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Ausgabe November 2006
Es geht auch ohne Gruppe

Aufstellungen mit Figuren

art49591
Jürgen Häger schreibt über die Möglichkeit, Muster von Beziehungen auch über das Aufstellen von Figuren zu erhellen.



Die Familien- und Systemaufstellungen und die damit verbundene Lösungsarbeit haben mittlerweile eine so hohe Bedeutung erlangt, dass sie vermehrt auch in anderen Formen und Zusammenhängen angewandt werden, wie zum Beispiel bei "Aufstellungen mit Figuren". Diese Methode ermöglicht, die wesentlichen Aspekte der systemischen Aufstellungsarbeit anzuwenden und erfahrbar zu machen, ohne auf Mitwirkende angewiesen zu sein. Sie findet vor allem bei Beratern, Coaches und Therapeuten Verwendung, da sie idealerweise für Einzel- oder Paarsitzungen geeignet ist. Hierbei kommen Figuren zum Einsatz, die als Stellvertreter für Personen oder Sachverhalte dienen. Dabei spielt es keine Rolle, wie diese Figuren beschaffen sind - manche benutzen handgefertigte aus Holz, andere arbeiten gern mit Playmobil-Figuren oder besorgen sich ein extra dafür hergestelltes Figurenbrett. In der Regel sind die zum Einsatz kommenden Figuren schlicht und neutral gehalten, um jegliche "Vorabprojektionen" zu vermeiden.



Erkennen von Beziehungsmustern

Die Arbeit selbst ist ähnlich der in den Gruppen: die/der Aufstellende wählt aus einem Figuren-Set bestimmte Figuren als Stellvertreter für Personen (oder auch Sachverhalte) aus und stellt sie intuitiv auf. Die Betrachtung von außen, die Fragen des Aufstellungsleiters, die hochkommenden Gefühle und Assoziationen, die sichtbar werdenden Beziehungsmuster, das Umstellen von Positionen, das Weg- und Hinzunehmen von weiteren Figuren, die Prozessdynamik und die Bilder einzelner Aufstellungssituationen sprechen ihre eigene Sprache. Es geht dabei um das Erkennen der tiefliegenderen Prozesse von Verstrickung und Lösung, die über das Stellen der Figuren sichtbar und erfahrbar werden. Der Betrachter kann Aufschluss über Zusammenhänge und Lösungswege erhalten, die ihm bisher verborgen geblieben sind. Vorkenntnisse seitens des Aufstellenden sind nicht erforderlich. Wer bereits über Erfahrungen von Aufstellungen oder sonstiger systemischen Arbeit verfügt, hat über die "Aufstellungen mit Figuren" eine interessante Alternative zur Gruppenarbeit.




Buchtipp
Wilfried Nelles: Liebe, die löst - Einsichten aus dem Familien-Stellen, Carl-Auer-Systeme, Heidelberg, 2002



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