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Ausgabe März 2007
Die so genannten Zufälle .... - oder: Wie finden mich meine Klienten?

Seminar

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Die Heilpraktikerin Katja Neumann hat das Risiko gewagt, einen sicheren Beruf aufzugeben und sich selbständig zu machen: schamanische Reisen sind ihre Berufung. Doch wie finden die Menschen zu ihr? Sind es die Zufälle? Und wer lenkt die Zufälle?



Vor ein paar Tagen bekam ich in der Praxis einen Anruf von einem jungen Mann, der mir erzählte, er habe nachts im Traum ein Gesicht gesehen, am nächsten Morgen die ”Körper Geist Seele” aufgeschlagen und dort dieses Gesicht wieder gefunden: auf dem Foto meiner Anzeige im Wegweiser... Jetzt wollte er so bald wie möglich einen Termin haben – fest davon überzeugt, dass ich ihm helfen könne. Es war ihm gar nicht so wichtig, wie ich arbeite. Vielmehr überzeugte ihn die Tatsache, dass bei mir jemand abgesagt hatte und ich ihm somit den Wunsch nach einem schnellen Termin erfüllen konnte. Zufall?



Schamanische Reisen

In meiner Naturheilpraxis habe ich jeden Tag mit ähnlichen Situationen zu tun. Ich mache schamanische Reisen für andere Menschen, die Hilfe und Unterstützung brauchen, denen Seelenanteile fehlen und/oder ich bringe ihnen das “Selber-Reisen” bei. Oder sagen wir, ich helfe ihnen dabei, sich zu erinnern, dass sie es selbst können. Jeder kann das und meiner Meinung nach brauchen wir einen spirituellen Draht – mit welcher der unzähligen Möglichkeiten man auch immer arbeitet – genauso wie Essen und Trinken als Nahrung für die Seele.

Wenn man sich auf eine schamanische Reise begibt, geht man in den sogenannten Alpha-Zustand und macht eine Art Innenschau. Das einzige, was einen leitet, sind die eigenen inneren Bilder oder die Intuition und das ist meist wahrer als das, was wir um uns in der alltäglichen „Wirklichkeit“ sehen. Als erwachsene Menschen tun wir uns meist schwer, darauf zu vertrauen, nachdem wir doch mehr oder weniger das ganze Leben dafür gebraucht haben, „vernünftig“ zu werden und uns dem Schicksal zu „fügen“. Aber ist es nicht schön, etwas aus „dem Bauch heraus“ zu entscheiden oder auch seine Welt selbst zu gestalten? Und stehen nicht die Geschehnisse, die uns anschließend in der alltäglichen Wirklichkeit widerfahren, in unmittelbarem Zusammenhang mit dem, was wir in unserer Fantasie geschaffen und programmiert haben und sind eben kein Zufall?


Der Zufall

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie hartnäckig sich dieses Wort überhaupt hält und wie oft es im täglichen Sprachgebrauch benutzt wird, wenn Zusammenhänge nicht erkannt werden. Wir werten sie als Launen des Schicksals ab und sehen nicht die wertvollen Winks ”mit dem Zaunpfahl”, die uns leiten könnten, weil wir uns selbst die Macht absprechen, unser Leben und unser Glück gestalten zu können.



Beispiele von Zufällen

Eine Klientin, die sich anfangs nur bedingt auf die schamanische Arbeit einlassen konnte, zweifelte, dass der Falke, den ich für sie auf der Reise gesehen hatte, ihr Krafttier sein könne. Zehn Minuten nachdem sie gegangen war, rief sie mich aufgeregt an und erzählte mir, dass vor ihr auf dem Bürgersteig ein Mann mit einer amerikanischen Baseball-Jacke liefe, die auf dem Rücken einen Falken-Kopf zeigte und auch im darunter stehenden Team-Namen kam der Falke vor. Das war dann auch für sie ”Beweis” genug und ich war froh, dass sie überhaupt so wachsam gewesen war.

Noch ein Beispiel: Ein Heilpraktiker, der eine gute Arbeit in bester Absicht und mit offensichtlichen Heilungserfolgen macht, sitzt in einer Einzimmer-Wohnung im Hinterhaus, die auch gleichzeitig sein Behandlungszimmer ist, und kaum jemand findet den Weg zu ihm. Durch mehrere so genannte Zufälle wird ihm ein kleiner, bezahlbarer Raum in einer Gemeinschaftspraxis angeboten, den er sogar noch fast abgelehnt hätte. Aber er besinnt sich und in diesem neuen Raum rufen ihn die Leute an und möchten Termine. Keine Laune des Schicksals, denn durch den Umzug aus dem Hinterhof in eine gut gehende Praxis hat er der Öffentlichkeit signalisiert, dass er den Menschen etwas zu bieten hat. Man muss der Arbeit und den Menschen, die sie in Anspruch nehmen wollen, überhaupt erst einmal einen Raum und einen Rahmen geben – nicht umgekehrt.

Als ich damals meinen sicheren Job aufgab, um mich selbständig zu machen, haben mir auch die Knie geschlottert. Jetzt weiß ich, dass die Menschen, die mich und meine Arbeit brauchen, auch den Weg zu mir finden. Da ist es auch egal, ob es in der Straße noch fünf weitere Heilpraktiker gibt, denn die ziehen ganz andere Menschen mit ganz anderen Themen an – aber man muss natürlich eine ”Spur” legen und wirklich gefunden werden wollen.



Weg-weiser

Und noch ein Beispiel: Eine Frage, die ich immer wieder höre, lautet: ”Lohnt sich das denn, so eine teure Anzeige aufzugeben? Meldet sich da überhaupt jemand?” Natürlich melden sich Leute, denn damit schicke ich sowohl eine energetische Botschaft ans Universum als auch auf irdischem Weg an die Leser: Hallo hier bin ich! Es funktioniert und es ist nicht wichtig, ob die Leute die Anzeige gelesen oder mein Bild wiedererkannt haben – heißt ja auch “Wegweiser”...

Aber natürlich gibt es Tage oder sogar Wochen, da geht es nicht gut. Man hadert mit alten Themen, mit der Beziehung oder was eben so anliegt und auf einmal bleibt das Telefon stumm. Kein Mensch ruft mehr an – als würden sie´s ”riechen”. Es teilt sich energetisch mit und man bekommt die Pause, die man braucht, um die Dinge zu klären. Aber anstatt dankbar zu sein, setzt im dümmsten Fall wieder die Panik in Form von Existenzangst ein und lähmt die Sinne. Das Universum hat es schon nicht leicht mit uns. Da bin ich dankbar, dass die einzige, die darüber richtet und urteilt, ich selbst bin... und dass ich es verändern kann!



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