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Ausgabe Februar 2008
Mit Blütenessenzen heilen

Peter Abadh Kühn ist Co-Leiter der Berliner Schule für Heilkunde und wird unsere neue Rubrik „aus der Heilpraxis“ mit Informationen über Bachblüten eröffnen.

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Der Begründer der Bachblütentherapie ist der englische Arzt Dr. Edward Bach, der von 1886 bis 1936 lebte. Edward Bach fand heraus, dass bestimmte Blüten aus der Pflanzenwelt den Menschen auf feinstofflicher Ebene positiv beeinflussen können. Bach nannte diese Pflanzen "the happy fellows of the plant world" - die fröhlichen Begleiter der Pflanzenwelt. Feinstofflich bedeutet, dass die Blütenessenz auf den Energiekörper eines Menschen wirkt und damit auch auf Gemütsstimmungen und Gefühle. Dr. Edward Bach ging davon aus, dass uns in negativen Gemütsstimmungen wie z.B. Angst, Verzweiflung oder Unentschiedenheit etwas fehlt. Uns fehlt eine bestimmte Energie oder Schwingung, über die wir zur Zeit nicht verfügen. Diese Schwingungen können die Bachblüten ersetzen. Das tun sie so lange, bis wir wieder in der Lage sind, über diese Energie selbst zu verfügen. Das bedeutet: In der Bachblütentherapie wird nicht ein negativer Zustand bekämpft, sondern dem Menschen wird es mit Hilfe der Blütenessenzen ermöglicht, den dazu passenden positiven Part zu entwickeln.

Bachblüten und Spiritualität
Edward Bach war ein sehr religiöser und spiritueller Mensch. Für ihn hat jeder Mensch eine Aufgabe in seinem Leben zu erfüllen. Jeder Mensch hat ein Ziel, auch wenn er dieses Ziel nicht immer deutlich sieht. Wenn ein Mensch im Einklang mit dem Höheren Selbst, mit dem Kosmos, dem Universum oder, wie Bach selbst sagte, mit Gott ist, wird er Erfüllung finden. Wendet sich ein Mensch von seiner Aufgabe oder seinem Ziel ab, so wird er zunächst negative Gemütsstimmungen wie z.B. Hilflosigkeit, Angst, Neid, Unsicherheit erleben. Später können sich dann auch körperliche Symptome einstellen. So sind negative Gefühle und Gemütsstimmungen wie auch körperliche Symptome ein Hinweis darauf, dass ein Mensch nicht im Einklang von Körper, Geist und Seele lebt. Die Einheit von Körper Geist und Seele zu erleben ist es, was uns heilt. In der Bachblütentherapie geht es neben der Beseitigung von unangenehmen Symptomen, seien es nun körperliche oder psychische, auch um eine stärkere Verbindung zu Gott (oder, wie andere sagen: Spirit, Kosmos, Höheres Selbst), weil die Verbindung von Körper, Geist und Seele uns gesund und heil machen kann. Edward Bach ist es gelungen, eine Verbindung zwischen unserem Gefühlsleben, körperlichen Erkrankungen und unserer spirituellen Entwicklung aufzuzeigen. Deshalb benutzen viele Menschen die Bachblüten nicht nur zur Linderung oder Behandlung körperlicher Symptome, sondern setzen sie ganz bewusst ein, um eine Unterstützung auf ihrem persönlichen Weg zu haben. Viele Menschen sind oftmals verwundert, wie sehr sich durch eine Bachblütentherapie ihr Leben in positiver Richtung verändert. In der Bachblütentherapie geht es neben einer Harmonisierung von Gefühlen und Stimmungen (was unsere Selbstheilungskräfte stärkt und dadurch auch körperliche Erkrankungen positiv beeinflusst) vor allem darum, unseren eigenen Weg zu finden und dann auch zu gehen. Eine Veränderung von negativen hin zu positiven Einstellungen und Gefühlen ist verbunden mit einem Transformationsprozess. Die Bachblütentherapie ist somit auch verbunden mit einem persönlichem Wachstumsprozess! Dieser Wachstumsprozess geschieht nicht automatisch, sondern wir selbst sind es, die eine Veränderung bewirken. Durch die Blütenessenzen erhalten wir dazu die nötige Kraft, Klarheit und Unterstützung. Ein Bachblütenberater kann in diesem Wachstumsprozess ein wichtiger Begleiter sein.

Die Bachblüten entsprechen archetypischen Seinszuständen
Die Bachblüten sind in der Lage, einen harmonisierenden Einfluss auf unser Gefühlsleben zu bewirken. Blütenessenzen können z. B. bei Ängsten, Verzweiflung, Unentschiedenheit, Minderwertigkeitsgefühlen oder Zweifeln eingesetzt werden. Es handelt sich dabei um archetypische Gefühls- und Gemütszustände, d. h. grundsätzlich kann jeder Mensch solche Gefühle und Stimmungen empfinden. Jedem negativen Gefühl sowie jeder negativen Stimmung lässt sich eine Blütenessenz zuordnen. Wichtig in der Blütentherapie ist es, individuell für jeden Menschen gemäß seiner aktuellen Gefühls- und Stimmungslage, eine passende Blütenmischung zusammen zu stellen.

Wie finde ich die richtigen Blütenessenzen?
Um herauszubekommen, welche Blüten im Moment gebraucht werden, gibt es verschiedene Auswahlmöglichkeiten wie z.B.:
- ein vertrauensvolles Gespräch zur Erforschung der Gefühlslage mit einem Freund oder einem kompetenten Bachblütenberater
- der kinesiologische Armtest
- der Greiftest
- Auspendeln von Blütenessenzen
- Auswahl anhand zugeordneter Hautzonen
- Auswahl durch einen Fragebogen
- intuitive Auswahl durch Blütenbilder
Bei jeder Blütenauswahl ist es wichtig, die Blütenkombination zu besprechen, so dass die Einnahmeblüten innerlich auch wirklich bejaht werden können. Grundsätzlich ist es möglich, eine eigene Blütenmischung selbst auszuwählen. Ein Bachblütenberater wird jedoch mit seiner Erfahrung und seinem Wissen eine große Unterstützung sein.

Wie wirken die Bachblüten?
Blütenessenzen selbst besitzen eine ihnen zugeordnete Schwingung. Diese Schwingung entspricht wiederum einem bestimmten Gefühl bzw. Gemütslage. Fehlt einem Menschen diese Schwingung, so fehlt ihm etwas. Dieser Mangel drückt sich dann in Form eines negativen Gefühlzustandes aus wie z.B. in mangelndem Selbstwertgefühl (Blüte Larch). Nach Dr. Edward Bach ist ein negativer Gemütszustand ein Mangel. Bei einer Einnahme der Blütenessenz Larch erhält nun der Mensch diese Qualität (Selbstvertrauen) durch die Blütenessenz. Die Einnahme erfolgt so lange, bis der Mensch in der Lage ist, den positiven Zustand selbst herzustellen. Die Entwicklung von der negativen hin zur positiven Seite ist begleitet von einer persönlichen Veränderung. Wenn wir auf der positiven Seite des Lebens verweilen, ist das ein wesentlicher Faktor für unser Heilsein.

Reaktionen auf die Einnahme
Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf die Einnahme von Blütenessenzen. Einige typische Reaktionen sind:
- größere Ruhe und Ausgeglichenheit
- mehr Aktivität und Freude im Leben
- intensiveres Träumen
- neue Lebenspläne und auch deren Verwirklichung
- auch Erstverschlimmerungen wie Unruhe, Hautreaktionen oder verstärktes Wahrnehmen von Gefühlen sind möglich, die in der Regel innerhalb weniger Tage verschwinden.

Kurzbeschreibung der 38 Bach-Blütenessenzen
Jede einzelne Blütenessenz besitzt einen positiven und einen negativen Aspekt. Im positiven Aspekt verfügt der Mensch über die Qualität der Blüte. Im negativen Aspekt fehlt ihm diese Qualität. Die Beschreibungen beziehen sich auf die negativen Aspekte, da nach diesen Aspekten ausgewählt wird.

Agrimony (Odermennig)
oberflächliche Fröhlichkeit und Sorglosigkeit, Probleme und innerer Schmerz werden verborgen gehalten, Agrimony-betonte Menschen sind oft suchtgefährdet.

Aspen (Espe)
unbestimmte, nicht erklärbare Ängste, Ängste vor unsichtbaren Wesen oder unsichtbarer Macht.

Beech (Rotbuche)
übermäßig kritische Einstellung anderen Menschen gegenüber, Intoleranz, Verständnislosigkeit, wenig Einfühlungsvermögen.

Centaury (Tausendgüldenkraut)
schwacher Wille, freundliche, hilfsbereite Haltung, kann nicht nein sagen, läßt sich leicht ausnutzen, kann schlecht Grenzen setzen, "Fußabtreter", "Aschenputtel".

Cerato (Bleiwurz)
Selbstzweifel, man folgt nicht der eigenen Weisheit, fragt andere ständig um Rat.

Cherry Plum (Kirschpflaume)
Zwangsvorstellungen, Besessenheit, Angst, etwas Schreckliches zu tun, Angst innerlich loszulassen, Angst, verrückt zu werden, Temperamentsausbrüche.

Chestnut Bud (Kastanienknospe)
aus den eigenen Erfahrungen wird nicht genügend gelernt, gleiche Fehler werden immer wieder gemacht, Gefühl der Gleichgültigkeit, bei Lernschwierigkeiten.

Chicory (Wegwarte)
möchte über andere Menschen bestimmen, erwartet viel Aufmerksamkeit, mischt sich überall ein, gibt, um zu bekommen und zu binden, "die bedürftige Mutter".

Clematis (gemeine Waldrebe)
Tagträumer, flüchtet aus dem Hier und Jetzt in eine Traumwelt, wenig Interesse für die Dinge um ihn herum, verletzt sich schnell aus Unachtsamkeit heraus.

Crab Apple (Holzapfel)
Gefühl, seelisch, geistig oder körperlich unrein und beschmutzt zu sein, Detailkrämer.

Elm (Ulme)
man fühlt sich momentan überfordert und glaubt, seiner Aufgabe nicht gewachsen zu sein.

Gentian (Enzian)
fehlende Zuversicht, Pessimismus, Zweifel, fehlendes Gottvertrauen, es wird gar nicht erst ausprobiert, weil es ja sowieso nicht klappt.

Gorse (Stechginster)
starke Niedergeschlagenheit, man glaubt nicht mehr an eine Besserung, ohne Hoffnung sein, oftmals Zustand bei langandauernder schwerer Krankheit.

Heather (Heidekraut)
möchte im Mittelpunkt stehen, braucht viel Aufmerksamkeit, redet viel, klammert sich an andere, "das bedürftige Kleinkind"

Holly (Stechpalme)
Neid, Haß, Rachegefühl, Mißtrauen, Eifersucht.

Honeysuckle (Jelängerjelieber)
schwelgt in der Vergangenheit, flüchtet aus dem Hier und Jetzt und schwärmt von vergangenen Zeiten.

Hornbeam (Weißbuche)
Montagmorgengefühl, Erschöpfung aufgrund von einseitig mentaler Beschäftigung.

Impatiens (Drüsentragendes Springkraut)
ungeduldig und gereizt, oft muskuläre Verspannungen, starke geistige Anspannung.

Larch (Lärche)
mangelndes Selbstwertgefühl, Antriebsschwäche, Minderwertigkeitsgefühl.

Mimulus (Gefleckte Gauklerblume)
konkrete benennbare Ängste, Schüchternheit, Furcht.

Mustard (Wilder Senf)
Niedergeschlagenheit, depressive Verstimmung, Gefühl tiefer Traurigkeit kommt und geht ohne erkennbaren Anlaß.

Oak (Eiche)
Kämpfertyp, gibt nie auf, geht über die eigenen Grenzen.

Olive (Olive)
Erschöpfung auf geistiger, seelischer und körperlicher Ebene.

Pine (Kiefer)
Schuldgefühle, Selbstvorwürfe, Scham.

Red Chestnut (Rote Kastanie)
übertriebene Sorgen und Ängste um andere, zu enge Bindung an einen Menschen, die nicht gut tut.

Rock Rose (Gelbes Sonnenröschen)
sehr starke Ängste, Panik, Schrecken.

Rock Water (Quellwasser)
hart zu sich selbst, hohe Ideale, stellt die Ideale vor die eigenen Bedürfnisse.

Scleranthus (Einjähriger Knäuel)
wechselhafte Stimmung, sprunghaft, innerlich unausgeglichen.

Star of Bethlehem (Doldiger Milchstern)
für die Folgen von Schock oder Traumata aus der Vergangenheit, unabhängig davon, wie lange es zurückliegt, "Der Seelentröster".
Sweet Chestnut (Edelkastanie)
tiefe Verzeiflung, sich in einem tiefen schwarzen Loch fühlen.

Vervain (Eisenkraut)
starker Enthusiasmus, möchte überzeugen, erschöpft sich.

Vine (Weinrebe)
setzt sich mit allen Mitteln durch, rücksichtslos, dominant

Walnut (Walnußbaum)
in Zeiten der Veränderung und den damit verbundenen Unsicherheiten, auch als Schutzblüte.

Water Violet (Sumpfwasserfeder)
stolze Zurückhaltung, Gefühl, nicht verstanden zu werden.

White Chestnut (Weiße Kastanie)
innere Dialoge, Gedankenwirrwarr, Einschlafschwierigkeiten

Wild Oat (Waldtrespe)
findet seine Lebensaufgabe nicht, Zweifel und Unzufriedenheit.

Wild Rose (Heckenrose)
Resignation, apathisch, passiv, innere Kapitulation.

Willow (Gelbe Weide)
man fühlt sich als Opfer des Schicksals, kann nicht vergeben.

Rescue Remedy (Mischung aus Cherry Plum, Clematis, Impatiens, Rock Rose, Star of Bethlehem)
Notfalltropfen, nach Schockerlebnissen, vor Aufregendem.

Einnahme und Dosierung von Bachblüten
Um die Bachblüten einzunehmen, werden sie verdünnt. Dazu wird eine 30 ml Pipettenflasche zu 3/4 mit kohlensäurefreiem Wasser und zu 1/4 mit Alkohol (z.B. Brandy) gefüllt. Nun gibt man in diese Pipettenflasche von jeder Blüte, die zur Einnahme ausgewählt wurde, 2-3 Tropfen aus der Urtinktur. Aus dieser Einnahmeflasche werden vier mal vier Tropfen pro Tag eingenommen. Gerade zu Beginn einer Bachblütentherapie kann es sein, dass der Wunsch besteht, die Blüten häufiger einzunehmen. Das kann bedenkenlos gemacht werden. Dann können jeweils vier Tropfen öfter als viermal pro Tag eingenommen werden. Bei Bedarf kann natürlich auch die Häufigkeit vermindert werden. Die Blütenessenzen können auch auf die Haut aufgetragen oder ins Badewasser gegeben werden. Bei akuten Zuständen werden zwei Tropfen der Urtinktur in ein Wasserglas gegeben. Das Wasser wird dann schluckweise getrunken.
Jede Blütenmischung sollte grundsätzlich auf den Menschen abgestimmt sein, da es ja um die eigene persönliche Gemütslage geht. Trotzdem können in bestimmten Situationen fertige Blütenmischungen hilfreich sein, da wir doch in spezifischen Situationen ähnlich fühlen oder reagieren.

BEKANNTE MISCHUNGEN

Die bekannteste Mischung sind die Notfalltropfen (Rescue Remedy), die Dr. Edward Bach zusammenstelle und eine Unterstützung in allen Notlagen und aufregenden Situationen sind. Diese Mischung gibt es bereits fertig gemischt in fast jeder Apotheke.

Prüfungssituation
Gentian: bei pessimistischer Grundhaltung und Zweifel
Elm: bei dem Gefühl der momentanen Überforderung
Clematis: um wach und klar im hier und jetzt zu sein, bei der Tendenz gedanklich abzuschweifen
Larch: bei mangelndem Selbstvertrauen und inneren Zweifeln
White Chestnut: bei Gedankenwirrwarr, gedanklicher Unruhe
Mimulus: Bei Angst, die Prüfung nicht zu bestehen
Chestnut Bud: als grundsätzliche Lernblüte, aus Fehlern lernen
Star of Bethlehem: wenn mit der Prüfung ein altes Trauma verbunden ist, z.B. bereits schon einmal nicht bestanden

Schlafschwierigkeiten
Cherry Plum: bei innerer Unruhe und Angespanntheit
Heather : bei dem Bedürfnis nach Geborgenheit und Zuwendung
Vervain: bei dem Gefühl von innerem Druck und etwas dringend erledigen zu müssen
Walnut: um Schutz zu haben
Crab Apple: inneres Ungleichgewicht
White Chestnut: bei quälenden Gedanken, Gedankenwirrwarr

Nach einer Trennung
Pine: bei Schuldgefühlen
Red Chestnut: wenn man nicht loslassen kann
Sweet Chestnut: bei tiefer Verzweiflung
Holly: bei Rache-, Hass-, Eifersuchts-, Neidgefühlen, bei Zorn und Groll
Honeysuckle: bei Schwärmerei über vergangene Zeiten
Larch: bei mangelndem Selbstwertgefühl
Willow: wenn man sich als Opfer fühlt
Mustard: bei depressiver Verstimmung

Die hier aufgeführten Blütenmischungen sind beispielhaft. Wichtig ist es, genau herauszubekommen, wie ein Mensch emotional reagiert, um dann entsprechend die Blüten zusammen stellen zu können.



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