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Ausgabe Februar 2008
Somato-Psychopädagogik

Der französische Therapeut Danis Bois entwickelte die Somato-Psychopädagogik, die über intensive Wahrnehmung innerer körperlicher Bewegungsabläufe positiven Einfluss auf psychische Zustände nimmt.

Von Sylvie Rosenberg

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Die Somato-Psychopädagogik geht davon aus, dass es zwischen dem Gewebszustand und dem psychischen Zustand einen Zusammenhang gibt. Dabei spiegelt der Zustand des Körpers den Zustand der Psyche und der Zustand der Psyche den Zustand des Körpers wider. Wenn wir also einen Körper berühren, so berühren wir nicht nur einen Organismus, sondern eine Person in ihrer Ganzheit. Aufgrund dieser Erfahrungen versucht die Somato-Psychopädagogik zwischen Geist und Körper eine neue Brücke zu schlagen mit dem Ziel, den Gegenwartsmoment als intensiv und bedeutsam zu erleben.
Danis Bois beschreibt die Art und Weise, wie er den Übergang von der Welt der Empfindungen zur Welt der Sprache entwickelt hat, wie folgt: „Ich wollte Bedingungen schaffen, damit die Worte wieder aus dem innersten Wesen entspringen können, das heißt verbunden mit der Innerlichkeit. Wie konnte ich wahre Worte leben lassen, Worte, die keinen Raum zulassen würden zwischen dem im Körper Wahrgenommenen und dem Gesagten und die schließlich den Inhalt des bislang stillen Wesenszustandes ausdrücken würden? Ich spreche von einem Körper, der seine eigenen Gedanken vermitteln würde, von einem verkörperten Denken, das sich in Worte kleiden würde.“
Um zu dieser Sprache des Sinnlichen zu gelangen, wird der Praktiker seinen Patienten kognitiv fordern, indem er ihm Fragen stellt, die eine beschreibende Antwort verlangen. Über diese körpervermittelte Sinnsuche wird sich der Patient seiner verschiedenen Arten von Erlebnissen und derer Bedeutungen bewusst. Diese müssen dann noch reaktiviert und neu betrachtet werden, damit sich deren Sinn, der naturgemäß erweiterbar ist, voll entfalten kann. „Wir werden dann Zeuge eines auftauchenden neuen Verständnisses, nach welchem das Subjekt sich auf seinen neuen Zustand beruft, um sich seines vorhergehenden Zustands bewusst zu werden. Diese Entdeckung durch den Vergleich vermittelt eine neue Art, in seinem Leben einen Sinn zu entfalten.



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