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Ausgabe Juli 2007
Byron Katie: The Work


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Nach einer spontanen und dramatischen Bewusstseinsveränderung im Jahre 1986 begann Byron Katie, ihren Weg zu vermitteln, wie man das Geschenk innerer Klarheit bewahren kann. Anlässlich ihres Besuches in Berlin stellt Haidrun Schäfer die Essenz von the work vor.

Was ist, ist.

Byron Katie hat einfach aufgehört, sich mit der Realität anzulegen. Woher weiß ich, dass der Wind wehen sollte? Er weht. Woher weiß ich, dass dies die höchste Ordnung ist? Es geschieht gerade. Mich mit dem anzulegen, WAS IST, wäre wie der Versuch, einer Katze das Bellen beizubringen. Hoffnungslos!



„The Work“ besteht aus vier Fragen
und einer Umkehrung:

Ich formuliere mein Problem und stelle die Fragen:

1. Ist das wahr?

2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?

3. Wie reagierst du, wenn du diesen Gedanken denkst?

a) Kannst du einen Grund sehen, diesen Gedanken fallen zu lassen? (Und verlange nicht von dir, den Gedanken fallen zu lassen!)

b) Kannst du einen friedvollen Grund sehen, an diesem Gedanken festzuhalten, der keinen Stress verursacht?

4. Wer wärest du ohne den Gedanken?

Danach folgt die Umkehrung.


Ein Beispiel

“Ich bin wütend auf Bob, weil er mich nicht versteht.”
1. Ist es wahr, dass er dich verstehen sollte?

2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Wie sieht die Realität aus? Versteht er dich? Kann ich wirklich wissen, was er verstehen sollte und was davon für ihn letztendlich das beste ist?

3. Wie reagierst du, wenn du diesen Gedanken denkst?
Was geschieht, wenn du denkst, Bob sollte dich verstehen? Erlebst du Ärger, Stress, Frustration? Wirfst du ihm “diesen Blick” zu? Versuchst du ihn in irgendeiner Form zu ändern? Wie fühlen sich diese Reaktionen an?

4. Wer wärest du ohne diesen Gedanken? Wie sähe deine Situation ohne diese Überzeugung aus? Schließe die Augen. Sieh dich in Gegenwart des vermeintlichen “Feindes”, desjenigen, der dich verstehen sollte. Nun stell dir vor, du schaust diesen Menschen – nur für einen Moment – ohne den Gedanken an, “er sollte verstehen”.


Solange ich diesen Menschen nicht als Freund sehen kann, auch wenn ich meine, dass er mich nicht versteht, ist meine Arbeit nicht getan.


Katie-ismen“
Es gibt nur drei Arten von Angelegenheiten:
meine, deine und Gottes.
Es ist nicht deine Aufgabe, mich zu mögen -
es ist meine.
Ich lasse meine Konzepte nicht los. Ich begegne ihnen mit Verständnis – dann lassen sie mich los.



Beispiele für Umkehrungen
“Ich mag Bob nicht, wenn er unfreundlich zu mir ist” wird zu: “Ich mag mich nicht, wenn ich unfreundlich zu mir bin.”

“Ich will, dass er aufhört mich anzuschreien” lautet umgekehrt: “Ich will, dass ich aufhöre ihn anzuschreien (in meinem Kopf)”.
“Er sollte mich verstehen” lautet umgekehrt: “Ich sollte ihn verstehen” oder “Ich sollte mich verstehen”.

“Ich brauche von ihm, dass er freundlich zu mir ist” wird zu: “Ich brauche von mir, dass ich zu mir freundlich bin” oder “Ich brauche von mir, dass ich zu ihm freundlich bin” oder Ich brauche nicht von ihm, dass er freundlich zu mir ist”.

“Er ist lieblos zu mir” lautet umgekehrt: “Ich bin lieblos zu mir, wenn ich lieblos zu ihm bin”.

“Ich will nicht mit ihm zusammenleben” wird zu: “ich bin bereit, mit ihm zusammen zu leben” oder “Ich freue mich darauf, mit ihm zusammen zu leben, auch wenn es nur in meinen Gedanken ist”.


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