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Ausgabe Mai 2007
Alles neu macht der Mai

Kinesiologisches Raumdesign

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Die Methode des “Kinesiologischen Raumdesigns” will ermöglichen, Wohn- oder Arbeitsräume so zu gestalten, dass eine bestimmte Absicht Unterstützung erfährt. Elisabeth Jaskolla hat diese Methode entwickelt. Als Beispiel berichtet sie von einer Kundin, deren Wohn- und Schlafbereiche so gestalten werden sollen, dass die Räume eine klare, eindeutige Aussage für die gewünschte Partnerschaft widerspiegeln.



Die jetzige Wohnung

Frau Rosenbaum möchte gerne eine feste Beziehung mit einem Mann aufbauen, die Ehe- oder sogar Familiencharakter haben soll. Sie hat sich entschieden, diesen Wunsch in ihrer Wohnung optisch darzustellen. Unsere Wohnung ist unsere zweite Hülle. Das Bild, das wir mit ihr verbinden, vermitteln wir automatisch einem möglichen Partner. Frau Rosenbaum arbeitet als Künstlerin und Schauspielerin und bewohnt eine 100 qm-Wohnung. Ich betrete einen langen Flur, der mit allerlei Möbeln, Kleinigkeiten und vor allem jeder Menge Bilder an Wänden und Fußboden vollgestellt ist. Außer der Küche gibt es vier Räume, in denen Wohnen und Arbeiten nahtlos ineinander übergehen.



Vorstellungen vom Partner

Sie möchte eine romantische feste Beziehung, in der sie sich geborgen und entspannt fühlen kann. Der Mann sollte treu sein und handwerkliches Geschick mitbringen. Sie möchte mit ihm ihre kreativen, spirituellen und künstlerischen Seiten teilen und mit ihm sogar zusammenarbeiten. Außerdem soll es genügend Zeit und Raum für Sinnlichkeit und Erotik geben. Gerne würde sie in einem Haus im Grünen leben und viele Gäste bewirten. Gleichzeitig darf die romantische Zweisamkeit nicht zu kurz kommen. Und der Partner soll auch reisefreudig sein.



Der kinesiologische Muskeltest

Mit dem kinesiologischen Muskeltest kann ich feststellen, ob ihr Körper mit ihren gedanklichen Vorstellungen übereinstimmt. Die Signale, die unser Körper aussendet, werden von unserem Gegenüber genauso wahrgenommen wie unsere Worte. Wenn diese Signale dem widersprechen, was wir verbal ausdrücken, weiß unser Gegenüber nicht, worauf es reagieren soll. Dies führt zu dem Gefühl, mit diesem Partner nicht “gleichzuschwingen“. Das Bild, das nach dem Muskeltest herauskommt, ist sehr viel klarer als die geäußerten Wunschvorstellungen und unterscheidet sich in wichtigen Punkten. Übereinstimmung herrscht in Bezug auf das Bild einer festen Beziehung mit einem spirituell orientierten, naturverbundenen, handwerklich begabten, humorvollen, intelligenten Mann, der einige Lebenserfahrung hat und treu sein kann. Geborgenheit, ein respektvoller Umgang miteinander und viel Zeit für Sinnlichkeit stimmen mit dem Körper überein. Ein entscheidender Unterschied zu den geäußerten Vorstellungen ist das Thema Arbeit. Nach der Befragung des Körpers muss ihr Partner nicht ihren künstlerisch-kreativen beruflichen Bereich teilen - was im Hinblick auf die Gestaltung der Räume deutliche Veränderungen verlangt. Häuslichkeit und Zweisamkeit hat Vorrang vor Gastfreundschaft und Reisefreudigkeit. Gemeinsame Ziele sind wichtig, aber der Anspruch, sich gegenseitig bei der Heilung zu unterstützen, hat keine Priorität.



Die zukünftigen Räume

Der nächste Schritt besteht darin, die Räume, die den Bereich Partnerschaft betreffen, farblich und gestalterisch neu zu entwerfen. Wir fangen mit der Küche an. Ich nutze den Muskeltest, um den Körper nach der optimalen Farbgestaltung für eine Partnerschaft in dieser Küche zu befragen. Das farbige Ergebnis ist ein warmes Braun, das mit einem mittleren, kühlen Grün kombiniert wird. Dazu kommt ein naturfarbener Teppich. Dann werden die Positionen der Möbel getestet und in den Grundriss eingezeichnet. Das endgültige Bild ist eine gemütliche, warme Küche – ein sehr nährender Ort, der durch das kühlende Grün jedoch nicht im Nahrhaften erstickt.



Funktion der Räume

Nach der Küche testen wir die Funktionen der übrigen Räume: Die Bereiche Wohnen und Arbeiten werden ganz klar voneinander getrennt. Da es in diesem Fall um das Thema Beziehung geht, kümmern wir uns heute nur um die Gestaltung des Wohn- und Schlafzimmers. Arbeitsräume kann man unter den verschiedensten Aspekten wie z.B. mehr Geld verdienen, breite Öffentlichkeit, Festlegung der Klientel oder verbesserter Kompetenz gestalten.
Nach der Bestimmung des richtigen Raums für das Schlafzimmer und der Position des Bettes in diesem, geht es auch hier um Farben. Das Ergebnis gleicht einer voll erblühten Pfingstrose: dunkles und helles zartes Rot, kombiniert mit Weiß. An die Decke soll ein Lüster, und ein dunkelgrüner Teppich runden das Ganze zu einem klaren, kraftvollen Bild ab.



Wo findet Frau Rosenbaum den Partner?

Auch ein Thema, das geklärt werden muss, denn der stimmige Partner ist nur am richtigen Ort zu finden. In diesem Fall scheiden Disko, Ausstellungen u.ä. eher aus, wahrscheinlicher ist es bei einem Spaziergang am See oder im Botanischen Garten. In der nächsten Zeit sollte sie darauf achten, wie die Männer sich ihr gegenüber verhalten: Sind sie zuvorkommender, starten sie Flirtversuche? Auf jeden Fall wird ein Veränderungsprozess zum Thema Männer in Gang kommen.



Sechs Wochen später

Ich besuche Frau Rosenbaum in der inzwischen umgestalteten Wohnung. Schon als ich hereinkomme, vermittelt der Flur in einem warmen Gelbton und ohne die vielen Bilder einen klaren und angenehmen Eindruck. Auch die Küche hat durch die Farb- und Umgestaltung an Raumgröße und Gemütlichkeit gewonnen. Das Wohnzimmer ist noch nicht ganz fertig, dafür ist das Schlafzimmer ein Volltreffer: Wie eine Blüte wölbt sich das Bett aus den dunkelroten Wänden. Das Bild vermittelt sowohl Sinnlichkeit als auch einen schützenden, geborgenen Rahmen. Auf jeden Fall sieht es sehr edel aus. Ich bin von dem Ergebnis beeindruckt. Die verschiedenen Rottöne im Zimmer harmonieren mit brauen Möbeln und ein Sofa an der gegenüberliegenden Wand lädt zum Platz nehmen und bewundern ein. Der Blick findet neben dem dunklen Rot der Wand durch ein Fenster grünes, sich im Wind wiegendes Schilf im Garten, das über das Bett zu streichen scheint.
“Dieses Schlafzimmer hat alle Bewohner des Hauses und Freunde, die vorbeikamen, dazu veranlasst, ihre eigenen Schlafzimmer umzugestalten und mit Farbe zu experimentieren. Eine Frau hat sogar gefragt, ob sie ihre Hochzeitsnacht hier verbringen dürfe.” Und was macht ihr Liebesleben, frage ich nach. “Der Traummann ist noch nicht aufgetaucht – Betonung auf noch nicht. Aber es ist auffällig, dass Männer sich mir gegenüber charmanter verhalten. Sie gehen sehr viel liebevoller mit mir um, reagieren ungewohnt sanft und machen sehr nette Komplimente. Ich wirke stärker und klarer – und das zeigte sich bei einem Mann sehr deutlich. Ein Mann, der mir schon sehr gefiel. Aber er war ein Frauenheld und auf Spielchen habe ich keine Lust mehr. Außer dieser Erfahrung gibt es viele sehr nette Begegnungen mit Männern. Ich fühle mich so jungfräulich keusch und entdecke meine eigene Weiblichkeit. Ich fühle mich fraulicher und vor allem: Ich bin liebevoller zu mir selbst. Die Schritte sind noch zaghaft, aber ich will das weiter pflegen. Ich tue – wie so viele Frauen – gerne und viel für andere und denke erst an mich, wenn alle versorgt sind. Die letzten Wochen habe ich wirklich viel für mich getan. Aufgabe war es ja auch, mich von Dingen zu verabschieden, die nicht zu meiner neuen Absicht passen. Das fällt mir schwer, aber es ging. Es ist wie ein Reinigungsprozess.”

Es sind also Wandlungsprozesse auf verschiedenen Ebenen in Gang gekommen. Das freut mich, denn obwohl das eigentliche Ziel – ein fester Partner – noch nicht erreicht ist, bewirken die Veränderungen eine Besserung der Lebensqualität, eine Auseinandersetzung mit überholten Mustern, Heilung alter Wunden und eine bewusstere Hinwendung zu den eigentlichen Bedürfnissen ihres Körpers – und all dies wird durch die auf sie persönlich abgestimmte Farbwahl in ihren Räumen täglich aufs Neue angeregt.



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