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Ausgabe Februar 2008
Entscheidungen

Über das Denken und die Physik als Grundlagen für persönliche Entscheidungsfindungen -
von Dr. Lutz Wilde

art54117
Täglich stehen wir vor einer Vielzahl von Entscheidungen, die wir ganz unterschiedlich bewältigen. Manchmal zwingen wir uns, anderes durchdenken wir, manchmal handeln wir ganz spontan, andere hören auf ihr Gefühl, ihr Herz, ihre innere Stimme. Doch an allen bewussten Entscheidungen ist das Denken beteiligt. Ich möchte zeigen, wie unsere gesellschaftlichen Vorstellungen vom Denken und der Entscheidungsfindung durch die Physik mit ihrem naturwissenschaftlichen Weltbild geprägt wurden und wie notwendig ein eigenes, tiefes Umdenken ist. Der Schamanismus mit seinen bewährten Methoden bietet dabei sowohl praktische Lebenshilfe als auch eine nachvollziehbare Erklärungsgrundlage. Und sie ist ein Angebot, die spirituelle Seite des eigenen Lebens mit dem alltäglichen Leben zu verbinden.

Das lineare Denken
Aufgewachsen bin ich in einer Zeit, in der Fragen und Probleme direkt angegangen werden konnten. Nennen wir es einmal die "Ich stehe hier und wie komme ich dort hin"-Mentalität. In der Physik ist das das lineare Denken der klassischen Mechanik. Wie bewegt sich ein Körper von einem Anfangs- zu einem Zielort? Wir gehen so vor, dass wir das gesamte komplexe Umfeld mit seinen Wechselbeziehungen einfach reduzieren. Es gibt einen Anfangszustand, ein Ziel, es gibt eine Kraft, deren Kenntnis uns/mir den einfachsten Weg zum Ziel offenbart. Mit diesem Ansatz haben wir in unserem Kulturkreis die Vergangenheit bewältigt und viele Lösungen gefunden. Es hat uns dahin gebracht, wo wir heute stehen. Und - dieses Vorgehen hat sich tief in unser Verhalten und Denken eingeprägt: Wir denken linear.

Neue Herausforderungen
Die Anforderungen von heute sind nur noch selten mit diesem vereinfachenden Ansatz zu lösen. Dabei ist es egal ob wir uns in der Physik bewegen oder Themen der Umwelt, Politik, Wirtschaft ansehen - die Zeit der einfachen Lösungen ist vorbei. Wir sind, ob wir es nun wahr haben wollen oder nicht, Teil eines großen Beziehungsgeflechtes . Was tun? Eine Antwort liefert die Quantenphysik, die es seit mehreren Jahrzehnten gibt. Sie bringt uns fundamentale Neuerungen.

Antworten aus der Quantenphysik
Mit unserem linearen Denken sind wir es gewohnt, dass ein Teilchen, ein Körper, also jedes materielle "Ding" entweder an diesem oder an jenem Ort ist. Es ist festgelegt. Ein "Ding" kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein. Die Quantenphysik als Welt der Energien und kleinen Teilchen zeigt hingegen, dass jedes Teilchen sowohl an diesem Ort als auch an jenem Ort und sogar auch ganz woanders sein kann.

Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten
Wir fangen an, in Wahrscheinlichkeiten zu denken. Zu 70% findet dieses statt, zu 20% jenes und zu 10% etwas ganz anderes. Wir könn(t)en das lineare Denken durch ein Denken in Wahrscheinlichkeiten ersetzen. Unser Denken wird damit komplexer, aber auch offener. Es eröffnen sich Möglichkeiten, wo es früher nur "Tatsachen" gab. Möglichkeiten, die genutzt werden können - in und für unser Leben. Und: Es erfordert ein Umdenken. Das ist unbequem, denn es läuft dem bequemen "auf dem Erlernten beharren" zuwider. Wer sich jedoch darauf einlässt, findet eine Vielzahl von Möglichkeiten, die unterschiedlich wahrscheinlich sind. Dabei kann (passiv) beobachtet werden, dass häufig das Wahrscheinlichste eintrifft . Wir können allerdings auch aktiv werden. Damit meine ich: Wir tun etwas, so dass eine andere Möglichkeit, die eigentlich unwahrscheinlich ist, doch eintritt. Viele Menschen kennen solche Begebenheiten in ihrem Leben. Sie haben durch aktives Tun ihre Zukunft verändert .

Quantenphysik und die Landkarte unseres Lebens
In der Quantenphysik würde man die Gegebenheiten in einer Energiefeld-Landschaft betrachten. Das kann man sich als eine Landschaft mit Bergen und Tälern vorstellen. Analog zum Ball, der von oben nach unten rollt, sind in der Landschaft die stabilsten Punkte unten in einem Tal. Es erfordert Arbeit, von einem Tal über einen Berg in das benachbarte Tal zu kommen. Doch woher wissen wir, welches Tal "unser Tal" ist? "Unser Tal", in dem wir uns am Wohlsten fühlen? Wir haben zwar eine Vorstellung von "unserem Tal", unseren Zielen, aber die Details kennen wir nicht. Wir wissen nicht, wo sich dieses Tal auf unserer Lebens-Landkarte befindet. Wir wissen nicht, welcher Weg der beste dorthin ist.

Probieren als Lösung?
Nach altem Vorgehen würden wir einfach eine Richtung ausprobieren. Wenn es nicht besser wird, probieren wir eben eine andere Richtung. Wird es besser? Nein … Ja - Gut. Dann geht es in diese Richtung, bis wir etwas Neues gefunden haben. In der heutigen Art und Weise ist es etwas anstrengender: Wir sind aufgefordert, an jedem Entwicklungspunkt nachzusehen und zu überprüfen: Ist die eingeschlagene Richtung noch diejenige, die besser zu werden verspricht? Doch jetzt kommt das Dilemma: Wer sagt denn, dass der Weg vom "jetzt" zu dem "guten Ziel" die ganze Zeit Schritt für Schritt immer besser wird? Warum sollte es auf dem Weg zu dem "guten Ziel" nicht auch Etappen geben, die schwerer sind, wo Hürden zu überqueren sind? Da versagt unsere Methode.

Orientierung durch die Stimme der Seele und des Geistes
Würde es in uns tatsächlich keine Instanz geben, die unsere Lebens-Landschaft kennt und uns genau den besten Weg weisen kann, so müssten wir in einem beständigen Gefühl der Angst, des Stresses, des Nicht-Wissens, der Orientierungslosigkeit leben. Das würde sich natürlich auf unsere Lebensqualität auswirken. Gereiztheit, Schlafstörungen, Allergien, nervöse Mägen oder Kopfschmerzattacken wären in einem solchen Szenario sicherlich häufig anzutreffen. Doch es gibt tatsächlich eine solche Instanz in uns. Es gibt "Etwas" in uns, das unseren Weg genauestens kennt, uns immer wieder ganz klar die Richtung anzeigt und uns führt - wenn wir nur darauf hören würden. Genau: Ich spreche von der Seele und dem Geist eines jeden Menschen. Diese sind es, die uns genauestens führen. Doch wieso hören wir nicht zu? Ganz einfach: Es wurde uns nicht beigebracht. Wir haben das lineare Denken und das lineare Entscheiden gelernt. Doch das greift nur noch sehr begrenzt. Etwas anderes ist erforderlich - das Zuhören auf die Stimme des Geistes oder der Seele.

Das Zuhören lernen
Viele Frauen haben an dieser Stelle einen Vorteil. Sie haben gelernt, auf ihr Gefühl zu hören. Sie treffen Entscheidungen "aus dem Bauch heraus", die sich häufig als völlig richtig herausstellen. Andere folgen dem Herzen, und auch hier zeigt sich eine gute Führung . Was kann man nun tun? Und vor allem: Wieso sind diese Entscheidungen nur "häufig" richtig und nicht "immer richtig"? Die energetische Wahrnehmung der Schamanen lehrt uns dazu folgendes: Wir Menschen bestehen nicht nur aus einem physischen Körper, sondern haben um diesen Körper noch verschiedene energetische Felder, die als Energiekörper bezeichnet werden. In diesen Energiekörpern wiederum befinden sich unsere Gedanken, Vorstellungen, Gefühle, Traumen, Erfahrungen, Ängste usw. Wir sind uns dessen nicht voll bewusst, aber genau diese Strukturen, die Muster sind es, die uns bei bestimmten äußeren Ereignissen in einer immer wiederkehrenden Art und Weise denken, fühlen, entscheiden und handeln lassen. Und diese Muster sind sehr, sehr schnell. So schnell, dass uns oft nicht bewusst ist, dass wir überhaupt entscheiden. Es kommt eine unangenehme Situation - und wir reagieren mit "Rückzug", "Abwehr" o.ä.. Diese "automatische Bewegung" ist es, die verhindert, dass wir die Stimme der Seele / des Geistes hören und wahrnehmen. Und wenn wir sie nicht klar hören, wenn wir etwas anderes hören, dann wundert es nicht, wenn der Rat, die Entscheidung eben nicht richtig ist.

Hindernisse ausräumen
Hier hilft, wenn wir mit unserem Körper, Seele oder Geist sprechen. Fragen wir den zuständigen Bereich (Körper, Seele, Geist), was er uns mit diesem Muster oder "Hindernis" zeigen möchte. Nehmen wir uns Zeit, entspannen wir und hören wir geduldig zu. Die Antworten kommen über Bilder, Gefühle, Körperreaktionen, Gedanken o.ä.. Haben wir eine Erkenntnis, dann können wir mit den bewährten Sätzen voranschreiten: "… (Problem benennen) - Ich nehme dich wahr. Ich kenne dich. Ich brauche dich nicht mehr und ich lasse dich in Dankbarkeit los." Unser Energiekörper reagiert auf diese Worte. Je kraftvoller die Worte sind und je "kleiner" das Hindernis ist, desto zügiger geht das Ausräumen. Und wenn Sie meinen, Sie können nicht kommunizieren oder Sie nehmen nichts wahr, so beginnen Sie genau damit … Schneller oder tiefer gehen u.a. schamanisch-energetische Methoden. Mit ihrer Hilfe können tief unbewusste Muster ins Bewusstsein gehoben und Erfahrungen verarbeitet werden. Dabei wird die an diesen Mustern und Erfahrungen gebundene Kraft gelöst. Mit der freigesetzten Lebensenergie können wir unser Leben freudvoller, harmonischer gestalten. Dieses "Lösen" führt auch dazu, dass die eigenen Wahrnehmungen klarer werden, denn unser Geist kann ja jetzt klarer mit uns kommunizieren. Und da wir nicht mehr mit unseren "alten Erfahrungen" beschäftigt sind, können wir auch besser "zuhören". Wer dieses erst einmal erkennt und die positiven, unser Leben bereichernden Auswirkungen erlebt, geht diesen Weg sicherlich immer weiter. Denn das ist das Schöne daran: Es gibt kein Ende…

Freude am Weg
Jedes Mal, wenn jemand seiner inneren Stimme folgt, freue ich mich: Wieder einer mehr, der den Weg der Selbstfindung und Selbstrealisierung geht. Dieser Weg wird vom Leben sehr vielfältig gestaltet. Ich selbst bin einen schamanischen Weg zum "geistig energetische Heiler" gegangen, durch den sich mein Leben grundlegend in einen Weg der Freude und des Findens gewandelt hat. Ihren Weg werden Sie finden, da bin ich mir sicher. Und denken Sie daran: "Fürchte Dich nicht vor dem langsamen Voranschreiten. Fürchte Dich nur vor dem Stillstand" (chinesisches Sprichwort).

Lutz Wilde ist promovierter Physiker, Organisationberater, Dozent an der Akademie House of Shaman und TriFormBalance-Lehrer. Er ist Mitglied in AHARTA, dem Verband für Energie- und Lichtarbeit und als Heilungs- und Lebenswegberater/begleiter tätig


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