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Ausgabe August 2007
Zurück zum Ort des Traumas

Die Seelenrückholungsaufstellung

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Andreas Krüger leitet die Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin. Seine langjährigen Erfahrungen mit Aufstellungs- und schamanischer Arbeit bereichern das vielfältige Angebot der Schule. Jetzt ist ein neuer Ansatz mit Seelenrückholungsaufstellungen hinzugekommen. Brigitte Körfer und Irmgard Schmitz befragten Andreas Krüger zu diesem Thema.

Brigitte Körfer und Irmgard Schmitz: Andreas, nun sind zu den “Ikonen der Seele” neben systemischer Aufstellungsarbeit und der Arzneimittelaufstellung die Seelenrückholungsaufstellungen dazugekommen. Was verstehst du darunter?
Andreas Krüger: Dazu bedarf es einer Vorbemerkung. Vor vielen Jahren durfte ich während meiner Ausbildung in schamanischer Medizin ein ganz wunderbares schamanisch therapeutisches Format kennen lernen: Die Zeitlinienarbeit. Ich, der ich ja durch die Homöopathie und auch andere therapeutische Formate, schon diverse Eigenheilungswunder erleben durfte, wurde durch die Zeitlinienarbeit von meinen elementarsten Lebensängsten befreit und so wurde diese Arbeit ein integraler Bestandteil meiner Praxistätigkeit. Nun ist die Zeitlinienarbeit eine Arbeit, wobei der Patient imaginieren muss: Er reist in Vergangenheit und Zukunft, stellt sich Situationen vor in denen er meist als Kind tief traumatisiert wurde, holt die verloren gegangenen Seelenanteile aus diesen Situationen wieder heraus und mit Hilfe des scha-manischen Praktikers unterbricht er die Verbindung vom damaligen Trauma zur aktuellen Lebenssituation. Auch ich durfte in meiner Praxis die phänomenale Wirkung dieser uralten Menschheitsmedizin erleben. Aber immer wieder gab es Patienten, denen diese Arbeit schwer fiel, weil sie einfach eine imaginative Schwäche hatten. Darum fing ich an, diese Arbeit, die sich bis dahin immer nur bildhaft in der Seele des Patienten vollzogen hatte, mit den Mitteln der Aufstellung durchzuführen. Und siehe da, es wirkte nun auch bei denen, die sich mit Trancen schwer taten, aber es wirkte anscheinend generell stärker und tiefer als die “getrancte Zeitlinienarbeit”.

Worin unterscheiden sich Seelenrückholungs-auf-stel-lun-gen von systemischen Aufstellungen?
Bei der Seelenrückholungsaufstellung gehen wir von der Annahme aus, dass der Mensch bei jedem Trauma einen kleinen Teil seiner Seele verliert und in der Situation dieses Traumas zurück lässt. Dieser Umstand bewirkt dann, dass wenn der Patient z.B. 30 Jahre später in eine Situation kommt, die ihn an die Situation seines Traumas erinnert – z.B. Angstanfälle, wenn er vor einer verschlossenen Tür steht, weil er während der Geburt stecken geblieben ist – sein Tages-be-wusstsein oft von einer Sekunde zur anderen gefühlsmäßig wieder in die Situation des traumatisierten Kindes zurückrutscht und der Patient eine entsprechend irrationale und für alle beteiligten unerklärliche Reaktion zeigt. Solche Zustände trotzen oft herkömmlichen psychotherapeutischen Interventionen. Während der SRHA geht der Aufsteller mit dem Klienten zum Ort des Traumas zurück. Hilfsmittel sind z.B. ein Stuhl oder ein Kissen, was vorher durch Handauflegen und Benennung zum Ort des Traumas erklärt wurde und auf dem ein Stellvertreter als verloren gegangener Seelenanteil des Patienten sitzt. Als Stellvertreter eigenen sich besonders Stofftiere oder Puppen. Der Klient – z.B. großer Jürgen – spricht dann mit dem Stellvertreter der verloren gegangen Seele – kleiner Jürgen – und erzählt ihm, dass die Zeit des Leidens nun vorüber ist, dass er ihn heim holen wird, zurück holen wird in die Familie der großen, aktuellen Hier-und-Jetzt-Seele. Dies passiert dann auch real. Der Klient nimmt die kleine Seele auf den Arm, tröstet sie, “es ist vorbei, du bist wieder bei mir, jetzt ist alles gut, jetzt gehen wir heim” und bringt dann den Stellvertreter der kleinen Seele zu einem zweiten Stuhl und Kissen, was vorher rituell zum guten Platz im Hier und Jetzt erklärt und verwandelt wurde. Der Klient setzt sich dann, immer noch die kleine Seele vor seiner Brust haltend und tröstend, an diesen guten Platz und erklärt der kleinen verloren gegangen Seele, dass jetzt wieder alles gut ist, dass sie heim geholt und geschützt ist. Dies kann dann noch mit jeglicher Form von Glaubenssatzarbeit unterstützt oder mit geometrischen Zeichen nach Körbler begleitet werden.

Bei welchen Problemen bzw. für welche Patienten kommt eine Seelenrückholungsaufstellung in Frage?
Bei allen erinnerbaren Traumata in diesem und früheren Leben. Die Reihenfolge der Rückholungs-aufstellung bei mehreren vorangegangenen Traumata kann vorher kinesiologisch-radionisch ausgetestet werden.

Lieber Andreas, wir danken dir für dieses Gespräch.
Seelenrückholungsaufstellung, “Ikonen der Seele”



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