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Ausgabe Dezember 2007
Ein Fest der Liebe

Weihnachtszeit – eine Zeit voller Gegensätze, die jeder anders erlebt. Der Yogalehrer Mario Freivogel spielt mit Assoziationen und Möglichkeiten.

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Weihnachten - die Düfte der irdischen Genüsse, das Lichtermeer im Dunkeln, die wärmenden Räume der Nähe. Bei jedem wird ein eigenes Bild entstehen, auch wenn es das der Ablehnung ist. In einer Jahreszeit, in der Kälte und Dunkelheit mehr Raum einnehmen und die Natur zu sterben scheint, ist das Fest der Liebe entstanden - als eine Verbindung scheinbarer Gegensätze aus heidnischen und christlichen Ritualen. Ein Ort für alles, was uns scheinbar fehlt: Fülle und Wachstum, Abwechslung und Farbigkeit, Wärme und Licht, Lebendigkeit und Liebe.
Es ist einer Person gewidmet, die den Gegensatz schlechthin darstellt: Christus, der Gottessohn am Kreuz, der sich opfert, um uns zu retten. Also ein Fest gegen die Angst. Wie ein Vergrößerungsglas lässt es unsere Sehnsüchte, Befürchtungen und Wünsche wachsen, aber auch erkennbar werden. Eine Zeit, in der wir beschenkt, beglückt, geliebt werden möchten. Aber wie und durch was? Jedes Jahr wird das Fest der Liebe auch zum Test der Liebe. In kaum einer anderen Zeit gibt es so viele Auseinandersetzungen, so viele kleine und große Explosionen, was völlig natürlich ist: Wenn wir Liebe erleben wollen, wird sich auch alles zeigen, was der Liebe im Wege steht.

Die Chance: die Selbstliebe
Doch gibt es überhaupt einen Ausweg aus dem Irrenhaus der unterschiedlichen Ansichten, Wünsche, Ziele? Ja, einen sehr schwierigen und ganz simplen: Wir dürfen einfacher werden. Wir dürfen uns an ganz einfache, altbekannte und vielleicht langweilige Wahrheiten halten: Wenn Spannung zu groß wird, dürfen wir Entspannung finden. Aber wir müssen uns Zeit dafür nehmen. Wir dürfen über den Körper wieder fühlen und spüren, was uns wirklich entspricht. Wir dürfen uns die Natur zum Vorbild nehmen und uns zurückziehen, wenn die Kälte und der Druck von außen zu groß werden. Wir dürfen den Leitsatz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ immer wieder neu als Herausforderung empfinden. Und erst mal uns selbst lieben. Und das Selbst entdecken, dass hinter allen Rollen und Wünschen liegt, in völligem Frieden. Wir finden es an Orten der Stille - in uns, wo wir alles loslassen können, was an uns zieht, wo alle Vorstellungen zu dem werden, was sie sind – zu Spielmöglichkeiten, die wir aber nicht zwingend benötigen, um das Leben genießen zu können. Wir wissen zwar um die Projektionen, aber wir unterschätzen noch immer deren Kraft und lassen uns dann wie der Zauberlehrling durch unsere Vorstellungen und deren Energien bewegen, die wir vor die Wirklichkeit gestellt haben. Dabei übergehen wir, dass uns das Leben immer das Passende anbietet, das wir völlig ausreichend sind mit dem, was wir zur Verfügung haben. Nehmen wir Disharmonien als Möglichkeiten, als Geschenke zu einem besseren Verständnis wahr, kann Liebe auf individuelle, passende Art entstehen. Der Ausgangspunkt ist immer das Mitfühlen – zuerst mit sich und dann mit der Umwelt. Und aus der Fülle der Selbstliebe werden wir dann auch Liebe schenken können.



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