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Ausgabe November 2007
Die vier authentischen Verlangen


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Der spirituelle Lehrer Keith Sherwood schreibt über die verschiedenen Formen menschlichen Verlangens, wie sie in vedischen Texten beschrieben werden.

In vielen vedischen Texten über Tantra und Yoga wird gesagt, dass es vier authentische Verlangen gibt. Sie sind normale Funktionen des Lebens auf dieser Erde, und sie unterstützen unsere Beziehungen. Sie sind nicht zu verwechseln mit den Verlangen nach bestimmten Dingen, Sachen und/oder Erlebnissen, die man meint unbedingt haben zu müssen - denn aus ihnen entstehen lediglich Anhaftungen.

Das erste Verlangen
Das erste authentische Verlangen, Artha, ist das nach Wohlbefinden und Wohlstand. Artha bezeichnet nicht die Gier nach materiellen Dingen, sondern unterstützt Beziehungen, denn es motiviert dazu, eine materielle Umgebung zu schaffen, in der Beziehung möglich ist und gedeihen kann. Um diese Umgebung zu schaffen, liefert Artha die dafür nötige Energie.

Das zweite Verlangen
Das zweite Verlangen ist Kama. Kama bezeichnet sowohl Vergnügen als auch das Verlangen danach. Schon in yogischen und tantrischen Texten findet man die Aussage, dass Gott das Universum zu seinem Vergnügen erschaffen hat. Daher ist es nicht überraschend, dass Kama auch in menschlichen Beziehungen eine Rolle spielt und diese unterstützt. Kama liefert die notwendige Energie, um das Vergnügen, die Liebe, die Intimität und Freude zu erfahren, die in einer Beziehung auftauchen. Kama bezeichnet nicht die unvollständige und rein körperliche Wollust zwischen Menschen, die nichts mit wirklicher Intimität gemeinsam hat. Kama ist das authentische Verlangen, innerhalb einer Beziehung in engem Vertrautsein Vergnügen miteinander zu teilen. Wenn du dir die Erlaubnis gibst, dieses Vergnügen zu erfahren, ist das ein wichtiger Schritt, denn er befreit dich von den Tabus und Anhaftungen, die dich daran hindern, eine wirklich intime Beziehung einzugehen.

Das dritte Verlangen
Das dritte authentische Verlangen ist Dharma. Dharma bedeutet im Sanskrit: das, was zusammenhält – genau genommen das, was weltliche Beziehungen davon abhält, ins Chaos zu stürzen. Es gibt zwei Arten von Dharma: ein gemeinsames/kollektives und ein individuelles. Das gemeinsame Dharma aller Menschen ist, wieder zurück in die bewusste Einheit mit dem universellen Bewusstein zu gelangen, in Beziehung mit dem universellen Bewusstsein und einem Partner zu sein. Das individuelle Dharma ist der ganz persönliche Weg, den ein Mensch geht, um wieder in diesen Zustand zu gelangen.

Das vierte Verlangen
Das vierte authentische Verlangen ist Moksha. Es ist das Verlangen nach Transzendenz – nach spiritueller Freiheit und nach Befreiung von karmischen Anhaftungen. Moksha ist das höchste der vier authentischen Verlangen, denn ohne Moksha gäbe es nichts, was den Menschen dazu veranlasst, ü ber rein körperliche Bedürfnisse hinauszugehen. Wir wären nur auf Nahrung, Status, Fortpflanzung und Überleben aus. Moksha motiviert uns dazu, nach einem Partner zu suchen und Entscheidungen zu treffen und Handlungen zu vollziehen, die auf eine intime Beziehung hinauslaufen. Da sich jeder Mensch nach wahrer und ganzheitlicher Intimität sehnt, ist Moksha genau genommen der wahre Zustand, der wahre Kern, jedes Menschen. Auch wenn dieses Verlangen bis jetzt nur in dir geschlummert hat – in dem Moment, wo du dich bewusst entscheidest, mit Integrität zu leben, nach (ganzheitlicher) Intimität mit dem Universellen Bewusstsein zu trachten und mit einem Partner Vergnügen, Liebe, Intimität und Freude zu erfahren, kannst du Moksha in dir erfahren.
Keith Sherwood: Schnupperseminar, 9.11.07, 18-21 h, Bewegter Raum, Belziger Str.7, 10823 Berlin, Anmeldung Tel.: 6144613, office_berlin_anja@web.de


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