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Ausgabe November 2006
Aufstellungen und systemische Therapie

Erdmuthe Kunath, die Leiterin des Institutes für Systemaufstellungen in Berlin, hat sich Gedanken zur Qualitätssicherung gemacht. Sie berichtet über den Stand der Dinge.

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Die Arbeit mit szenischen Darstellungen und Aufstellungen hat in der Familientherapie und der systemischen Therapie eine lange Tradition. Sie wurzelt u.a. in therapeutischen Techniken, wie sie in der Familienskulpturarbeit oder im Psychodrama entwickelt wurden. Aber erst durch die von Bert Hellinger praktizierte Form ist sie breiteren Kreisen bekannt geworden. Ausgehend von dieser populären Methode hat sich eine Vielzahl von weitergehenden Anwendungsformen des Aufstellens entwickelt. Aus der Vielfalt der Möglichkeiten werden einige Methoden im folgenden vorgestellt. Parallel zu dem sich anarchisch entwickelnden Boom der Methoden kam auch Kritik hinsichtlich der Professionalität und Qualität der Angebote auf.



Die Aufstellungsarbeit erlebte in den letzten 10 Jahren nicht nur in Deutschland, sondern weltweit eine rasante Verbreitung über alle Kontinente hinweg - von Afrika über Südamerika bis hin nach Asien! Nun stellen sich, auch nach einer Zeit heftiger Anwürfe durch Kritiker, vermehrt Fragen zu ihrer Qualitätssicherung.
Begründet und getragen über mehr als zwei Jahrzehnte durch Bert Hellinger, hat sie sich heute dank vieler professioneller Vertreter, die wesentlich zu ihrer Weiterentwicklung und Etablierung in Psychotherapie, psychosozialer Beratung und Organisationsentwicklung beigetragen haben, aus der engen Bindung an ihren Begründer gelöst. Die Einsichten und die Methodik der Systemaufstellung haben sich zu einem festen Bestandteil im großen Kanon der vielfältigen Therapieeinrichtungen und Beratungsmethoden entwickelt. Gleichzeitig gab und gibt es - wie bei jedem Boom einer neuen Methode üblich (eine ähnliche Entwicklung war beispielsweise in der Hochzeit des NLP zu beobachten) - viele “Trittbrettfahrer”. Diese haben, ohne den nötigen professionellen Hintergrund und eine fundierte Weiterbildung, die vermeintlich einfache Technik des Stellens aufgegriffen und damit die Methode in seichte Gewässer und bedauerlicherweise teilweise in Verruf gebracht!



Fachverbände

An diesem Punkt stellte sich die Notwendigkeit einer Organisation in Form eines Fachverbandes, der einerseits Therapeuten und Beratern, die bereits mit der Methode arbeiten, als Austauschforum dient und andererseits potentiellen Klienten, Weiterbildungskandidaten und der interessierten Öffentlichkeit fachgerechte Unterstützung, Information und Orientierung im Dschungel der Angebote bietet.

Zu diesem Zweck haben sich 2004 aus der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Systemische Lösungen nach Bert Hellinger (IAG) heraus zwei neue Verbände gegründet: Die Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS), die sich als nationaler Vertreter aller an Aufstellungsarbeit Interessierter im internationalen Verbund der IAG versteht, und das Internationale Forum für Systemaufstellungen in Organisationen und Arbeitskontexten (INFOSYON) , das insbesondere die Professionalisierung der noch jüngeren Methode der Organisationsaufstellungen vertritt.
Beide Verbände bieten eine Liste anerkannter Berater und Therapeuten an, engagieren sich in der Entwicklung qualifizierter Richtlinien für die Weiterbildung und richten regelmäßig internationale Fachtagungen zu Systemaufstellungen aus. Die DGfS-IAG ist Herausgeber der Fachzeitschrift “Praxis der Systemaufstellungen”, in der halbjährlich erscheinend aktuelle Beiträge zur Theorie und Praxis von Systemaufstellungen in ihren verschiedenen Anwendungsfeldern veröffentlicht werden.


Lesetipp

Zeitschrift “Praxis der Systemaufstellung. Beiträge zu Lösungen in Familien und Organisationen“, zu beziehen über: DGfS-IAG

Autorin: Erdmuthe Kunath (ISA Berlin)



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