorie aus anderen Lehren übernommen oder bezieht er sich auf seine eigenen Gedanken?

Er hat sich auf keinen Fall alles selbst ausgedacht, denn die Techniken liegen dem hinduistischen und auch westlichem System für feinstoffliche Körper zugrunde (z.B. Rudolf Steiner, Max Heindl und Jacob Boehme). Jedoch hat er sicherlich seinen eigenen Stil in die Übungen gebracht. Seine Theorie ist zwar stark von anderen Lehren beeinflusst, jedoch ging es darum, seine Lehre anderen zugänglich zu machen. Wenn sich also jemand mit Rudolf Steiner oder dem Hinduismus auskennt, wird er einiges davon in Samuels Modell wieder finden. Samuel entwickelte seine Techniken während seines Aufenthalts in Indien und brachte seine eigenen Erfahrungen später durch die Zusammenarbeit mit seinen Schülern ein.

Für wen eignen sich die Clairvision-Techniken am ehesten?

Sie eignen sich für jeden, der daran interessiert ist, ein eigenes spirituelles Bewusstsein zu entwickeln. Man braucht keine spezielle Begabung, nur den Wunsch Zeit zu investieren, um diese spezifischen Fähigkeiten zu entwickeln. Die Übungen haben eventuell unterschiedlich starke Effekte, d.h. man kann gleich zu Beginn sehr intensive Erfahrungen machen. Es kann aber auch eine Weile dauern, bis man überhaupt etwas merkt. Ein anderer Grundsatz für diese Arbeit ist: "üben, üben, üben". Wenn du diese sehr einfachen und kraftvollen Übungen anwendest, werden sie früher oder später ihre Wirkung zeigen, was natürlich nicht immer hundertprozentig vorhersehbar ist.

In der Anzeige für deinen Workshop in Berlin habe ich gelesen, dass man Techniken erlernt, die man später im täglichen Leben anwenden kann. Heißt das, dass du eine Meditationsform unterrichtest, die keine Einsamkeit voraussetzt?

Eines der Ziele der Clairvisionschool ist es, die Techniken in den Tagesablauf zu integrieren, damit sich das tägliche Leben verbessert. Sie helfen dir, die Dinge klarer zu sehen. Die Schule heißt Clairvision, weil Klarsicht entwickelt werden soll. Mit der Basis-Meditation, die für ca. 20 Minuten am Morgen durchgeführt werden soll, beginnst du eine gewisse Klarheit für deinen Tagesablauf zu entwickeln. Du beginnst zu erkennen, welche Situationen für dich nicht günstig sind und was energetisch um dich herum geschieht. Es kann sich um Dinge handeln, die du schon intuitiv gewusst hast, jedoch wirst du mehr Gewissheit haben. Du kannst dieses zusätzliche Bewusstsein dazu nutzen, dein tägliches Leben kritischer zu betrachten- und dies kann eine Menge bewirken. Ich entdeckte für mich frische Früchte und Gemüse, bekam ein Gefühl dafür, was in meinem Arbeits- und Privatleben vor sich ging und nahm die Einflüsse meiner Umgebung deutlicher wahr. Ich bemerkte z.B., ob Freunde energielos, traurig oder ärgerlich waren oder ob mir bestimmte Arbeitssituationen gut taten oder nicht.

Es gibt auch Menschen, die möglicherweise überempfindlich sind und schon ein Bewusstsein für die Energien um sie herum haben, sodass die Übungen eventuell einen negativen Einfluss auf sie haben könnten. Können diese Techniken für überempfindliche Menschen gefährlich sein?

Wenn man überempfindlich ist, ist es eigentlich besser hinzusehen, was wirklich passiert, anstatt davor wegzulaufen. Wenn du weißt, was mit dir geschieht, verringern sich gefährliche Situationen um dich herum. Der beste Schutz, den man haben kann, ist eine klare Sicht und genau darum geht es: Eine klare Sicht zu entwickeln. damit du selbst erkennen kannst, wann etwas in deiner Umgebung ungesund für dich ist. Wir stellen auch fest, dass solche Menschen, wenn sie ihre Erfahrungen benennen und sich mit anderen darüber austauschen können, sich weniger bedroht fühlen und sich im Gegenzug mehr an ihrer Sensitivität erfreuen.
In der Schule kursiert die Redewendung, zum "NBY" zu werden, welche "nicht gestern geboren" bedeutet. Dies bezieht sich auf eine bestimmte Geerdetheit, die mit der Entwicklung der inneren Sicht einhergeht. Bei der Erweckung des Dritten Auges ermutigen wir die Schüler dazu, während der Meditation ein Gefühl für sich selbst zu entwickeln, wodurch ein starkes "Ich Bin" oder "Ich-Gefühl" entsteht. Du bist also da und beobachtest und hast eine Vision von dem, was um dich herum passiert. Dies gibt dir Schutz und verringert die Angst, so dass merkwürdige Gefühle und Unsicherheit verschwinden.

Wie hat diese Meditation dein Leben verändert?

Meditation und die Arbeit mit der Clairvisionschool hat mein Leben wirklich drastisch geändert. Ich habe 15 Jahre lang als Mitglied der Schule meditiert und als ich damit begann, ging es mir ziemlich schlecht. Ich trank eine Menge Kaffee und Alkohol und ich war ziemlich orientierungslos, ohne Ehrgeiz und ohne Vollzeitjob. So gesehen war ich ziemlich verloren und unglücklich und hatte Paradoxerweise mit New Age nichts am Hut. Trotzdem bin ich aus Neugier zu einem dieser Workshops gegangen und erlebte eine deutliche energetische Veränderung. Ich war schockiert darüber, dass ich so etwas selbst fühlen konnte und dass es existierte. Noch neugieriger machte es mich herauszufinden, wie weit ich selbst dabei gehen konnte. Von diesem Zeitpunkt an ging alles sehr schnell mit mir. Ich gab viele meiner selbst zerstörerischen Verhaltensweisen sofort auf. Ich wollte nicht mehr trinken, hatte keine Lust mehr soviel auszugehen und begriff auch, dass einige meiner Freundschaften mir nicht besonders gut taten. Ein ganzer Abschnitt meines Lebens war von einschneidenden Veränderungen gekennzeichnet. Ich war viel mehr an meinem Beruf interessiert und wurde besser darin, wurde glücklicher in meinen Beziehungen und gab eine Menge ungesunder Eß- und Trinkgewohnheiten auf. Sehr schnell begann meine Karriere voran zu gehen. Ich wechselte von Teilzeit auf Vollzeit und wurde viel erfolgreicher. Ich arbeitete als Krankenschwester und nahm an verschiedenen Weiterbildungen teil, worauf ich zur "clinical nurse specialist" (eine Spezialisierung für einen bestimmten medizinischen Bereich), befördert wurde. Ich wechselte ins Management und bekam von einem größeren Krankenhaus das Angebot, den Bereich bei ihnen zu leiten, in dem ich arbeitete. Diese große Veränderung in meinem Leben kann ist direkt auf die Meditation und was sie für mich bedeutet zurückzuführen. Zusammen mit der ganzen Meditationsgeschichte war da so ein "Oh", so bin ich also, das ist es, was ich tun will. Das ging ziemlich tief. Dadurch war ich sehr daran interessiert, es voranzubringen und so weit zu kommen, dass ich auch lehren und anderen helfen konnte. Es dauerte viele Jahre, bis ich soweit war zu unterrichten, aber es war eine unglaubliche Reise für mich.

Was passiert mit den Teilnehmern nach dem Workshop? Wirst du künftig wieder nach Berlin kommen?

Wir planen regelmäßig Workshops in Europa zu veranstalten und schreiben diese auf unserer Website aus. Ob ich wieder nach Berlin komme, hängt von der Zahl der Interessierten ab. Wenn es viele sind, wird sicher jemand kommen, entweder ich oder jemand anders, um die Leute hier zu unterstützen und weitere Workshops in Zukunft zu leiten. Wir ermutigen die Teilnehmer, auch innerhalb Europas Workshops zu besuchen, denn sie sind für Schüler aller Länder offen. Was in den USA sehr gut funktioniert und was wir auch hier planen, ist die Gründung von kleinen Gruppen, in denen wöchentlich gemeinsam die Inhalte des Workshops wiederholt werden. Es ist eine große Hilfe, diese Techniken dann auch im Alltag anwenden zu können.

Vielen Dank, Jane. Wir wünschen dir einen schönen Aufenthalt in Berlin und einen erfolgreichen Workshop.



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