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Ausgabe Januar 2008
Zeitmanagement -Selbstmanagement

Zeit ist eine objektive Größe, die wir höchst subjektiv und emotional wahrnehmen. Ein neuer Jahresbeginn ist für viele ein Auslöser, sich über das eigene Zeitmanagement Gedanken zu machen. Der Coach Jürgen Häger wirft einen Blick auf die Uhr des Lebens.

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Fokus auf der Zeit
„Ich habe keine Zeit“, „Die Zeit läuft mir davon“, „Zeit ist Geld“, „Alles braucht seine Zeit“ sind einige der bekanntesten Glaubenssätze und „zeitgeistigen“ Sprüche. Was ist los mit der Zeit, dass sie offensichtlich so dahinrast und knapp bemessen zu sein scheint? Nun, mit der Zeit ist genau so viel und wenig los wie eh und je – mal davon abgesehen, dass es viele Konzepte, Theorien und Meinungen darüber gibt, was Zeit eigentlich genau ist ...
Jenseits dessen soll uns ein Zeitmanagement zumindest dabei helfen, mit der uns zur Verfügung stehenden oder von uns gefühlten Zeit organisiert, strukturiert und sinnvoll umzugehen. Meist geht es darum, Zeit zu „sparen“ oder Zeit zu „gewinnen“. Als ob die Zeit etwas wäre, was man erweben, horten oder ausgeben könnte. Die Zeit kann weder gespart, noch gewonnen, noch gemanagt werden, da sie „in ihrer Zeit vergeht“, egal, was wir während dieser Zeit tun. Wir haben keinen direkten Zugriff auf die Zeit. Wir können sie nicht verkürzen oder verlängern. Wir können nur lernen, uns in der „Dimension Zeit“ anders, bewusster, sortierter zu bewegen.
Fokus auf uns selbst
Das, was wir organisieren und managen können, sind in erster Linie wir selbst. Daher ist ein Zeitmanagement in Wirklichkeit ein Selbstmanagement. Dieser feine Unterschied sei insofern erlaubt, weil beim „Zeitmanagement“ der Fokus auf der „Zeit“ liegt – außerhalb von uns. Beim Selbstmanagement ist der Fokus auf unser „Selbst“ gerichtet, d.h. wir übernehmen die Verantwortung für unser Tun und nicht für die Zeit. Da Worte in unserem Leben eine bedeutende Rolle spielen, sei auf diesen Aspekt hingewiesen. „Zeitmanagement“ ist dennoch ein etablierter Begriff, daher finden sich unter diesem Stichwort ähnliche Publikationen wie unter „Selbstmanagement“. Ein Selbstmanagement orientiert sich an der eigenen Person, an den individuell entwickelten Mustern und Prägungen im persönlichen System. Hier können wir etwas für uns und an uns tun. Wir können lernen, Handlungen, Abläufe, Einschätzungen, Zusammenhänge, Wechselwirkungen zu verändern, zu optimieren und zu verbessern – wenn wir das wollen oder dringend brauchen.

„Ich will das ändern!“
Es gibt Menschen, die praktizieren täglich ein undurchsichtiges – für Außenstehende nicht nachvollziehbares – Chaos und sind dabei gut drauf, kreativ, produktiv und erfolgreich. Andere wiederum dümpeln wohlorganisiert und perfekt „getimed“ vor sich hin ... Wann also ist ein Selbstmanagement wirklich notwendig und sinnvoll?
Zum Beispiel dann, wenn ich mit meiner bisherigen Lebensorganisation einfach nicht mehr klar komme. Das kann in bestimmten Entwicklungs- oder Altersphasen der Fall sein. Oder ich stehe einer neuen, großen Herausforderung gegenüber wie Beruf, Krankheit oder einem Projekt und weiß, ich muss mich jetzt neu organisieren, sonst schaffe ich das nicht. Oder ich bin einfach genervt von mir selbst, weil mir ständig Dinge passieren, die ich so nicht mehr haben will. „Ich will das ändern,“ ist in diesem Zusammenhang der wichtigste Satz. Die bewusste Entscheidung, etwas verändern zu wollen und eine kraftvolle Eigenmotivation sind entscheidende Faktoren für ein nachhaltig funktionierendes Selbstmanagement. Vor allem dann, wenn eine Veränderung von tiefsitzenden Verhaltensmustern und Prägungen erreicht werden soll.

Methoden und Techniken
Es gibt zahlreiche Workshops, Seminare, Publikationen, Methoden und Techniken, die auf vielfältigste Art und Weise Hilfe und Unterstützung anbieten. Hierbei ist es wichtig, sich etwas auszusuchen, was der eigenen Chemie, dem persönlichen Geschmack entspricht und Spaß macht. Man kann sein Gedächtnis gezielt trainieren, seinen Organisationsstil ändern, sich ein Computerprogramm installieren, einen „Organizer“ oder „Timer“ besorgen oder sich ein eigenes System ausdenken. Entscheidend ist, dass man es selber gut findet und dass es auch wirklich funktioniert. Geduld, wiederholtes Üben und Ausprobieren bringen den Erfolg. „Im Laufe der Zeit“ hinterlässt die neu erworbene Organisationsstrategie ihre Spuren auf der inneren Festplatte und überschreibt die alten Programme. Dann ist sie verinnerlicht und „läuft“ von alleine.

Buchtipps
Jörg-Peter Schröder: Selbstmanagement. Wie persönliche Veränderungen wirklich gelingen
Lothar J. Seiwert: Wenn du es eilig hast, gehe langsam
Werner Tiki Küstenmacher: simplify your life
Martin Scott: Zeitgewinn durch Selbstmanagement. So kriegen Sie Ihre neuen Aufgaben in den Griff
Internetempfehlungen:
www.zeitzuleben.de
www.todo-liste.de
www.orgenda.de
www.selbstmanager.net


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