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Ausgabe Januar 2007
Die tragende Rolle des Beckenbodens

Die Diplom-Psychologin und Heilpraktikerin Annette Trost schreibt über den Beckenboden als eine wichtige Muskelgruppe mit weitreichender Bedeutung für Gesundheit und Wohlbefinden.

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Das Thema Beckenboden wird häufig tabuisiert; aber ein kräftiger, elastischer und gut durchbluteter Beckenboden stärkt Lebenskraft und Lebensfreude.

Wissenswertes über den Beckenboden
Der Beckenboden unterstützt den aufrechten Gang. Er besteht aus drei Schichten, die miteinander verwoben sind und in enger Verbindung mit vielen anderen Muskeln, besonders der Rücken-, Bauch-, Oberschenkel- und Beckenmuskulatur stehen. Er hat eine wichtige Bedeutung sowohl für die Sexualität als auch für Schwangerschaft und Geburt. Durch seine Haltefunktion und die Funktionen des Öffnens und Schließens wird die Ausscheidung über Blase und Darm mitreguliert. Der Beckenboden ist mit der Bewegung des Zwerchfells verbunden und darüber auch am Atemgeschehen beteiligt. Die Organe im kleinen Becken sind getragen von dem “Wunderwerk”, das in seiner Bedeutung für die Gesundheit bisher noch zu wenig Beachtung findet.

Probleme des Beckenbodens
Laut Statistik haben etwa 20% der 25- bis 40-jährigen und über 50% der über 60-jährigen Beckenboden-Probleme. Wenn man sich die Zahlen anschaut, wird schnell deutlich, dass es sich lohnt, rechtzeitig zu beginnen, etwas für die Beckenbodengesundheit zu tun. Durch die Steigerung der Lebenserwartung bekommen die Folgen eines schwachen Beckenbodens eine neue Dimension.
Das bekannteste Problem im Zusammenhang mit dem Beckenboden ist die Harn- und Stuhlinkontinenz, von der häufig auch schon jüngere Menschen betroffen sind. Bei dem Thema geht es nicht nur um organisch-medizinische Probleme, sondern es beinhaltet psychologische, soziale, partnerschaftliche und sexuelle Dimensionen.
Frauen leiden durch Geburten und aufgrund der anatomischen Gegebenheiten häufiger an Organsenkungen und Organvorfällen. Dadurch werden Blasen- und Vaginalentzündungen begünstigt. Weniger bekannt ist, dass auch Männer von der Beckenbodenarbeit profitieren können. Männer haben im Gegensatz zu Frauen selten einen zu schwachen, dafür eher einen zu wenig elastischen Beckenboden. Das begünstigt Prostatabeschwerden, Inkontinenz nach Prostataoperationen, Leistenbruch, und Impotenz. Themen, die Frauen und Männer gleichermaßen betreffen, sind u.a. Rücken- und Gelenkprobleme, Hämorrhoiden sowie mangelndes sexuelles Empfinden. Aufgrund von sexuellen und anderen Gewalterfahrungen oder von zu früher und strenger Sauberkeitserziehung kann in der Beckenbodenregion viel Spannung und Schmerz gespeichert sein.
Gesundheitsvorsorge
Ein ins Körperbewusstsein integrierter Beckenboden ist keine Selbstverständlichkeit. Durch jahrhundertlange Tabuisierung von Körperlichkeit und Sexualität ist vielen Menschen die Beckenregion mehr oder weniger “abhanden gekommen”. Der allgemein verbreitete Bewegungsmangel schwächt den Beckenboden ebenfalls und macht ihn unbeweglicher.
In der Beckenbodenarbeit geht es darum, Kraft und Elastizität gleichermaßen zu stärken, die Beckendurchblutung zu fördern und einen neuen Zugang zu der unterbelichteten Region des Körpers zu finden.
Mit Hilfe von Visualisieren, Hinspüren, Vorstellungsübungen, sanftem Pulsieren und anderen Übungen ist es möglich, sich dieser – vielen Menschen (noch) unbekannten – Region zu nähern. Die meisten Übungen sind einfach und lassen sich leicht in den Alltag integrieren. Die effektivste Art des Übens ist die immer bewusstere Wahrnehmung des Beckenbodens bei alltäglichen Abläufen wie Atmen, Gehen, Stehen, Liegen, Hinsetzen und Aufstehen.
Zusätzlich zur Beckenbodenarbeit hat auch die Naturheilkunde verschiedene alternative Therapieverfahren anzubieten, mit denen Beckenbodenprobleme positiv beeinflusst werden können.



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