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Ausgabe Oktober 2006
Tian Gong

Bereits seit 1998 existiert das Tian Gong-Institut in Berlin unter der Leitung von der Qi Gong-Meisterin Tian Ying. Sebastian Bauer befragte sie über Tradition und Wesen des Tian Gong.

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Sebastian Bauer: Welche Tradition hat das Tian Gong und inwiefern waren Sie an seiner Entwicklung beteiligt?



Tian Ying: Tian Gong wurde in den 80er Jahren von Großmeister Chen Le Tian als Qi Gong-Schule begründet, weil er aus Dank für seine Heilung das Bronzeglocken-Qi Gong an andere Menschen weitergeben wollte. Diese über 1400 Jahre alte Übung wurde von dem indischen Mönch und Meister Bodhidharma nach China gebracht. Sie bildet jetzt die Basisübung im Tian Gong-System.Bereits seit 1998 existiert das Tian Gong-Institut in Berlin unter der Leitung von der Qi Gong-Meisterin Tian Ying. Sebastian Bauer befragte sie über Tradition und Wesen des Tian Gong.

Ich selbst habe Tian Gong kennen gelernt, als ich sehr krank war und bereits andere Qi Gong-Arten ausprobiert hatte. Damals dachte ich, dass ich keine 30 Jahre alt werden würde. Aber als ich merkte, wie gut Tian Gong wirkt, wollte ich nichts anderes mehr machen. Ich habe meine Arbeitsstelle gekündigt und ehrenamtlich als Tian Gong-Übungsleiterin gearbeitet. Allmählich prägten sich bei mir besondere Fähigkeiten heraus, ich lernte, negative Energien bei Menschen oder in Räumen zu sehen und durch Fernübertragung zu regulieren.

Vor 13 Jahren habe ich Bi Gu bekommen, die Fähigkeit, ohne oder mit sehr wenig Nahrung auszukommen und trotzdem sehr leistungsfähig und fit zu sein. Manchmal überträgt sich Bi Gu schon, wenn die Menschen nur in meiner Nähe sind oder mit mir telefonieren. Solche Fähigkeiten besaßen die Menschen in früheren Zeitaltern ja auch, aber mit der Entfremdung von der Natur ging das verloren. Dieses ursprüngliche Wissen stammt nicht von einzelnen Persönlichkeiten, wenn es auch immer von Meister zu Schüler weitergegeben wurde; es ist universell und gehört damit allen Menschen.

Das Tian Gong-Übungssystem umfasst drei Niveaus: Niveau A für die körperliche Gesundheit, Niveau B mit Übungen und Methoden für die seelische Heilung und Entfaltung, Niveau C für die Entwicklung von Fähigkeiten, mit denen die Menschen ihrem Ursprung und ihrem Sinn wieder nahe kommen. Tian bedeutet „Himmel, Universum“, und es ist ja auch ein Geschenk des Himmels, dass uns Menschen so starke Energieübungen übermittelt wurden.

Aber wie können wir Menschen gesund werden, wenn unsere Erde so krank ist? Unser Bemühen ist daher nie nur auf die Menschen, sondern vor allem auch auf die Energie der gesamten Erde und aller Lebewesen gerichtet.

Als Tian Gong-Meister forschen wir auch nach dem ursprünglichen Wissen verschiedener Kulturen. Bei unseren Reisen erhalten wir Informationen und Botschaften, die die Menschen anrühren sollen, respektvoller mit der Erde umzugehen. Das ist die wichtigste Voraussetzung, um selber gesund zu werden.




Ist es theoretisch allen Menschen möglich, den Zustand des Bi Gu zu erlangen und wie genau manifestiert dieser sich auch im Hinblick auf die Ernährung?

Wie viel Energie man beim Üben oder bei einer Energieübertragung aufnimmt, hängt immer davon ab, wie offen man dafür ist. Wer sich von Herzen Bi Gu wünscht, weil er verstanden hat, was es bedeutet und was für ein großartiges Geschenk es ist, der kann es bekommen, auch ohne einen Kurs dafür besucht zu haben. Das ist der Unterschied zum Fasten: Man kann es nicht selbst entscheiden oder gar Anspruch darauf erheben. Bi Gu ist auf jeden Fall eine gute Chance, den Körper zu entgiften, die Selbstheilungskräfte zu stärken und verborgene Fähigkeiten zu entfalten. Im Bi Gu-Zustand ist man sehr fit im Körper und klar im Kopf.

Wer Bi Gu bei sich fördern möchte, der verzichtet mehrmals im Jahr für einige Tage oder Wochen auf getreide- bzw. stärkehaltige Nahrung und tierische Produkte, weil sie den Körper belasten. Außerdem soll man immer nur dann und nur soviel essen, wie man wirklich braucht. Das ist nicht nur besser für die Gesundheit, es ist auch eine weniger fordernde Haltung unserer Mutter Erde gegenüber.

Im Bi Gu-Zustand entsteht ein neuartiger Stoffwechsel, bei dem der Körper die Substanzen selbst bildet, die er zum Leben benötigt. Die Energie dafür erhält er durch die Übungspraxis. Es ist übrigens auch ein wundervolles Körpergefühl, ein wahrer Genuss! In China galt Bi Gu als die „Nahrung der Unsterblichen“.

Man soll aber ruhig und dankbar bleiben, auch wenn die Übungserfahrungen nicht gleich so spektakulär sind. Beides ist möglich: Spontanheilungen für Schwerstkranke und Erstverschlimmerungen für Menschen, die dachten, dass sie „keine Probleme“ haben. Diejenigen, die auch den schweren Weg mit Dankbarkeit gehen und an sich arbeiten, die eigenen Fehler bekennen und korrigieren, erleben sehr schöne Erfahrungen. Viele unserer Teilnehmer sagen, Tian Gong ist ein Weg, den wir schon lange gesucht haben.





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