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Ausgabe November 2007
Bewusst gesund

Ofir Touval arbeitet seit Jahren mit Kinesiologie und Homöopathie. Seine Beobachtungen führen ihn zu der Erkenntnis, dass wirkliche Gesundheit erst dann entsteht, wenn wir aus der reaktiven Haltung zu einer aktiven Gestaltung finden. Haidrun Schäfer befra

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Haidrun Schäfer: Die Kinesiologie war die erste Ausbildung in Ihrer Karriere, bevor Sie die Homöopathie hinzunahmen und beide Methoden miteinander kombinierten.

Ofir Touval: Über diese Kombination habe ich vor sieben Jahren ein Buch geschrieben: "Homöokinesiologie". Mittlerweile habe ich mich auch weiterentwickelt und der Weg führt eindeutig zu einem neuen Gesundheitsbewusstsein. Meine jahrelange Erfahrung zeigt, dass auch Behandlungsmethoden wie Homöopathie, Bachblüten oder auch Bioresonanz nicht die Bewusstseinsebene involvieren. Ich habe mich immer wieder gefragt, warum Menschen auch nach guten, naturheilkundlichen Behandlungen wieder krank wurden. Im Laufe der Zeit wurde mir klar, dass das Bewusstsein nicht in diese Heilungsprozesse mit einbezogen wurde. Ein Gesundheitsbewusstsein ist deutlich mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Auch wenn ich jetzt körperlich gesund bin, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich mein Bewusstsein im Körper manifestiert und ich Symptome entwickele.

Heißt das, Sie vermuten, dass unser Bewusstsein die Überzeugung enthält, dass Krankheit zum Leben dazu gehört?

Nein, aber wir haben ein Bewusstsein, welches uns ständig sabotiert. Sie kennen die Situation, wenn man weiß, etwas Bestimmtes würde einem gut tun: z.B. zweimal die Woche joggen zu gehen oder die Ernährung auf Vollwert umzustellen oder aufhören zu rauchen. Wir tun es aber nicht, weil in uns ein Sabotageprogramm läuft. Das Programm läuft außerhalb von unserem Bewusstsein und sabotiert unsere Vorhaben: Und ganz schnell bleibt von der Idee, morgens Yogaübungen oder Meditationen durchzuführen, lediglich eine Ahnung.

Warum?

Weil wir in Situationen von sofortiger Befriedigung leben: Jetzt! Ich will jetzt eine rauchen, ich habe jetzt Hunger, ich bin jetzt faul, ich brauche jetzt ein Glas Wein, ich bin jetzt wütend usw. Warum? Weil es sich in dem Moment gut anfühlt. Wir werden also von dem Bedürfnis regiert, sofort eine Befriedigung zu haben und wir werden von unserem emotionalen System regiert. Nehmen wir das Beispiel von einer Sendung über notleidende Kinder im Fernsehen - entweder Menschen spenden sofort nach der Sendung einen Betrag oder gar nicht. Schon eine Stunde später ist die Emotion verblasst und das Bedürfnis zu spenden ebenso. Das Problem ist, dass wir keine Kontrolle über unser Leben haben, sondern nur reagieren. Krankheit ist nur ein Zustand, wo das Gleichgewicht außer Kontrolle geraten ist. Die Autobalancierung funktioniert in einem harmonischen Leben. Bei Stress entgleist irgendwann das System. Depressive Menschen können innerhalb von sechs Stunden die Hälfte ihrer Abwehrzellen verlieren - der Körper ist dann nicht mehr in der Lage, sich zu wehren.

Was ist Ihrer Meinung nach die Lösung?

Eine Veränderung des Bewusstseins. Verstehen, dass das, was wirklich entscheidend und damit reell ist, das ist, was ich im Kopf habe. So, wie ich denke, so fühle ich mich und so werde ich gesund oder auch krank. Als zweiter Schritt muss diese Veränderung des Bewusstseins geschult werden und das geht über mehrere Stufen: Erkennen, dass ich reaktiv bin. Erkennen, dass ich von meinen Emotionen gesteuert werde. Erkennen, dass ich von sofortigen Gratifikationen motiviert bin. Während dieses Erkennungsprozesses kommt es zu einer Veränderung des Bewusstseins und den Menschen wird klar, woraus das Chaos in ihrem Leben besteht.
Der Weg geht dahin, das Bewusstsein zu verändern: Zu erkennen, dass man nicht das Steuer in der Hand hat, sondern nur reagiert. Auf äußere Nachrichten, innere Gefühle, Bilder oder Gedanken.

Die Lösung ist also, aus der reaktiven in eine aktive Haltung zu kommen?

Ja. Und dazu muss ich die Technik lernen, diesen Mechanismus zu überlisten. Ich betrachte dieses Sabotageprogramm als etwas sehr intelligentes.

Wozu ist das Sabotageprogramm denn da?

Es ist wie eine Intelligenzkraft, die uns Menschen mitgegeben wird. Diese Kraft hat die einzige Aufgabe, uns zu stören, damit wir sie überwinden und über diese Kraft hinauswachsen. In dem Moment, wo wir das schaffen, sind wir wirklich in unserem Potential.

Krisen und Krankheiten sind also positive Interventionen und als Aufforderung zu verstehen?

Ja, es sind Chancen, aus diesem reaktiven Verhalten auszusteigen und ein Stück weit Gelassenheit zu entwickeln. Das letztendliche Ziel ist Gesundheit und vor allem Zufriedenheit - unabhängig vom Wetter und den äußeren Umständen. Der Mensch ist Schöpfer seiner Realität, unabhängig von äußeren Situationen. Wir können aktiv eine Krankheit als Wachstumschance erleben anstatt reaktiv als Schicksalsschlag oder Erbkrankheit. Die Menschen, die zu mir kommen, machen diesen Veränderungsprozess durch und entscheiden sich für diesen Weg der Gesundheits-Bewusstwerdung.

Arbeiten Sie denn noch mit Homöopathie und
Kinesiologie?

Natürlich immer noch und ich teste auch alles kinesiologisch aus. Aber mein Schwerpunkt liegt auf dem Bewusstwerdungsprozess. Mein Aktionsradius bestätigt meine Arbeit. Es gibt Menschen, die aus Leipzig, Hannover, München oder aus dem Ausland kommen.

Was ist Ihr nächstes Ziel?

Im Rahmen des neuen Kabbalah Centre in der große Hamburger Str. 17 in Berlin Mitte möchte ich meine Arbeit einem weiteren Kreis zur Verfügung stellen und werde verstärkt Seminare anbieten. Mein Ziel ist es, große Mengen von Menschen an diesem Prozess zu beteiligen.

Zum Schluss noch
Eine wahre Geschichte:
Wie sehr unsere Sichtweise die Realität gestaltet.
Im Flughafengebäude: Eine Frau auf dem Weg nach Hause in ihre Heimatstadt. Sie kauft sich eine Packung Kekse, um sich die Wartezeit im Check-in-Bereich zu versüßen. Neben ihr sitzt ein gut aussehender Mann mit Anzug und Kravatte. Sie macht ihre Kekstüte auf, nimmt sich einen Keks und der Mann neben ihr tut dasselbe. Sie wundert sich, aber - mein Gott, es ist nur ein Keks. Nachdem sie sich einen nächsten Keks genommen hat, tut es ihr der Mann wieder gleich. Ihr Ärger wächst, aber es ist lächerlich, an diesem Ort über Kekse einen Aufstand zu machen. Nach einer Weile ist die Tüte fast leer und der Mann nimmt den letzten Keks, bricht ihn entzwei und reicht ihr die Hälfte. Inzwischen wird der Flug aufgerufen, beide steigen ein und wie das Schicksal will, sitzen sie nebeneinander. Nach dem Start greift die Frau nach ihrer Tasche, um etwas herauszuholen und: entdeckt die Tüte mit den Keksen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Kekstüte im Check-in dem Mann gehört hatte und gar nicht die ihre gewesen war. Aus seiner Perspektive hatte der Mann die Frau als etwas verwirrt empfunden und wunderte sich über sie, aber was sollte er tun? Sich wegen eines Kekses aufregen? Am Ende teilte er auch den letzten Keks mit der merkwürdigen Fremden.



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