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Ausgabe Mai 2007
Tanzende Hände - Die Happy Mind-Massage

Massage ist nicht gleich Massage. Haidrun Schäfer hat sich für Körper Geist Seele-Leser kundig gemacht und war bei der Masseurin Kerste Warstat.

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H. Schäfer: Welche Ausbildungen haben Sie gemacht?

Kerste Warstat: 1985 habe ich die Ausbildung zur Masseurin gemacht und später die Weiterbildung in Cranio Sacral-Therapie, den HP Psych und die Dorn&Breuß-Wirbelsäulen-Methode. Die wird z.B. eingesetzt, wenn Wirbel oder Gelenke blockiert und dadurch Nerven gereizt sind. Solche Fehlstellungen können schon im Mutterleib oder der frühen Kindheit durch Fehlhaltung entstehen, meistens handelt es sich aber um Verspannungen, die durch Abnutzung, einseitige Bewegung, Zugluft oder einfach nur Stress entstehen.

Kommen denn nur Klienten mit starken Problemen?

Nein, nicht nur, es kommen z.B. auch viele junge Mütter, die ab und zu ihren eigenen Körper wieder auftanken möchten. Aber ich habe mich schon eher auf Schmerzpunkttherapie spezialisiert. Die meisten Klienten haben Schmerzen im Rücken, also Nacken oder Kreuzbereich, aber auch an anderen Stellen, wie z.B. den Knien. Im Grund hängt ja sowieso alles zusammen. Wenn jemand Rückenschmerzen hat, schaue ich auch, ob er Einlagen braucht oder ob eine Beinlängendifferenz vorliegt. In gewisser Weise arbeite ich energetisch, denn ich fühle nicht nur, wo die Verletzung oder Blockade, also der Schmerz, sitzt, sondern erspüre intuitiv den psychosomatischen bzw. geistigen Zusammenhang bzw., welche geistige Einstellung dies verursacht haben könnte, sozusagen den “Knackpunkt” des Klienten. Knie haben z.B. mit dem Thema Demut zu tun – das kann bis hin zu Prüfungsthematiken reichen: Stelle ich mich der Prüfungssituation oder rebelliere ich innerlich dagegen? Mein Behandlungskonzept ist eben nicht nur die Beseitigung von Symptomen, sondern das Erkennen von Ursachen, um dann nach dem Bewusstwerden dieser gezielter helfen zu können. Deswegen ist auch keine Behandlung gleich. Um Ihre Frage zu beantworten: Es kommen sowohl Schmerzpatienten als auch diejenigen, die sich einfach mal wieder etwas gönnen möchten.

Was verbirgt sich hinter der Happy Mind-Massage?

Es ist die Kombination von medizinischer Massage, die den Rücken oder ganzen Körper - auch die Hände und Füße - miteinbezieht und Cranio Sacral-Therapie, vorrangig im Nacken-, Schulter- und Kopfbereich und therapeutischen Vor- und Nachgesprächen. Cranio Sacral-Therapie erspürt den Rhythmus des Liquors, der Gehirnflüssigkeit, die vom Schädel bis in das Rückenmark reicht und Gehirn und Nerven einbettet, und arbeitet mit ihm. Die Schädelknochen sind untereinander alle beweglich. Wenn sie sich auch nur um den Bruchteil eines Millimeters verschieben, kann das z.B. zu Kopfschmerzen, Sehstörungen, Tinnitus bis hin zu Organ- und Hormonstörungen oder auch depressiven Verstimmungen führen. Mit sehr sanften Berührungstechniken wird auf Störungen im rhythmischen Fluss eingewirkt, die Fascien werden gedehnt und wieder in die ursprüngliche Position gebracht, somit Fehlhaltungen und Blockaden sowohl auf der körperlichen als auch auf der energetischen Ebene beseitigt. Die Statik stellt sich wieder her. Außerdem wird ein ausgleichender Einfluss auf das Vegetative und Zentrale Nervensystem ausgeübt, das Immunsystem gestärkt und Endorphine heben die Stimmung nachhaltig. Deswegen habe ich die Massage Happy Mind-Massage genannt: Weil die Menschen danach so glücklich aussehen. Am besten, Sie probieren es selber mal aus. Haben Sie denn akute Probleme?


Eine Happy Mind-Massage

Ich erzähle von meinem Tennismissgeschick und lege mich bäuchlings auf die Liege, werde zugedeckt und vertraue meinen Rücken erfahrenen Masseurhänden an. Kräftig sind sie, flink und geschmeidig. Am Anfang scheinen sie erst einmal Kontakt mit mir aufzunehmen und ich spüre sehr deutlich die Tennisstelle. Nach einer Weile die Entwarnung: Da ist kein Wirbel rausgesprungen, es scheint eine leichte Muskel- oder Sehnenzerrung zu sein. Die Massage wird auf jeden Fall den Heilungsprozess beschleunigen.
Ich bin erleichtert und merke, wie gut es tut, rund herum am ganzen Rücken kräftig massiert zu werden. Vorher hatte ich das Gefühl, als wenn irgendein Kreislauf nicht richtig funktionieren würde. Jetzt regen die tanzenden Hände das Karussell wieder an und die unterschiedlichen Protagonisten haben wieder einen gemeinsamen Rhythmus.
Erst vor kurzem habe ich gelesen, dass Massage als das älteste Heilmittel der Menschheit gilt und schon vor 4000 Jahren praktiziert wurde. Inzwischen widmet sich Kerste Warstat meinem rechten Arm, lockert und streicht mit erprobten Griffen gezielt bestimmte Stellen. Arme und Hände werden tagtäglich für Arbeitseinsätze gebraucht – wie wohltuend ist es, sie auch mal zu belohnen. Bevor der linke Arm die gleiche Behandlung erfährt, merke ich den eklatanten Unterschied: rechts eindeutig lebendiger! Zum krönenden Abschluss erfahre ich die cranio-sacrale Behandlung. Dazu lege ich mich auf den Rücken. Zuerst erspürt Kerste Warstat den Rhythmus meines Liquors. Dann berührt sie bestimmte Stellen an meinem Kopf und eine tiefe Ruhe durchdringt die Poren meines Körpers. Die Augenmaske grenzt den Kontakt zur Außenwelt angenehm ab und ich schwebe in meinem Körperreich.



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