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Ausgabe Dezember 2006
Die Kathedrale von Chartres – ein Tempel der Einweihung

Weisheitsbuch aus Stein

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“Weihnachten ist die Geburt des göttlichen Kindes im Menschen”, so Kurt Richard Walchensteiner in seinem Buch “Die Kathedrale von Chartres”. Seiner Meinung nach dienen alle Besonderheiten an dieser Kathedrale nur dazu, in uns die höchsten geistigen Qualitäten zu wecken. Aus vielen interessanten Aspekte um diesen heiligen Ort hat Haidrun Schäfer einige zusammengestellt, die im Zusammenhang mit Weihnachten stehen.



Schon im Widderzeitalter gehörte der Ort, auf dem die Kathedrale von Chartres später gebaut wurde, zu den wichtigsten Plätzen Europas. Es war der heiligste Hain der Druiden. 1118 wurden 10 Ritter in Jerusalem 10 Jahre lang spirituell ausgebildet, um dann in Europa den Orden der Tempelritter zu gründen und einen neuen Baustil zu erschaffen: die Gotik. Eine umfassende Bautätigkeit setzte ein und es entstanden innerhalb von 100 Jahren 150 Kirchenbauten, u.a. der Kölner und der Stephansdom. Doch Chartres nimmt in vieler Hinsicht eine Sonderstellung ein. Dieser Tempel wurde gebaut, damit sich die Menschen vom Kreuz des Leidens abnehmen und sich selbst als Kind Gottes erkennen. Alle geometrischen und mathematischen Besonderheiten dienen nur dazu, in uns diese höchsten Qualitäten zu wecken.



Jungfräuliche Geburt

Die jungfräuliche Geburt bedeutet keineswegs, dass eine Frau durch den Heiligen Geist ohne die Verbindung zwischen Mann und Frau schwanger werden kann. Es ist vielmehr das Symbol für eine Wiedergeburt im Leben als spirituell erwachter Mensch. Wenn in uns selbst der Jesus oder Buddha geboren wird, hat uns die große Erdenmutter jungfräulich auf die Welt gebracht. Der Mensch erkennt sich als Tochter oder Sohn Gottes.


Sternzeichen Jungfrau

Alle gotischen Kathedralen in Nordfrankreich ergeben aus der Luft betrachtet das Sternbild der Jungfrau. Dazu gehören u.a. Reims, Amiens und Rouen, die alle der heiligen Jungfrau gewidmet sind. Die Qualität des Sternbildes Jungfrau setzt sich aus allen Sternen, die darin vorkommen, zusammen. Jede der Kathedralen trägt einen anderen Aspekt der Qualität der kosmischen Mutter. Chartres steht an einer besonderen Schnittstelle. Auf diesem Platz ist kein Stern, sondern hier treffen sich die Essenzen aller Qualitäten der Jungfraukathedralen in einem einzigen Tempel.



Der 24. Dezember um Mitternacht

Um Mitternacht vom 24. zum 25. Dezember geht am Sternenhimmel im Osten das Sternbild der Jungfrau auf: Das Christuskind wird von einer Jungfrau geboren. Im Zentrum des Nachthimmels steht das Sternbild des Orion. Die drei Sterne des Gürtels des Orion bezeichnet man im Volksglauben als die drei Magier, die das Christuskind besuchen. Zieht man von diesem Gürtel eine gerade Linie nach rechts oben, kommt man zu den Plejaden. Von ihnen kommt der Segen für einen Weg ins Licht und ist zugleich der Segen der heiligen Zahl 13.

Weihnachten ist also die Geburt des göttlichen Kindes im Menschen. Dann muss es wachsen, damit sich um diesen Menschen der Leib des Lichtes bilden kann, der nach dem Tod aufersteht. Dieses Licht entsteht nur über die Überwindung und Beherrschung unseres niederen Selbst oder unserer tierischen Instinkte. Die beiden Tiere an der Krippe von Jesus, Esel und Ochse, symbolisieren diese tierischen Instinkte. Karma entsteht, wenn wir etwas tun, womit wir anderen Menschen Leid bringen (Esel, der sein Ziel ohne Rücksicht auf Verluste verfolgt), oder etwas unterlassen, um anderen zu helfen (Ochse, der zusieht, wie anderen Leid geschieht).

Die drei Magier überreichen drei Geschenke, damit das Kind wachsen und gedeihen kann. Gold symbolisiert den Körper, Myrrhe die Seele und Weihrauch den Geist. Alle drei müssen möglichst im Einklang sein.



Die Ausrichtung der Kathedrale

Die Richtung der Kathedrale von Chartres zeigt von Südwesten nach Nordosten. Der Haupteingang ist nach Südwesten ausgerichtet: zum Datum der Sonnenwende um Weihnachten, der Geburt des göttlichen Kindes. Die andere Seite zeigt nach Nordosten, dort, wo am 21. Juni, dem Tag des höchsten Lichtes, die Sonne aufgeht. Auf dem Boden der Kathedrale gibt es an einer bestimmten Stelle einen goldenen Nagel in einer Steinfliese. Genau am 21.6. um 12 Uhr scheint aus einem von den Baumeistern ausgesparten Loch in einem Fenster im Süden ein Sonnenstrahl und trifft den goldenen Nagel. Das geborene Kind entwickelt sich von der tiefsten Dunkelheit, der längsten Nacht, bis zum höchsten Licht, dem
Geometrie

In der Geometrie findet sich die Besonderheit, dass die Proportionen des Chors identisch sind mit denen der Königskammer in der großen Pyramide von Gizeh. Länge, Breite und Höhe stehen in Frankreich wie in Ägypten im Verhältnis 2 zu 1 zu 1,117. So wie in Chartres die rechteckige Tafel der Ort der letzten Einweihung ist, erfuhren die Meister Ägyptens die letzte Initiation in der Königskammer. Erst ein Gralskönig, also ein Meister, durfte die Kammer betreten und die letzte Einweihung zum Adepten erhalten.


Weisheitsbuch aus Stein

Chartres ist als der wichtigste gotische Tempel ein Weisheitsbuch aus Stein. In ihr finden wir die Gesetzmäßigkeiten der Magie und der Kabbala – sei es die Kabbala der Hebräer, des Sanskrit oder Ägyptens: immer ist damit die esoterische Wissenschaft der Schöpferkräfte, also der Buchstaben und Zahlen gemeint.

Die Verbindung zwischen der alten Weisheit Europas und der Weisheit Ägyptens ist gegeben. Chartres und die große Pyramide von Ägypten stehen weit über jeder Konfession und keine Religion kann für sich in Anspruch nehmen, dass diese Tempel nur für Menschen einer einzigen Glaubensrichtung gebaut wurden.



20 und 13

Welchen Schatz hütet die Lehre des Christentums? Im Grunde tragen die Kirche mit den Logen die Einweihungslehren der Ägypter in veränderter Form weiter. Die Lehren beider Institutionen gehen auf das Erbe Ägyptens zurück. Die Kelten waren die Hüter der Sprache und der Musik und die Ägypter haben die Geheimnisse der Einweihungen gehütet. Konsequent weitergedacht, müssen die großen Prinzipien, 20 plus 13, mit dem geistigen Schatz verbunden sein, welchen die Christen von der Einweihungslehre Ägyptens übernommen haben. In vielen Hochkulturen liegt in der Verbindung der 20 und der 13 der Schlüssel zu den Einweihungslehren.

Wenn man die Feiertage um Weihnachten genauer betrachtet, kommt man auf einige wichtige Besonderheiten. Vom 5. bis zum 24.12. sind es genau 20 Tage. Sie beginnen mit dem Tag des Meisters der Dunkelheit, dem 5.12. und dem Tag des Meisters des Lichtes, dem 6.12. In der Nacht vom 24. auf den 25.12. genau um Mitternacht wird das göttliche Kind geboren. Zugleich ist der 21. Tag der Buchstaben der 13. Tag der Zahlen. Vom 25.12. bis zum 6.1., wenn die Magier das Kind beschenken, sind es genau 13 Tage. Jedes Jahr zu Weihnachten werden wir an die 20 und 13 kosmischen Mächte und Kräfte erinnert.

Im Tarot nehmen von den 22 großen Arkana die Karten mit den Zahlen 0 und 21 eine Sonderstellung ein. Es bleiben 20 qualitative Mächte, welche die Schlüssel der Einweihungen in sich bergen.

Die Verbindung zwischen den Zahlen 20 und 13 findet man vor allem im Zeitrechnungssystem der Maya. Sie sind die Hüter der Zeit und das heilige Jahr dauert 260 Tage. 20 Tagesqualitäten sind nach einem bestimmten Schlüssel mit 13 Zahlen verbunden – 20x13=260.

20 Tattwas bringen im indischen Tantra alle Erscheinungsformen, die der Mensch erfahren kann, in die Realität. Sie werden auch die Prinzipien der qualitativen Welt genannt.

Diese kurzen Hinweise mögen genügen, damit man die Gemeinsamkeiten erkennen kann. Übrigens bilden die 20 Aminosäuren die Grundlage im Mikrokosmos...



Kalender

Ein Jahr hat 365 Tage und ist identisch mit der Umlaufbahn der Erde um die Sonne. Unsere 12 Monate haben aber nicht den Mondrhythmus. Die 28 Tage als Zeiteinheit finden in unserem Kalender keine Beachtung. Aber jeder Mensch benötigt den inneren Halt der Zeitdauer des Mondes. Unser Kalender wurde von Männern gestaltet und ist ein Spiegel unserer Gesellschaft.

Die Gestaltung des gregorianischen Kalenders hat noch weitere Folgen. Dies betrifft wieder die Bausteine des Lebens und sie hängen mit den 20 Buchstaben und mit den 13 Zahlen eng zusammen. Wenn in der Spirale die Zahl 13 fehlt, wie es in einer Jahresteilung mit 12 Monaten der Fall ist, beginnen wir immer wieder von vorne, wie wir durch die Harmonielehre gelernt haben, anstatt den Spiralweg der Weiterentwicklung zu gehen.

Was ist der Weg einer jeden Einweihungslehre? In erster Linie geht es darum, irgendwann in sich selbst den Funken der Göttlichkeit, der zur Flamme werden soll, zu entdecken. Wir müssen uns bemühen, in uns selbst den Christus zu leben. Das System des gregorianischen Kalenders verhindert aber eben diese innere Entwicklung. Der richtige Kalender und damit das passende Zeit- und Raumsystem, in welchem jeder Mensch nach seiner inneren Uhr lebt, ist eine der Grundvoraussetzungen, um den Weg der Spiritualität weitergehen zu können.

Wenn wir das Jahr von 365 Tagen durch 28 dividieren, kommen wir auf 13 Monate plus einen Tag. Die heilige Zahl 13 trägt in Verbindung mit den anderen 12 Zahlen in der Magie und Mystik der Zeit und des Raumes den Schlüssel für die Weiterentwicklung eines jeden Menschen.

In unserem Kalender ignorieren wir den Mond und damit das weibliche Prinzip. Eine Weiterentwicklung der Menschheit im Zusammenhang mit dem Wassermannzeitalter wird aber nur im Ausgleich der weiblichen und männlichen Qualitäten möglich sein.



365 Tage hat das Jahr

Die Erde bewegt sich immer in einer kreisförmigen Bahn um die Sonne und wie jeder Kreis hat auch ihre Bahn genau 360 Grad. Wenn sich im Raum der Kreis durch die 360 Grad schließt, finden wir in der Zeit die Differenz von 5 Tagen. Erst diese 5 Tage ermöglichen uns eine Weiterentwicklung. Das Symbol, das entsteht, ist eine dreidimensionale Spirale. Von oben oder unten betrachtet, finden wir in der Dimension des Raumes einen vollen Kreis, von der Seite betrachtet eine Spirale, die sich in die Höhe schraubt. Es ist wieder das Bild der Schlange, die sich auf den Baum der Erkenntnis und des Lebens hinaufschlängelt. Diese Differenz der 5 Tage und damit die Spannung hört erst dann auf zu existieren, wenn man sich selbst im Jetzt gefunden hat. Hier ist das Zentrum des Wirbelsturms, in der Mitte der Spirale, wo Ruhe herrscht und es windstill ist.

365 dividiert durch 360 ergibt 1,01388 periodisch. Der Divisions- oder Multiplikationsfaktor von 1,0138 drückt in Zahlen diese Differenz der fünf Tage aus. Diese Zahl ist bis auf eine Differenz von zwei Zehntausendstel identisch mit dem pythagoräischen Komma. Wir kommen wieder auf das dritte Maß von Chartres und erkennen in ihm die Essenz der Einweihungslehren der Hochkulturen der Welt.



Chartres

Die Adepten der Templer haben unter dem Tempel von Jerusalem die Einweihungslehre Ägyptens gefunden. Die Kathedrale wurde aufgrund der gleichen Gesetze gebaut wie die große Pyramide von Ägypten. Es ist eine Weiterführung der alten Einweihungslehre für unsere Zeit, in der wir heute leben. So liegt in und auf dem Hügel von Chartres die Verbindung der Weisheit des Nordens und des Südens. Bildlich gesprochen, haben sich die Priester Ägyptens mit den Druiden der Kelten getroffen und einen Tempel für die neue Zeit gebaut.



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