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Ausgabe November 2006
Wenn es mehr braucht...

Aufstellungen und Traumaheilung

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Die Autoren dieses Beitrags, die Diplom Psychologen Alfred Ramoda und Bettina Austermann, arbeiten seit vielen Jahren als Aufsteller und verbinden Klopfakupunkur mit Familienaufstellungen.



Aufstellungen sind eine wunderbare Möglichkeit, Heilung zu erfahren. Liebe, Dankbarkeit und Versöhnung können geschehen. Wenn aber durch schwere Ereignisse wie der plötzlicher Tod eines nahen Menschen, Unfälle, schwerer Missbrauch oder Operationen im Kindesalter tiefe seelische Verletzungen passiert sind, ist der Betroffene oft im Schockzustand. Etwas ist eingefroren, es gibt kein Gefühl mehr, nur der Kopf denkt, was zu fühlen wäre.



Klopfakupunktur

Wenn in Aufstellungen diese traumatischen Situationen berührt werden, werden andere Methoden gebraucht, damit dieses eingefrorene Erleben wieder integriert werden kann. Durch Klopfakupunktur verbunden mit heilenden Sätzen und Augenbewegungen kann der Schock abfließen. Es werden hierbei emotionale Bereiche berührt und Gehirnareale aktiviert, die über Gespräch und Aufstellungen nicht zugänglich sind. Werden Aufstellungen und Methoden der Traumatherapie kombiniert, wird die seelische und körperliche Heilung verstärkt.



Praxisbeispiel

Marina kommt zum Aufstellungsseminar mit dem Titel: "Wie Glück gelingt". So gerne möchte sie, endlich mit 39 Jahren Lebenserfahrung, dass das Glück auch bei ihr anklopft und verweilt. Ihre seltenen Liebesbegegnungen waren kurz und beruflich schlägt sie sich als Einzelkämpferin mühsam durch. Als Marina 15 war, hatte sich ihre Mutter mit Tabletten umgebracht. Marina hatte damals ihre tote Mutter gefunden. In der Aufstellung steht Marina vor ihrer Mutter. Sie fühlt Leere, fast Gleichgültigkeit. Auch als deutlich wird, dass die Mutter jemandem aus dem Familiensystem gefolgt ist, ändert dies an dem Gefühl der Leere von Marina nichts. Marinas Herz bleibt kalt. Der Leiter bittet Marina, während sie ihrer Mutter gegenübersteht, bestimmte Akupunkturpunkte zu klopfen und heilende Sätzen dabei zu sprechen. Marina klopft und beginnt tiefer zu atmen. Bei einem Punkt muss sie plötzlich weinen: "Mama, du fehlst mir so." Sie klopft weiter und nach einer Weile ebbt die Welle von Trauer wieder ab. Bei einem anderen Punkt spürt sie Wut: "Mama, es war so schlimm." Das Stimulieren der Akupunkturpunkte wird durch Bewegungen der Augenmuskulatur verstärkt. Marina muss zwischendurch zittern, dann wird sie ruhig. Marina geht auf ihre Mutter zu. Der Schock über den Selbstmord fließt ab und endlich kann sie über den Tod der Mutter weinen. Dann endlich kann sie der Mutter von Herzen für ihr Leben danken und um Segen für ihr Lebensglück bitten. Jetzt steht die Mutter als gute Kraft in ihrem Rücken und sie fühlt sich stark und frei genug für ein gutes Leben.



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