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Ausgabe Oktober 2006
Happy Eyes - Sehen und Fühlen in Einklang bringen

Gesundes Sehvermögen benötigt mehr als Augenübungen. Dr. Heike Buhl berichtet von neuen Erkenntnissen zum „inneren Sehen“ im ganzheitlichen Sehtraining.

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“Gesundes Sehvermögen ist bis zu 90% auf den Geist zurückzuführen” – dieses Konzept des bekannten Sehlehrers Robert Kaplan klingt zunächst ungeheuerlich. Heißt das, nur 10 % unserer Fehlsichtigkeit liegen im Auge und seinen Strukturen begründet – der Rest ist quasi “eingebildet”? Nun, die Erfahrungen mit ganzheitlicher Augenarbeit belegen tatsächlich, dass innere Einstellung und äußeres Sehen untrennbar verbunden sind. So schreibt ein Kursteilnehmer: “Das Sehtraining hat noch immer gute Nachwirkungen. Meine Augen sehen zuverlässig besser als vorher. Es hat sich mental etwas gedreht, ich traue meinen Augen das Sehen zu.” Und eine Teilnehmerin berichtet: “Nach diesem intensiven Erleben meiner Wut und meines Schmerzes nahm ich die Linde vor meinem Fenster zum ersten Mal so deutlich wahr, dass ich jedes einzelne Blatt mit scharfen Konturen sehen und von der 3. Etage aus die Nummernschilder der parkenden Autos lesen konnte – dieses Erlebnis zeigt mir, wie schnell sich die Verspannung in der Augenmuskulatur auflösen kann, wenn es gelingt, die Gefühle zu- und den Körper loszulassen.”



Verschlüsselte Botschaften

Grundlage des Sehtrainings sind die Entdeckungen des US-Amerikaners William Bates (1861-1930). Er setzte auf gezielte Übungen der Augenmuskulatur, mit deren Hilfe die “Krücke” Brille oder Kontaktlinse überflüssig oder zumindest schwächer werden sollte. Die Übungen von Bates sind wirkungsvoll, doch relativ mechanisch und die Erfolge waren daher nicht immer nachhaltig. In den vergangenen 100 Jahren hat man auf dem Gebiet des ganzheitlichen Augentrainings noch einiges dazu gelernt: Heute wissen wir, dass eine schnelle und dauerhafte Verbesserung der Sehfähigkeit eine Veränderung der inneren Einstellung zu sich selbst und zur Welt mit einschließt. Oft ist die Fehlsichtigkeit eine verschlüsselte Botschaft unseres Körpers – so kann erhöhter Augeninnendruck bedeuten, dass ein Mensch auch sonst sehr “unter Druck” steht, die Hornhautverkrümmung kann darauf aufmerksam machen, dass man sich selbst emotional “verbiegt”, und Netzhautablösung kann Hinweis für mangelnde Flexibilität und Ablösung von Gefühlen sein. Auch den Emotionen gilt es, auf die Spur zu kommen: Bei Kurzsichtigkeit im niedrigen und mittleren Bereich ist oft unterdrückte Trauer, bei starker Kurzsichtigkeit eingefrorene Angst und bei angeborener Weitsichtigkeit nicht gefühlter Ärger im Hintergrund.



Der Blick mit dem Herzen

Klares Sehen benötigt also mehr als Augenübungen. Es bedeutet, das ganze Leben “mit andern Augen” zu schauen – denn das innere Sehen beeinflusst das äußere Sehen. Ich bin gefordert, ehrlich mit mir zu sein: In welchen Bereichen des Lebens bin ich unzufrieden – und wie hindere ich mich, meine Wünsche zu verwirklichen? Wo fehlt mir die nötige Klarheit? Wo will ich nicht hinsehen, worüber hinwegschauen? Welche geheimen Visionen, welche nicht genutzten Fähigkeiten schlummern in mir? Sehe ich den Herausforderungen des Lebens ins Auge – oder verstecke ich mich hinter meiner Opferhaltung? Bin ich bereit, in jedem Moment meine Gefühle sprechen zu lassen und nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Herzen zu schauen?

Durch ganzheitliches Sehtraining erleben wir die wohltuende Wirkung von Übungen zur Entspannung des Körpers und Kräftigung der Augenmuskulatur, lernen Zusammenhänge verstehen und Sehen und Fühlen in Einklang zu bringen. Löst sich die Spannung, so kann die Fehlsichtigkeit von einem Moment zum anderen verschwinden - gesundes Sehvermögen ist eben bis zu 90 % auf den Geist zurückzuführen.






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